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Ausgabe 2026

Etappesiege 1
Gesamtklassement 1
Die fahrer im Rennen 8
Teamleiter ANDERSEN Kim / DE JONGH Steven

Geschichte

Das Team Lidl-Trek, das von 2016 bis 2023 von der Kaffeemarke Segafredo unterstützt wurde, entsteht aus den Formationen Radio Shack und Leopard, die 2010 bzw. 2011 gegründet werden. Beide werden vom Fahrradhersteller Trek ausgestattet, aber die erwarteten Erfolge bleiben aus, vernachlässigt man die Siege in der Mannschaftswertung 2010 und 2012 sowie die Auftritte einzelner Fahrer wie Fabian Cancellara und der Schleck-Brüder. Während die Luxemburger nach ihrem Doppelerfolg auf dem Siegerpodest der Tour 2011 nachlassen, liefert der Schweizer weiter ab: Er gewinnt 2012 zum fünften Mal (nach 2004, 2007, 2009 und 2010) das Eröffnungszeitfahren und fährt die ersten sieben Tage in Gelb.

Bei Trek zerschlagen sich 2014 endgültig die Hoffnungen von Andy Schleck, dessen Knie so lädiert ist, dass er am vierten Renntag mit 29 Jahren vorzeitig seine Radsportkarriere beendet. Am Tag darauf muss sich Cancellara, der auf dem Kopfsteinpflaster als Favorit gilt, mit dem fünften Platz begnügen. Die amerikanische Formation punktet aber mit dem Sympathieträger Jens Voigt, der mit 43 Jahren seine letzte Tour beendet. Um die fehlenden Erfolge beizubringen, heuert das Team zunächst Bauke Mollema an. Der Niederländer, der 2015 in seinem ersten Jahr bei Trek den 7. Platz erreicht, liegt 2016 am Tag nach dem Zeitfahren von Megève (18. Etappe) auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung, schmiert dann aber auf den letzten beiden Bergetappen auf den 11. Platz ab. 2017 ist ihm endlich der Sieg vergönnt, als er in Le Puy-en-Velay zwischen den Alpen und Pyrenäen im Alleingang zuschlägt. Es ist das Jahr, in dem das Team unter Leitung von Luca Guercilena Alberto Contador holt. Gegen Ende seiner Karriere wird dem Spanier klar, dass er mit seinen 34 Jahren nicht mehr in den Titelkampf eingreifen kann (9. Platz mit 8’49’’ Rückstand). Aber er macht sich selbst ein schönes Abschiedsgeschenk, als er bei der Vuelta Angliru Paroli bietet.

Der Hersteller Trek ist daran gewöhnt, hochkarätige Botschafter wie Armstrong, Cancellara, die Schleck-Brüder, Voigt, Ivan Basso oder Contador im Kader zu haben. So rekrutiert die Équipe Richie Porte, der bei der Tour de France 2019 nach zwei großen Rückschlägen den 11. Platz belegt. Im Trikot von BMC erleidet der Australier 2017 und 2018 jeweils auf der 9. Etappe schwere Stürze. Auf der gleichen Etappe sind die Zuschauer 2018 im Velodrom von Roubaix über die Tränen des Deutschen John Degenkolb von Trek-Segafredo gerührt, der sich nach einem Unfall mühsam zurückkämpft.

Nach der Rekrutierung von Vincenzo Nibali in den Kader alternder Stars der amerikanischen Formation und dem zweitägigen Glanzlicht, das Giulio Ciccone 2019 im Gelben Trikot setzt, stellt sich der erhoffte Erfolg 2020 mit einem dritten Platz in der Gesamtwertung für den 35-jährigen Richie Porte endlich ein. Die Etappensiege von Bauke Mollema in Quillan 2021 und Mads Pedersen 2022 in Saint-Étienne und 2023 in Limoges halten die Flamme der Hoffnung am Leben. Aber mit dem Gepunkteten Trikot von Giulio Ciccone springt 2024 endgültig der Funke über. Als letzter Italiener, der von sich behaupten kann, das Gelbe, Weiße und Gepunktete Trikot getragen zu haben, fällt er im letzten Jahr erst nach dem Zeitfahren von Monaco nach Nizza aus den TOP 10 (11. Platz), während die verletzungsbedingte Aufgabe von Mads Pedersen nach der ersten Woche Lidl-Trek zurückwirft.

Bei seinem Tour-Debüt gewinnt der italienische Sprinter Jonathan Milan 2025 zwei Etappen und wird zweimal Zweiter hinter Tim Merlier. Denselben Platz belegt Quinn Simmons am Ende einer sehr hügeligen Etappe in der Normandie in Vire. Das Grüne Trikot, das der Riese aus dem Friaul bis nach Paris verteidigt, ist die große Genugtuung für das infolge der Übernahme durch Lidl inzwischen deutsche Team. Mattias Skjelmose, auf den die Formation in der Gesamtwertung baut, ist hingegen bereits nach zwei Dritteln der Tour aus dem Rennen, weil er sturzbedingt aufgeben muss.

  • Finalsieg0
  • Etappensiege11
  • Gelbe Trikots13
  • Sonstige gewonnene Rennen4

Gesamtsiege: 0

Podiumsplatzierungen: 3
- 2011: Andy Schleck, Zweiter; Fränk Schleck, Dritter
- 2020: Richie Porte, Dritter

Etappensiege: 11
- 2010: Sergio Paulinho in Gap
- 2011: Andy Schleck am Col du Galibier
- 2012: Fabian Cancellara in Lüttich (Prolog)
- 2013: Jan Bakelants in Ajaccio
- 2017: Bauke Mollema in Le Puy-en-Velay
- 2018: John Degenkolb in Roubaix
- 2021: Bauke Mollema in Quillan
- 2022: Mads Pedersen in Saint-Étienne
- 2023: Mads Pedersen in Limoges
- 2025: Jonathan Milan in Laval und Valence

Siege in anderen Wertungen: 4
- 2010 und 2012: Mannschaftswertung
- 2023: Giulio Ciccone (bester Kletterer)
- 2025: Jonathan Milan (Punktewertung)

Gelbe Trikots: 13
- 2011: Andy Schleck, ein Tag
- 2012: Fabian Cancellara, sieben Tage
- 2013: Jan Bakelants, zwei Tage
- 2015: Fabian Cancellara, ein Tag
- 2019: Giulio Ciccone, zwei Tage

TEILNAHMEN: 16 (seit 2010)

DIE ZAHL
15: Anzahl der Kopfsteinpflasterabschnitte (21,7 km insgesamt) auf der 9. Etappe der Tour de France 2018, die John Degenkolb unter großen Emotionen gewinnt, der sich nach einem schweren Unfall an die Spitze zurückkämpft.

MEILENSTEINE
- 6. Juli 2012: In Metz streift sich Fabian Cancellara zum 27. Mal das Gelbe Trikot über – ein Rekord für einen Fahrer, der keinen Gesamtsieg bei der Tour de France erzielt.

- 11. Juli 2019: Der Tour-Neuling Giulio Ciccone, der einen Monat zuvor beim Giro zum besten Kletterer gekrönt wird, entreißt in La Planche des Belles Filles Julian Alaphilippe vorübergehend das Gelbe Trikot und behält es für zwei Tage.

- 19. September 2020: Richie Porte steht im Alter von 35 Jahren als zweiter Australier nach Cadel Evans in Paris auf dem Siegerpodest der Tour de France.

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