29/08 > 20/09/2020

Ausgabe 2020

Etappensiege 4
Gesamtklassement 9
Die fahrer im Rennen 6
Teamleiter : PEIPER Allan / PEDRAZZINI Simone

UAE TEAM EMIRATES

Das letzte noch in der WorldTour verbleibende italienische Team wechselt 2017 unter arabische Flagge. Nach der Tour de France 2016 gibt La Lampre die Übernahme durch ein chinesisches Konsortium bekannt. Aber vier Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, darunter die Fluggesellschaft Dubai Emirates, sichern den Fortbestand dieser Formation, die Giuseppe Saronni bereits seit seiner letzten Saison als Fahrer 1990 leitet und dabei je nach Jahren und Ereignissen im Hintergrund bleibt oder ins Rampenlicht tritt.  

La Lampre räumt häufig dem Giro d’Italia Vorrang ein. Die beste Platzierung eines seiner Fahrer in der abschließenden Gesamtwertung der Tour de France erzielt der Litauer Raimondas Rumšas, der 2002 auf das Podium steigt (3. Platz). In dem Jahr kommt Roberto Conti, der als dritter Italiener 1994 nach Fausto Coppi und Gianni Bugno in L’Alpe d’Huez gewinnt, in Paris auf den sechsten Platz. Damiano Cunego fährt 2011 auf den siebten Platz. Das blau-fuchsiafarbene Trikot des italienischen Herstellers von Stahlwalzprodukten wird 1993 erstmals bei der Tour gesichtet – dem Jahr, in dem der Usbeke Dschamolidin Abduschaparow seine beste Tour fährt. Er gewinnt drei Etappen und die Punktewertung. Das Team verschwindet von 1997 bis 1999 nach einer kurzlebigen Fusion mit Mapei von der Bildfläche, knüpft aber auf Betreiben der Familie Galbusera (Vater und Sohn führen das Unternehmen) wieder an seine Radsportgeschichte an und schickt einen anderen Sprinter ins Rennen: den Tschechen Ján Svorada. Er gewinnt vor und nach diesem Kapitel Etappen der Tour de France (1994 und 2001). Vor dem Aufstieg der italienischen Sprinter Daniele Bennati, Alessandro Petacchi und Sacha Modolo in den Teamfarben beschert die Formation Lampre der Tour de France einen ihrer emotionalsten Momente, als 2002 der junge Schweizer Rubens Bertogliati auf dem letzten Kilometer das Peloton zum Narren hält und zum großen Leidwesen von Erik Zabel, der noch einige Zeit Großmeister des Sprints bleibt, davonzieht.

Der Sieg, den sich Rubén Plaza 2005 in Gap im Alleingang holt, ist der bisher letzte Erfolg für La Lampre. Bei seinen drei Teilnahmen unter dem Namen UAE Team Emirates setzt das Team auf die Gesamtwertung und landet zweimal auf dem 8. Platz: 2017 mit dem hageren Südafrikaner Louis Meintjes und 2018 mit dem Iren Dan Martin, der als erster Fahrer einer im Mittleren Osten registrieren Formation einen Etappensieg schenkt. Alexander Kristoff erweitert die Liste der Erfolge 2019 um einen Etappensieg auf den Champs-Élysées, aber insgesamt tut sich die Formation in diesem Jahr kaum hervor (Fabio Aru und Dan Martin platzieren sich auf dem 14. bzw. 18. Rang der Gesamtwertung).

  • Finalsieg0
  • Etappensiege15
  • Gelbe Trikots2
  • Sonstige gewonnene Rennen4

Etappensiege : 15

  • 1993: Dschamolidin Abduschaparow in Vannes, Bordeaux und Paris
  • 1994: Ján Svorada im Futuroscope; Roberto Conti in L’Alpe-d’Huez
  • 1999: Ludo Dierckxsens in Saint-Étienne
  • 2001: Ján Svorada in Paris
  • 2002: Rubens Bertogliati in Luxemburg
  • 2007: Daniele Bennati in Castelsarrasin und in Paris
  • 2010: Alessandro Petacchi in Brüssel und in Reims
  • 2015: Rubén Plaza in Gap
  • 2018: Dan Martin in Mûr-de-Bretagne; Alexander Kristoff in Paris

Siege in anderen Wertungen : 4

  • 1993: Dschamolidin Abduschaparow (Punktewertung)
  • 2006: Damiano Cunego (bester Jungprofi)
  • 2010: Alessandro Petacchi (Punktewertung)
  • 2018: Dan Martin (kämpferischster Fahrer)

Gelbe Trikots : 2 

  • 2002: Rubens Bertogliati, zwei Tage

DIE ZAHL :

22: Tour-de-France-Teilnahmen der Formation La Lampre, die 2017 zu UAE Team Emirates wird, seit 1993 und seit 2005 ohne Unterbrechung

MEILENSTEINE

19. Juli 1994: Roberto Conti (6. Platz in der Gesamtwertung in Paris) gewinnt in L’Alpe d’Huez, obwohl La Lampre nur noch drei Fahrer im Rennen hat. Die anderen beiden sind der Sprinter Ján Svorada und der Mannschaftshelfer Marco Zen.

7. Juli 2002: Rubens Bertogliati belebt die Art von Ausritt wieder, die in Vergessenheit geraten ist. Im Alleingang überrumpelt er das Feld einen Kilometer vor dem Ziel, zieht davon und holt sich das Gelbe Trikot.

12. Juli 2012: In Mûr-de-Bretagne holt Dan Martin den ersten Etappensieg für ein Team, das den Mittleren Osten vertritt.

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