Ventoux-Krimi mit Überraschungen

Mont Ventoux hoch 2: Wout van Aert holt sich diesen prestigeträchtigen Sieg am Fuße des Provence-Giganten in beeindruckender Manier. Auch wenn Jonas Vingegaard das Gelbe Trikot am Mont Ventoux erfolgreich angriff, am Ende kann er keine Sekunden gegenüber Tadej Pogacar herausfahren. Hat aber als Dritter einen Platz auf dem Podium hinter Pogacar und Uran erobert. Im Mehrkampf um die Plätze in den Top Ten des Gesamtklassements keine Vorentscheidung. Auf ein Neues in den Pyrenäen. Zu beklagen sind insgesamt 7 Aufgaben. Trauriger Höhepunkt das sturzbedingte Aus von Tony Martin.

Zusammenfassung - Etappe 11 - #TDF2021

Unglücklicher hätte diese mythische Etappe aus deutscher Sicht nicht anfangen können. Bei Kilometer 27 stürzte Tony Martin, schon einmal Zweiter am Mont Ventoux, in einen Graben und musste stark blutend einen Krankenwagen aufsuchen - das Ende einer so hoffnungsvoll begonnenen Dienstfahrt. Zuvor hatte vor allem Weltmeister Julian Alaphilippe für einen munteren Beginn gesorgt. Zum Lohn ein Punkt bei der ersten Bergwertung und maximale Punktzahlung beim Zwischensprint in Les Imberts. Nach 42 km ließ er sich von einer Gruppe einfangen. Im Anstieg zum 2. Berg, ebenfalls 4. Kategorie, konnten Mark Cavendish & Co das Tempo nicht mehr halten. Auch Sonny Colbrelli nicht, in Tignes noch zur allgemeinen Überraschung Dritter und auf Augenhöhe mit den Bergspezialisten. Auf dem Gipfel der Côte de Gordes wieder Alaphilippe vorne; jetzt zusammen mit Dan Martin (ISN), Anthony Perez (COF) und Pierre Rolland (BBK). Das Quartett mit über 50 Sekunden Vorsprung vor einer achtköpfigen Gruppe mit Nils Politt (BOH). Dahinter weitere Fahrer um Wout van Aert. Kurz darauf Zusammenschluss der Verfolger-Gruppen. 

Julian Alaphilippe der große Animator

Nach etwa 80 km begann die Frankreich-Rundfahrt ihrem Ruf als „Tour der Leiden“ wieder einmal alle Ehre zu machen. Nach dem explosiven Beginn in Sorgues durch die Touristenattraktionen Gordes, Roussillon, Apt jetzt hinauf zum Col de la Liguière (1. Kategorie). Vorerst blieb der Abstand der Spitze zu den Verfolgern konstant, das Feld verlor weiter Boden, Cavendish & Co erst recht. Und das dicke Ende kam ja noch. Auf der Passhöhe des Liguière schnappte sich Dan Martin die 10 Punkte vor Alaphilippe. Hinter Sault und am Beginn des ersten Kapitels Mont Ventoux nur noch eine Gruppe mit 16 Fahrern weiter 5 Minuten voraus. 12 km vor dem Mont Ventoux gab Alaphilippe Gas, so dass die Gruppe auseinander fiel. Eines der Opfer Nils Politt. Auch David Gaudu, aktuell Platz 10, und der Träger des Bergtrikots Nairo Quintana fielen aus dem Peloton zurück. Ab Chalet Reynard alles wie früher: riesige Zuschauermassen - die Faszination der Tour de France. Während Thomas und Froome das Hauptfeld ziehen lassen mussten, kam Mollema zur Spitze zurück. Wind, Nebel, Kälte - der Ventoux in seinem Element. Alaphilippe kassierte auf dem Gipfel die maximale Punktzahl. Das Feld knapp 4:30 Minuten dahinter.

Wout van Aert auf dem Weg zum Etappensieg

Zweiter Anstieg zum Mont Ventoux: Vorne jetzt ein Kampf Mann gegen Mann. Alaphilippe musste passen, als Mollema attackierte. An der Spitze beschleunigte van Aert und distanzierte Elissonde. Im Feld der Favoriten konnte jetzt nicht nur Buchmann das Tempo nicht mehr mitgehen. 9 km vor der zweiten Überquerung platzte der Zweite, O’Connor, weg. Auch aus der achtköpfigen Spitzengruppe mussten sich immer mehr Top-Fahrer verabschieden. Die Überraschung kam jedoch vom Mann im Weißen Trikot: Jonas Vingegaard griff an und Pogacar konnte ihm nicht folgen. Auch auf dem Rennrad können Dänen überraschen. Unterdessen gewann van Aert die Bergwertung am Ventoux, jetzt Ehrenkategorie. Uran und Carapaz kamen wieder an Pogacar ran. Auf dem Gipfel hatte Vingegaard 38 Sekunden Vorsprung vor dem Mann in Gelb. In der Abfahrt verkürzten die abgehängten Fahrer die Distanz. Das Trio um Pogacar war schneller unterwegs als Vingegaard, der in der Abfahrt seinen Vorsprung einbüßte. Doch der Sieg war Wout van Aert nicht mehr zu nehmen. Im Klassement der Top Ten viele Veränderungen. Wilco Keldermann (BOH) blieb auf Tuchfühlung zum Zweiten. In den Trikotwertungen keine Veränderungen. Elissonde wurde zum kämpferischsten Fahrer der Etappe gewählt. 

07/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 11 – Sorgues / Malaucène (189,9 km) -
07/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 11 – Sorgues / Malaucène (189,9 km) - © A.S.O./Pauline Ballet
07/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 11 – Sorgues / Malaucène (189,9 km) - Julian Alaphilippe (DECEUNINCK - QUICK - STEP)
07/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 11 – Sorgues / Malaucène (189,9 km) - Julian Alaphilippe (DECEUNINCK - QUICK - STEP) © A.S.O./Pauline Ballet
A.S.O./Pauline Ballet
A.S.O./Pauline Ballet © A.S.O./Pauline Ballet

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