29/08 > 20/09/2020

Ausgabe 2020

Etappensiege 0
Gesamtklassement 1
Die fahrer im Rennen 8
Teamleiter : ARRIETA Jose Luis / LASTRAS Pablo

MOVISTAR TEAM

Die in Pamplona zunächst im Amateurlager gegründete Formation kann stolze 37 Teilnahmen an der Tour de France vorweisen! Sie wird immer noch von Teamgründer Eusebio Unzué gemanagt, der lange die Zügel dem großen Weisen José Miguel Echávarri überließ! Die Verantwortlichen erinnern sich noch an ihren fulminanten Einstieg 1983, als es Ángel Arroyo auf Anhieb auf den zweiten Platz der Gesamtwertung hinter Laurent Fignon schafft. Der Formation gelingt ein vielbeachteter Doppelsieg im Zeitfahren am Puy de Dôme mit Pedro Delgado, der den dritten Erfolg eines Spaniers bei der Tour (1988) nach Federico Bahamontes und Luis Ocaña verbucht.

Die Bank Banesto löst die Aluminiumfabrik Reynolds ab und Miguel Indurain übernimmt den Staffelstab von Delgado. Der Junge vom Bauernhof aus Navarra bleibt dem Team bis zu seinem Abschied vom Radsport am 2. Januar 1997 treu und wird zur Ikone des spanischen Radsports. Echávarri und Unzué versuchen, die Erinnerung an ihn hochzuhalten, indem sie Abraham Olano und Alejandro Valverde ins Team holen. Die beiden feiern Gesamtsiege bei der Spanienrundfahrt, aber bei der Tour de France will es nicht gelingen, wo sie „nur“ Etappenerfolge verzeichnen. Kurioserweise bringt die Geschichte dem Hause Navarra das Gelbe Trikot in einer abenteuerlichen Episode zurück: Das Peloton gönnt 2006 Óscar Pereiro eine halbe Stunde Vorsprung, der seinerseits in den Pyrenäen 26 Minuten gelassen hatte.

Die bemerkenswert langlebige iberische Formation, die nacheinander unter den Namen Iles Balears, Caisse d’Épargne und Movistar antritt, kehrt selten mit leeren Händen von der Tour de France zurück. Valverde nutzt 2012 die letzte Chance in den Pyrenäen und siegt in Peyragudes. Er verpasst 2014 knapp eine Podiumsplatzierung (4. Platz), bevor es ihm 2015 mit 35 Jahren erstmals gelingt, einen der begehrten Plätze auf dem Siegerpodest (3. Platz) zu erheischen, während Nairo Quintana wie 2013 den zweiten Platz belegt. Der Kolumbianer klettert 2016 erneut aufs Podest (3. Platz), enttäuscht aber 2017 (12. Platz), während Valverde bereits im Eröffnungszeitfahren in Düsseldorf schwer stürzt. Movistar, die einzige verbleibende Formation der siechenden spanischen Radsportwelt, versteht es, den Staffelstab intern weiterzugeben und ist die wahre Tour-Truppe von früher und heute. Auch 2018 und 2019 behauptet sie trotz der Überlegenheit des inzwischen in Ineos umbenannten Team Sky wieder ihren Platz bei der Großen Rundfahrt gewinnt dank Quintana eine Gebirgsetappe und außerdem die Mannschaftswertung. Auch wenn sie keinen Fahrer auf dem Podium platziert, verzeichnet ihr Trio bestehend aus Mikel Landa, Nairo Quintana und Alejandro Valverde, die 2018 auf dem 7., 10. und 14. Platz landen, und 2019 den 6., 8. und 9. Platz belegen, jenseits des Podiums gute Platzierungen. Von dieser Truppe bleibt nur der inzwischen 40-jährige Weltmeister von 2018, der an der Seite von Enric Mas fahren wird, der zu Recht oder Unrecht manchmal als künftiger Contador gehandelt wird.

  • Finalsiege7
  • Etappensiege33
  • Gelbe Trikots79
  • Sonstige gewonnene Rennen12

Gesamtsiege : 7

  • 1988: Pedro Delgado
  • 1991, 1992, 1993, 1994, 1995: Miguel Indurain
  • 2006: Óscar Pereiro (nach Disqualifikation von Floyd Landis)

Etappensiege : 33

  • 1983: Ángel Arroyo am Puy de Dôme (Zeitfahren)
  • 1984: Ángel Arroyo in Morzine
  • 1985: Eduardo Chozas in Aurillac
  • 1986: Julián Gorospe in Saint-Étienne 
  • 1988: Pedro Delgado in Villard-de-Lans (Zeitfahren)
  • 1989: Miguel Indurain in Cauterets 
  • 1990: Miguel Indurain in Luz-Ardiden
  • 1991: Miguel Indurain in Alençon (Zeitfahren) und Mâcon (Zeitfahren) 
  • 1992: Miguel Indurain in Saint-Sébastien (Prolog), Luxemburg (Zeitfahren) und Blois (Zeitfahren) 
  • 1993: Miguel Indurain am Puy du Fou (Prolog) und Lac de Madine (Zeitfahren)
  • 1994: Miguel Indurain in Bergerac (Zeitfahren) 
  • 1995: Miguel Indurain in Seraing (Zeitfahren) und Lac de Vassivière (Zeitfahren)
  • 1997: Abraham Olano in Eurodisney (Zeitfahren)
  • 2000: Vicente Garcia Acosta in Draguignan
  • 2003: Juan Antonio Flecha in Toulouse; Pablo Lastras in Saint-Maixent-L’Ecole 
  • 2005: Alejandro Valverde in Courchevel 
  • 2008: Alejandro Valverde in Plumelec; Luis León Sánchez in Aurillac 
  • 2009: Luis León Sánchez in Saint-Girons 
  • 2011: Rui Costa in Super-Besse
  •  2012: Alejandro Valverde in Peyragudes
  • 2013: Rui Costa in Gap und Le Grand Bornand; Nairo Quintana in Annecy-Le Semnoz 
  • 2016: Ion Izagirre in Morzine
  • 2018: Nairo Quintana in Saint-Lary-Soulan/Col du Portet 
  • 2019: Nairo Quintana in Valloire

Siege in anderen Wertungen : 12

  • 1991: Mannschaftswertung
  • 1999: Mannschaftswertung
  • 2000: Francisco Mancebo (bester Jungprofi)
  • 2003: Denis Menschow (bester Jungprofi) 
  • 2004: Vladimir Karpets (bester Jungprofi)
  • 2013: Nairo Quintana (bester Kletterer und bester Jungprofi)
  • 2015: Nairo Quintana (bester Jungprofi) und Mannschaftswertung
  • 2016: Mannschaftswertung
  • 2018: Mannschaftswertung
  • 2019: Mannschaftswertung

Gelbe Trikots : 79

  • 1988: Pedro Delgado, elf Tage
  • 1991: Miguel Indurain, zehn Tage
  • 1992: Miguel Indurain, zehn Tage
  • 1993: Miguel Indurain, vierzehn Tage
  • 1994: Miguel Indurain, dreizehn Tage 
  • 1995: Miguel Indurain, dreizehn Tage
  • 2006: Óscar Pereiro, sechs Tage
  • 2008: Alejandro Valverde, zwei Tage

DIE ZAHL :

60: Anzahl der Gelben Trikots von Miguel Indurain

MEILENSTEINE

16. Juli 1983: Im 15,6 km langen Zeitfahren von Clermont-Ferrand zum Puy de Dôme gelingt es der Formation Reynolds bei ihrem Tour-Debüt mit zwei Neulingen die beiden ersten Plätze zu belegen: Ángel Arroyo (2. Platz in Paris hinter Laurent Fignon) und Pedro Delgado.

19. Juli 1991: Auf dem letzten Kilometer des Col du Tourmalet bricht der Vorjahressieger Greg LeMond ein und Miguel Indurain sichert sich mit einer rasanten Abfahrt in Gesellschaft von Claudio Chiappucci seinen ersten Sieg.

15. Juli 2006: Eine unglaubliche Wendung: Óscar Pereiro, der Pla de Beret mit 26 Minuten Rückstand erreicht, übernimmt nur wenige Tage später das Gelbe Trikot, als er in Montélimar mit 29’57’’ Vorsprung gegenüber dem Rest über die Ziellinie geht.

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