Freude bei Egan und Ewan

28 Juli 2019 - 21:38

Erst bummeln, dann sprinten - so verlief die letzte Etappe der ultraspannenden Tour de France 2019, die der Kolumbianer Egan Bernal erst in den Alpen für sich entschied. Knappe Abstände bis Platz 4, den der Deutsche Emanuel Buchmann belegt. Auf den Champs Elysées war erneut Caleb Ewan der Schnellste. Doch der erst 22jährige Kolumbianer überstrahlte alles.


Von Rambouillet, dem letzten Startort der diesjährigen großen Schleife, im Bummeltempo zum Ziel der Tour de France 2019 in der Pariser Innenstadt. Folglich erinnerte die erste Hälfte heute eher an eine Spazierfahrt der 155 Fahrer als an eine Tour de France-Etappe mit Ausreißversuchen und Attacken. Erst ab km 62 kam Leben in die nach über 3.000 km Strampelei müden Beine. Auch wenn es noch Berg- und Sprintpunkte zu gewinnen gab, war die Vergabe der begehrten Trikots spätestens seit Val Thorens klar. Gelb und weiß für den Kolumbianer Egan Bernal, Grün für Peter Sagan - mit neuem Rekord als siebenfacher Gewinner - und das gepunktete Trikot für Bardet, der damit doch noch eine Ehrung am Ziel der Tour erhielt, nach einem ansonsten für ihn enttäuschenden Verlauf.

Julian Alaphilippe kämpferischster Fahrer der Tour 2019
Zum Glück aus Sicht der Gastgeber waren Thibaut Pinot und vor allem Julian Alaphilippe in die Bresche gesprungen und hatten die Herzen der Franzosen und der Radsportfans weltweit erobert. Am Ende blieben beide ohne den möglichen Erfolg. Nach 14 Tagen in Gelb konnte sich Alaphilippe dank seines fighting spirits mit der Auszeichnung „kämpferischster Fahrer der Tour“ trösten. Womit er unter dem Jubel der Zuschauer in Paris geehrt wurde. Die deutschen Fahrer blieben ohne Einzelerfolg, zeigten aber durchweg gute Leistungen. Allen voran der Tour-Vierte Emanuel Buchmann, der stets auf Augenhöhe mit den Favoriten fuhr. Positiv überrascht hatte zudem der Neuling bei der großen Schleife Lennard Kämna mit einem vierten und einem sechsten Platz bei Hochgebirgsetappen.

Zum zweiten Mal Zieleinlauf nach 21.00 Uhr
Dass die Schluss-Etappe erst am frühen Abend gestartet wurde und demzufolge erst nach Einbruch der Dämmerung in Paris zu Ende ging, war eine letzte Würdigung des Jubiläums „100 Jahre Gelbes Trikot“. Eine ähnlich späte Ankunft gab es zuletzt 2013, als „100 Jahre Tour de France“ gefeiert wurde. Sicher bedeutete der späte Zieleinlauf bei allen live übertragenden TV-Sendern außerdem hohe Einschaltquoten.

Nils Politt noch einmal ausgerissen
Kurz nach 20.00 Uhr erreichten die Fahrer die Stadtgrenze von Paris. Nachzutragen sind noch die Sieger der beiden Berg-Wertungen im Abstand von vier Kilometern im ersten Drittel des Kurses. Zunächst siegte der lange im Bergtrikot fahrende Tim Wellens, dann Yoann Offredo. Am Beginn des Rundkurses wurde in Höhe des Arc de Triumphe „endlich“ attackiert. Vorne ein Quartett mit Nils Politt, der auch den zweiten Zwischensprint gewann, Tratnik, Scully und Fraile. In der Verfolgung vor allem die Sprinter-Teams Deceuninck-Quickstep und Lotto-Soudal.

Sprint royal auf den Champs-Élysées
Kurz vor der vorletzten Runde geschlossenes Feld. Die schnellen Meter auf den letzten 600 m. Dann ein royaler Sprint auf den in goldgelbes Licht getauchten Champs Elysées mit dem besseren Ende für Caleb Ewan, der auf den letzten Metern noch mit höchster Geschwindigkeit an Dylan Groenewegen vorbei zu seinem dritten Etappensieg sprintete. André Greipel bester Deutscher auf einem hervorragenden sechsten Platz, Nikias Arndt Neunter. Dann wurde nur noch gejubelt und gefeiert. 

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