Kristoff und Thomas triumphieren in Paris

29 Juli 2018 - 19:39

Ein königlicher Schlusssprint auf den Champs-Elysées. Nachdem Yves Lampaert 200 m vor dem Ziel gerade noch gestellt wurde, fuhr Trek-Segafredp John Degenkolb in eine aussichtsreiche Position. Doch auf den letzten Metern fing ihn Alexander Kristoff noch ab. Somit Degenkolb hervorragender Zweiter. Arnaud Démare kam nicht mehr an ihm vorbei. Im Gesamtklassement und bei den Trikotträgern erneut keine Änderungen. Gesamtsieger: Geraint Thomas.

Vor dem Start zur letzten Etappe der Tour de France 2018 waren die meisten Fragen beantwortet - vorausgesetzt die 145 übrig gebliebenen Fahrer von ursprünglich 176 kamen unverletzt ins Ziel: Sieger und Träger des Gelben Trikots und zweifacher Etappensieger ist zum ersten Mal in seiner Karriere der Waliser Geraint Thomas. Träger des Grünen Trikots als Punktbester zum 6. Mal - wie Erik Zabel - Weltmeister Peter Sagan, der vor Paris dreimal der schnellste war. Träger des gepunkteten Trikots und damit bester Bergspezialist und ebenfalls zweifacher Sieger Julian Alaphilippe, der damit die Nachfolge seines Landsmanns Warren Barguil antrat. Träger des Weißen Trikots als bester Neoprofi (unter 25 Jahren) wurde Pierre Latour. Beste Mannschaft Movistar. Kämpferischster Fahrer der letzten drei Wochen: Dan Martin. Erwähnenswert auch Sylvain Chavanel, der in diesem Jahr seine 18. Tour bestritt. Soviel wie kein anderer.

Was bleibt darüber hinaus?

Aus Sicht der Gastgeber wieder kein einheimischer Sieger, nachdem Mitfavorit Romain Bardet von Anfang an mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen hatte: Defekte, als jeweils gerade die Post abging, frühe Ausfälle wichtiger Helfer im AG2R-Team und schließlich die Erkenntnis, dass er zu selten richtig gute Beine hatte. Anstelle eines Franzosen im Gelben Trikot wieder ein Brite - nach Wiggins und viermal Froome der Waliser Thomas. Wachablösung beim Team Sky. Von Froome auf Thomas. Dass ein Fahrer das Double Giro und Tour hintereinander schaffen kann, bewies Tom Dumoulin, der jeweils Zweiter wurde. Auffällige Fahrer bis zu ihrem unfreiwilligen Aus waren die Sprinter Fernando Gaviria und Dylan Groenewegen mit je zwei Siegen. Eine weitere Entdeckung war Primoz Roglic, der den Favoriten mit Überraschungsangriffen zusetzte. Einer der großen Pechvögel wie schon 2017 war BMC-Kapitän Richie Porte, der wie im Vorjahr in der 9. Etappe nach Sturz das Rennen verlassen musste. Auch Mitfavorit Vincenzo Nibali musste nach Sturzpech à la prochaine sagen.

Gute deutsche Bilanz - auch dank Degenkolb

Aus deutscher Sicht bleibt festzuhalten, dass die Sprinter Marcel Kittel und André Greipel aus den verschiedensten Gründen nicht an die Form und die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen konnten. Von elf in Norimoutier gestarteten erreichen nur sechs das Ziel in Paris. Ein Etappensieg und was für einer: Endlich triumphierte John Degenkolb „in seinem Garten“ auf den Straßen von Roubaix und entschädigte sich, sein Team und seine Fans für eine schwierige Vergangenheit seit seinem Sturz vor zwei Jahren. Die übrigen deutschen Fahrer hatten im wesentlichen Helferdienste zu erfüllen, die sie alle bravourös meisterten. Bester Deutscher wurde Simon Geschke vom deutschen Team Sunweb: ein Helfer auf Platz 25 - Chapeau. Die Bilanz der beiden deutschen Mannschaften im Feld fiel ebenfalls positiv aus: Sunweb eroberte mit dem Niederländer Tom Dumoulin Platz 2 in der Gesamtwertung. Und Bora-hansgrohe mit der schillerndsten Persönlichkeit im Feld, Peter Sagan, das Grüne Trikot.

Auf der Prachtstraße erfüllte sich Kristoff seinen Traum

So blieb am letzten Tag der Großen Schleife von 2018 die Frage: Wer gewinnt auf den Champs Elysées? Nach der Show und der Kür in den Straßen vor und in Paris, dem Genuss von Alkohol auf dem Rad - Champagner für Team Sky und seine neue Nummer 1 - hieß es spätestens auf den letzten 50 km noch einmal: Attacke. Doch zunächst nur eine Scheinattacke - eine Ehrenrunde für Sylvain Chavanel, dem bei seiner letzten Tour der Beifall sicher war. Dann der erste ernsthafte Angriff eines Sextetts mit Nils Politt (Katusha). Bora-hansgrohe (Sagan) und Groupama-FDJ (Démare) kontrollierten die Distanz zwischen 20 und 40 Sekunden. Bei den nächsten Runden beteiligte sich auch Cofidis (Laporte) an der Nachführarbeit. Sagan kam nach vorne. Vorsprung unter 30 Sekunden. In der vorletzten Runde beschleunigte Alaphilippe, just for fun. Inzwischen schmolz der Vorsprung - nur noch 10 Sekunden. Da versuchte Nils Politt wegzuspringen und ging als Erster in die letzte Runde. Doch zwei Kilometer später war auch er gestellt. Nächste Attacke von Yves Lampaert. Erst auf den letzten Metern wurde er gerade noch eingeholt, und der finale Sprint begann. Degenkolb vorne, links Kristoff, rechts Démare. Was für ein Finish. Und Kristoff schob sein Rad auf den letzten Metern an dem Deutschen vorbei, der knapp geschlagen toller Zweiter vor der französischen Hoffnung Démare wurde.

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