Husarenstück von Nils Politt

Unerwartet und umso schöner. Als alle Welt mit einem Massensprint im Finale rechnete, gelang Nils Politt als Solist unweit der Arena von Nîmes der erste Etappensieg eines deutschen Fahrers. Sein größter Erfolg. Und das am Tag, an dem sein Teamkamerad Peter Sagan verletzt aufgeben musste. Lange hatte auch André Greipel auf seine Siegchance als Mitglied der Ausreißergruppe gehofft. Aber am Ende hatte Politt taktisch alles richtig gemacht und die entscheidenden Attacken gesetzt, was ihm zusätzlich die Auszeichnung „kämpferischster Fahrer“ einbrachte. Das bummelnde Feld kam eine Viertelstunde später im Ziel an.

Zusammenfassung - Etappe 12 - #TDF2021

Nervöser Beginn in St. Paul-Les-Trois-Châteaux. Startsprint vor Zielsprint. Bora-Hansgrohe mischte direkt vorne mit. Wind sorgte zusätzlich für Hektik. Und provozierte erste Abstände im Peloton der 155 von ursprünglich 184 gestarteten Fahrer. 13 Ausreißern gelang der Absprung: mit dabei Politt, Greipel, Alaphilippe, Matthews und Küng. Nach 20 km mit zwei Minuten Vorsprung vor dem Feld, in dem die zuvor distanzierten Fahrer wieder Aufnahme gefunden hatten. Und das seinen Frieden mit der Fluchtgruppe gemacht hatte, weil keiner den Trikotträgern gefährlich werden könnte. Nach 35 km über sechs Minuten Distanz, nach 50 km über neun. Nachführarbeit weiterhin Fehlanzeige. Ob die Fahrer einen Blick in die malerischen Gorges de l'Ardèche wagen konnten? 

Lange Harmonie, dann sorgte Politt für die Vorentscheidung  

Fast 12 Minuten vor dem Feld erreichte die Spitze den einzigen Berg des Tages, die Côte du Belvédère de Tharaux. In der Reihenfolge Nils Politt vor Stefan Küng fuhr die weiter gut harmonierende Gruppe ohne zu beschleunigen drüber. 20 km weiter war's jedoch mit der Harmonie vorbei. Politt attackierte, Connor Swift und Luka Mezgec setzten nach. Doch auch der Rest schloss die Lücke. Jetzt eine Attacke nach der anderen. Die Distanz zum Hauptfeld war da bereits auf 13 Minuten angestiegen. Hieß für Cavendish erst einmal keine Chance auf den 34. Etappensieg. Nach kurzer Ruhe eine erneute Attacke. Jetzt vier vorne: Erviti, Küng, Sweeny und Zehn km vor der Sprintwertung in Uzès hatte das Quartett 25 Sekunden Vorsprung auf seine Verfolger. Das Feld im leichten Regen 14:30 zurück. Beim Zwischensprint Politt Erster, vor Sweeny, Erviti und Küng. Es ging aber nur darum, den Vorsprung zu behaupten. Das gelang. 20 km vor Nîmes schon 45 Sekunden. Die Verfolger schienen zu resignieren.

Nils Pollits Fahrt ins Glück 

Als Sweeny attackierte, musste überraschend Küng passen. Ein Trio vorne, dann Küng, und eine Minute zurück die Gruppe Alaphilippe. 12 km vor dem Ziel beschleunigte plötzlich Politt. Die Begleiter zögerten und verloren den entscheidenden Boden. Und der Deutsche powerte weiter, so dass die Verfolger keine Chance mehr hatten, ihm den Sieg abzujagen. Im Gegenteil. Nils Politt, spielte seine Bahnfahrerqualitäten aus und vergrößerte den Vorsprung. Toller Sieg im Solo in Nîmes - der größte Erfolg seiner Laufbahn. Erviti und Sweeny auf den Plätzen. 

Das Feld war eine Viertelstunde später im Ziel. Bei den Trikotträgern keine Veränderungen. 

08/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 12 – Saint-Paul-Trois-Châteaux / Nîmes (159,4 km) - Tadej Pogacar (UAE TEAM EMIRATES) et Mark Cavendish (DECEUNINCK - QUICK - STEP)
08/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 12 – Saint-Paul-Trois-Châteaux / Nîmes (159,4 km) - Tadej Pogacar (UAE TEAM EMIRATES) et Mark Cavendish (DECEUNINCK - QUICK - STEP) © A.S.O./Charly Lopez
08/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 12 – Saint-Paul-Trois-Châteaux / Nîmes (159,4 km) -
08/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 12 – Saint-Paul-Trois-Châteaux / Nîmes (159,4 km) - © A.S.O./Charly Lopez
08/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 12 – Saint-Paul-Trois-Châteaux / Nîmes (159,4 km) -
08/07/2021 – Tour de France 2021 – Etape 12 – Saint-Paul-Trois-Châteaux / Nîmes (159,4 km) - © A.S.O./Charly Lopez

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