Ausgabe 2022

Etappesiege 0
Gesamtklassement 16
Die fahrer im Rennen 5
Teamleiter : DELOEUIL Alain / FERNANDEZ Bingen

Geschichte

Im ersten Jahr ihres Bestehens (1997) unter Leitung von Cyrille Guimard lockt die Formation Cofidis zu Beginn ihrer Geschichte die großen Namen des internationalen Radsports, die aber in ihren Farben bei der Tour de France nicht glänzen können: Lance Armstrong, Maurizio Fondriest, Tony Rominger, Francesco Casagrande, Frank Vandenbroucke usw. Der Amerikaner Bobby Julich (mit dem späten Doping-Geständnis) wird bei der Tour 1998 zwar Dritter der Gesamtwertung, aber erst 2000, als das schottische Talent David Millar bei seinem Tour-Debüt gleich das Gelbe Trikot trägt (bezeichnenderweise im Futuroscope), beginnt ein neues Kapitel in der Teamgeschichte und die von einem Kreditinstitut gesponserte Formation bringt Frankreich im Juli zum Strahlen.

Es ist vor allem ein weiterer Fahrer mit Vornamen David, der die Langlebigkeit des Radsport-Sponsors aus dem Norden verkörpert: David Moncoutié. Bei elf Tour-Teilnahmen verbucht der Kletterer jedes Jahr Erfolge und durchlebt die Irrungen und Wirrungen von Cofidis. Er gewinnt zwei Etappen, die erste davon in Figeac in seinem Heimat-Departement Lot, was in den Tour-Annalen selten ist!

Der Stern von Cofidis verblasst zwischenzeitlich etwas mit dem freiwilligen Abstieg zum Zweitdivisionär 2009 und dem Verlust seiner besten Fahrer wie Sylvain Chavanel, dem letzten Etappensieger von Cofidis (2008). Der Straßenradrennfahrer und Sprinter Christophe Laporte fährt 2018 in einem Duell mit Arnaud Démare, wie es der französische Radsport in einem Massensprint bei der Tour de France seit Jacques Esclassan und Yvon Bertin in Saint-Amand-les-Eaux vor 40 Jahren nicht mehr erlebt hatte, in Pau haarscharf am Sieg vorbei. 2019 vom Pech verfolgt, hat das inzwischen von Cédric Vasseur geleitete Team mit der Rekrutierung von Guillaume Martin im Gebirge wieder ein Wörtchen mitzureden: Er liegt bei der Tour 2020 nach den Pyrenäen und vor einem Sturz auf dem dritten Platz der Gesamtwertung und ist am Ende mit Rang 11 der bestplatzierte Franzose. 2021 hat er einen weiteren Schritt nach vorne gemacht: Achter der Tour und Neunter der Vuelta. Lange Ausreißerfahrten im Mittelgebirge sind seine Spezialität, es geht aber nicht immer nur geradeaus bei ihm: Bei der letzten Tour de France war er bis zur 14. Etappe noch Zweitplatzierter hinter Tadej Pogačar, fiel aber dann von einem Tag auf den nächsten zurück, als er in einer Abfahrt den Kontakt zu den Favoriten verlor. Seine Beständigkeit auf höchstem Niveau ist beispielhaft, aber es fehlt ihm noch der wirklich große Erfolg, den er auch beim diesjährigen Giro nicht erreicht hat (14. der Gesamtwertung und beste Platzierung als Etappensiebter).

  • Finalsieg0
  • Etappensiege10
  • Gelbe Trikots5
  • Sonstige verdientes Rennen0

Gesamtsiege: 0
Ehrenplätze: 1
- 1998: Bobby Julich, Dritter
Etappensiege: 10
- 1997: Laurent Desbiens in Perpignan (nach Disqualifikation von Sergej Outchakov)
- 2000: David Millar im Futuroscope (Zeitfahren)
- 2002: David Millar in Béziers
- 2003: David Millar in Nantes (Zeitfahren)
- 2004: Stuart O’Grady in Chartres und David Moncoutié in Figeac
- 2005: David Moncoutié in Digne-les-Bains
- 2006: Jimmy Casper in Straßburg
- 2008: Samuel Dumoulin in Nantes und Sylvain Chavanel in Montluçon
Siege in anderen Wertungen: 3
- 1998: Christophe Rinero (bester Kletterer) und Mannschaftswertung
- 2008: Sylvain Chavanel (kämpferischster Fahrer)
Gelbe Trikots: 5
- 1998: Laurent Desbiens, zwei Tage
- 2000: David Millar, drei Tage

DIE ZAHL:
25 – Anzahl der Teilnahmen an der Tour de France (ohne Unterbrechung seit 1997).

MEILENSTEINE
2. August 1998: Cofidis gewinnt die Mannschaftswertung auf den Champs-Elysées.
1. Juli 2000: Dem jungen David Millar gelingt mit seinem Sieg im Eröffnungszeitfahren im Futuroscope bei der ersten Tour im neuen Jahrtausend eine Sensation.
15. Juli 2004: David Moncoutié ist einer der wenigen Fahrer, der eine Etappe in seiner Heimat gewinnen kann: Figeac im Departement Lot.

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