29/08 > 20/09/2020

Pogacar gewinnt, Bernal verliert

Ein faszinierendes Finale hinauf zum Colombier. Alles andere als ein Sonntagsspaziergang mit den drei steilen Anstiegen im letzten Drittel. Der Showdown der Favoriten überraschend ohne Bernal und Quintana, die ihre Hoffnungen auf Gelb  im letzten Berg schon früh begraben mussten. Im Schlusssprint Pogacar knapp vor Roglic und Porte. In der Gesamtwertung Roglic jetzt 40 Sekunden vor dem heutigen Sieger. Das Finale hatte alles - es fehlten nur die Fans! 

Lebhafter Beginn am Ortsausgang von Lyon. Statt einrollen Kampf um einen Platz in der Ausreißergruppe. Der kolumbianische Meister Higuita stürzte unglücklich zweimal hintereinander und musste aufgeben. Bei den Sprintern ließ Bennett Sagan nicht aus den Augen. Dennoch führten beide kurz das Feld an. Weitere Attacken, gleiches Schicksal: rasch eingeholt. Der Nächste bitte: Geschke (CCC) einige Radlängen voraus, weitere Fahrer sprangen hinzu. U.a. Trentin, Herrada und Rolland. Sah vielversprechend aus. Im mittelalterlichen Crémieu 25 Sekunden Vorsprung. Damit stand die Spitze um Geschke. Nach 50 km 1’25“ Vorsprung. Das Feld erholte sich derweil von der rasanten Startphase.

Ausreißer Trentin siegt vor Bennett und Sagan

Für Trentin machte sich die Flucht in Le Bouchage bezahlt: Drei Minuten vor dem Feld gewann er die Sprintwertung knapp vor Bonifazio und kassierte auf der Route d’Argent die Prämie und die maximale Punktzahl. Beim Sprint des Feldes wie gehabt Bennett vor Morkov und Sagan, der damit weitere zwei Punkte auf das Grüne Trikot verlor. Der Vorsprung wuchs auf über vier Minuten an. Mehr ließ Jumbo-Visma nicht zu. Nach 50 km im Schnitt ab km 100 ein neues Rennen: die Kraxelei begann. Erste Herausforderung der Berg-Trilogie der Sattel von Fromentel. Und das Gruppetto der Sprinter nahm Gestalt an.

Bergwertungen für Herrada bzw. Rolland

Trentin führte die Spitze in den Berg - für Teamkamerad Simon Geschke, der 5 km vor dem Gipfel beschleunigte. Rolland ging mit. Und Herrada. Neue Attacke des Deutschen, gleiches Bild. An der Spitze des schrumpfenden Hauptfeldes hatte Tony Martin fertig und ließ Gesink den Vortritt. Bora zahlte an allen Fronten für die Energieleistungen der letzten Tage. Aus deutscher Sicht sprang Geschke lange in die Bresche. Das Trio bekam vor dem Passhöhe Gesellschaft vom früheren Fluchtkollegen Gogl. Die Bergwertung auf dem Sattel (1. Kategorie) holte sich Herrada vor Rolland, Geschke und Gogl. Das Feld 3:20 dahinter. In der Abfahrt setzte sich Gogl ab und beschleunigte hinauf zum Col de la Biche. Rolland ließ Geschke und Herrada stehen und fuhr 2 km vor dem Gipfel zu Gogh auf. Und holte sich die Bergpunkte (1. Kategorie) vor Gogl und Herrada. Geschke abgehängt und bald vom Feld aufgesogen.

Ausscheidungsrennen zur Bergankunft mit Überraschungen

Nach langer Abfahrt der Schlussanstieg zum Jura-Riesen Le Colombier (höchste Kategorie HC). Die Ausreißer - ohne Herrada - um zwei Minuten vor den Favoriten. Kurz darauf schüttelte Rolland Gogl ab. Das Feld fullspeed eine Minute dahinter. Bei den Favoriten gerieten 13 km vor dem Gipfel überraschend Quintana und Bernal in Schwierigkeiten. Diesem Tempo fiel sogar Rolland zum Opfer. Verzweifelt versuchten Helfer ihre schwächelnden und weiter zurückfallenden Leader zur Spitze zurückzubringen. Vergeblich. In der Spitzengruppe attackierte Yates. Dumoulin fing ihn wieder ein. 12 Fahrer an der Spitze vor dem letzten Kilometer. Kurz vor dem Ziel griff Roglic an, dann Porte. Doch der Sieger war Pogacar im Herzschlagfinale vor seinem weiter in Gelb fahrenden Landsmann. Starker Dritter Porte. Die beiden Mitfavoriten Bernal und Quintana weit zurück. Fazit: Am Schluss doch noch ultraspannend. Und keine Veränderungen bei den Trikotträgern. Aber Bernal wird seinen Gesamtsieg in diesem Jahr wohl nicht wiederholen. Den morgigen Ruhetag werden alle nötig haben.

PAULINE BALLET
PAULINE BALLET © Pauline Ballet
#TDF2020 - Etappe 15 - Zusammenfassung

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