Ausgabe 2022

Etappensiege 6
Gesamtklassement 3
Die fahrer im Rennen 5
Teamleiter : MAASSEN Frans / VAN DONGEN Arthur

Geschichte

Lange Zeit von der Rabobank gesponsert, fungiert die einst von der niederländischen Lotterie (LottoNL) übernommene Formation als eine Art niederländische Nationalmannschaft, die auch ihre jungen Talente ausbildet, bevor sie sich unter dem Namen Jumbo-Visma multinational aufstellt. Die Bank in den Nationalfarben von Oranje, die die vorherigen Sponsoren der von Jan Raas gegründeten Teams Kwantum-Hallen (ab 1984, vorletzte Saison als Fahrer des fünffachen Siegers des Amstel Gold Race), Superconfex (ab 1987), Buckler (1990), WordPerfect (1993) und Novell (1995) ablöst, lässt sich 1996 auf eine langfristige Beziehung mit der Tour de France ein, bis die niederländischen Geldgeber Ende 2012 das Handtuch werfen. Belkin, ein US-amerikanischer Hersteller, der auf Internetverbindungen und -netze spezialisiert ist, springt in die Bresche und so geht die Geschichte in einem radsportbegeisterten Land weiter, das der Tour de France treu ist.

Die Formation, die sich lange auf Etappensiege mit überwiegend niederländischen, auf die Klassiker spezialisierten Fahrern verlegt, verfolgt zwischenzeitlich dank Verstärkung durch ausländische Sprinter, Kletterer und Ausreißer wie Robbie McEwen, Óscar Freire, Michael Rasmussen, Denis Menschow, Juan Manuel Gárate und Luis León Sánchez ehrgeizigere Ziele. Mit wechselndem Erfolg, also besinnt man sich wieder darauf, große niederländische Hoffnungsträger zur vollen Blüte zu bringen. Bauke Mollema, Moreno Hofland und Wilco Kelderman, die inzwischen woanders ihr Glück suchen, bringen nicht die gewünschten Erfolge. Das Gleiche gilt für Lars Boom, der aber immerhin 2014 auf dem Kopfsteinpflaster von Arenberg den Jackpot holt. Robert Gesink, der 2015 den 6. Platz in der Gesamtwertung hinter den „Fantastischen Vier“ (Froome, Quintana, Nibali, Contador, unter die sich Valverde mischt) holt, kann seine Träume bei der Tour de France nicht ganz verwirklichen.

Im Gegensatz dazu entwickeln sich Steven Kruijswijk, der beim Giro 2016 nur knapp den Sieg verfehlt, und Primož Roglič mit ihren 5. und 4. Plätzen in der Gesamtwertung 2018 zu wichtigen Akteuren. Kruijswijk schafft 2019 mit einem dritten Platz in der Gesamtwertung den Sprung aufs Podest. Vor vier Jahren bringt der Niederländer Team Sky auf der Strecke nach Alpe d’Huez in Schwierigkeiten, als er sich auf dem Anstieg zum Col de la Croix-de-Fer allein absetzt. Roglič, der 2017 einsam in Führung liegend den Galibier überquert, gewinnt als erster Slowene eine Etappe. Am Col d’Aubisque wiederholt er 2018 seinen Alleingang und zeigt 2019 mit einem dritten Platz beim Giro und dem Gesamtsieg bei der Vuelta, dass er das Zeug zum Gelben Trikot hat. Dank Mike Teunissen, der 2019 zwei Tage in Gelb fährt, kommt das Team wieder auf den Geschmack. Die Rekrutierung von Tom Dumoulin, der bei der Tour 2018 Zweiter wird, zeitigt nicht die gewünschten Ergebnisse, aber Jumbo-Visma verlegt sich offen und ausschließlich auf die Gesamtwertung. Das Nachsehen hat einer der besten Sprinter der Welt: Dylan Groenewegen, Sieger auf den Champs-Élysées 2017, dann in Chartres und Amiens im Schatten der Kathedralen 2018 und auch 2019 in Chalon-sur-Saône. Mit Wout van Aert als beeindruckender Waffe verfehlt das Team seinen Traum vom Gesamtsieg bei der Tour de France 2020 nur knapp, aber der Kapitän Primož Roglič, der das Rennen fast drei Wochen lang dominiert, schwächelt beim Zeitfahren am Tag vor dem Finale und unterliegt seinem jungen Landsmann Tadej Pogačar. Der Slowene fängt sich jedoch schnell wieder und gewinnt seine zweite Vuelta in Folge und dann noch eine dritte, nachdem er bei der Tour 2021 eine herbe Enttäuschung erlebt hatte, als er auf der 3. Etappe von Lorient nach Pontivy in eine Sturzkaskade geriet. Jumbo-Visma konnte das Gelbe Trikot, das Tadej Pogačar schon früh erobert hatte, zwar diesmal nicht überstreifen, die Tour war aber dennoch ein Erfolg: Zweiter Platz in der Gesamtwertung durch den Dänen Jonas Vingegaard, der nur als Ersatz für den Holländer Tom Dumoulin im Aufgebot war, der eine erste Karrierepause einlegte, und vierfacher Etappensieg durch Wout van Aert im „Triathlon-Modus“ (in den Bergen mit dem Doppelanstieg auf den Mont Ventoux, im Zeitfahren in Libourne und im Sprint auf den Champs-Élysées). Jetzt soll es Roglič in Kombination mit Vingegaard mit Pogačar aufnehmen, während Wout van Aert öffentlich angekündigt hat, das Grüne Trikot ins Visier zu nehmen.

  • Finalsieg0
  • Etappensiege64
  • Gelbe Trikots30
  • Sonstige verdientes Rennen0

Gesamtsiege: 0
Ehrenplätze: 4
- 2008: Denis Menschow, Dritter
- 2019: Steven Kruijswijk, Dritter
- 2020: Primož Roglič, Zweiter
- 2021: Jonas Vingegaard, Zweiter
Etappensiege: 64
- 1984: Jan Raas in Bordeaux
- 1985: Gerrit Solleveld in Pont-Audemer; Henri Manders in Roubaix; Maarten Ducrot in Épinal
- 1986: Ludo Peeters in Saint-Hilaire-du-Harcouët
- 1987: Jelle Nijdam in Berlin (Prolog); Nico Verhoeven in Berlin; Jean-Paul van Poppel in Epinay-sous-Sénart und Avignon; Rolf Gölz in Blagnac
- 1988: Jean-Paul van Poppel in Le Mans, Besançon, Bordeaux und Paris; Jelle Nijdam in Liévin; Rolf Gölz in Nancy
- 1989: Jelle Nijdam in Wasquehal und Gap
- 1990: Frans Maassen im Futuroscope; Gerrit Solleveld in Rouen; Jelle Nijdam in Epinal
- 1991: Jelle Nijdam in Valenciennes
- 1995: Dschamolidin Abduschaparow in Paris
- 1996: Michael Boogerd in Aix-les-Bains; Rolf Sørensen in Super-Besse
- 1998: León van Bon in Pau
- 1999: Robbie McEwen in Paris
- 2000: Léon van Bon in Tours; Erik Dekker in Villeneuve-sur-Lot, Revel und Lausanne
- 2001: Marc Wauters in Antwerpen; Erik Dekker in Pontarlier
- 2002: Karsten Kroon in Plouay; Michael Boogerd in La Plagne
- 2005: Peter Weening in Gérardmer und Michael Rasmussen in Mülhausen
- 2006: Óscar Freire in Caen und Dax; Denis Menschow in Pla de Beret; Michael Rasmussen in La Toussuire
- 2007: Michael Rasmussen in Tignes und am Col d’Aubisque
- 2008: Óscar Freire in Digne-les-Bains
- 2009: Juan Manuel Gárate am Mont Ventoux
- 2011: Luis León Sánchez in Saint-Flour
- 2012: Luis León Sánchez in Foix
- 2014: Lars Boom in Arenberg
- 2017: Primož Roglič in Serre-Chevalier; Dylan Groenewegen in Paris
- 2018: Dylan Groenewegen in Chartres und Amiens; Primož Roglič in Laruns
- 2019: Mike Teunissen in Brüssel; Mannschaftszeitfahren in Brüssel; Dylan Groenewegen in Chalon-sur-Saône; Wout van Aert in Albi
- 2020: Primož Roglič in Orcières-Merlette; Wout van Aert in Privas und Lavaur
- 2021: Wout van Aert in Malaucène, Saint-Émilion und Paris; Sepp Kuss in Andorre-la-Vieille
Siege in anderen Wertungen: 6
- 1985: Maarten Ducrot (kämpferischster Fahrer)
- 1987: Jean-Paul van Poppel (Punktewertung)
- 2000: Erik Dekker (kämpferischster Fahrer)
- 2005: Michael Rasmussen (bester Kletterer)
- 2006: Michael Rasmussen (bester Kletterer)
- 2008: Óscar Freire (Punktewertung)
Gelbe Trikots: 30
- 1984: Ludo Peeters, ein Tag; Jacques Hanegraaf, zwei Tage; Adrie van der Poel, ein Tag
- 1987: Jelle Nijdam, ein Tag
- 1988: Jelle Nijdam, zwei Tage
- 2001: Marc Wauters, ein Tag
- 2007: Michael Rasmussen, neun Tage
- 2019: Mike Teunissen, zwei Tage
- 2020: Primož Roglič, elf Tage

DIE ZAHL:
64 – Anzahl der Etappensiege von Rabobank bei 38 Teilnahmen in Folge seit Gründung des ersten Teams von Jan Raas.

MEILENSTEINE
5. Juli 1996: Im strömenden Regen schenkt Michael Boogerd – Liebling der niederländischen Radsportfans – Rabobank in Aix-les-Bains den ersten Etappensieg bei der Tour de France.
19. Juli 2000: Erik Dekker macht mit seinem Etappensieg in Lausanne den Hattrick voll.
6. September 2020: Primož Roglič, der bereits 2017 der erste slowenische Etappensieger bei der Tour de France war, ist nun der erste Slowene, der das Gelbe Trikot trägt.

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