Gemischte Geühle bei Red Bull-Bora-hansgrohe. Nach dem Drama um Jonas Vingegaard am Sonntag heute die Wiederholung mit Florian Lipowitz. Folgenschwerer Sturz und Aufgabe. Mit toller Moral und bestens positioniert in der Tageswertung stürzte er in einer Kurve so heftig, dass er das Rennen und die Tour aufgeben musste. Währenddessen stürmte sein Mannschaftskollege Remco Evenepoel mit großem Vorsprung ins Ziel - sein zweiter Etappensieg hintereinander und heute sogar 28’’ vor Tadej Pogacar.
Die erste Referenzzeit fuhr Joshua Tarling vom Team Ineos mit 34’21’’ und einem Schnitt von knapp 46 km/h zwischen Évia-les-Bains und Thonon-les-Bains heraus. Im direkten Duell mit Huub Artz (LOI) war er 28’’ schneller. Als Tarlings Teamkollege Philippo Ganna, mehrfacher Weltmeister in dieser Disziplin, von der Rampe fuhr, hatten viele auf eine neue Bestzeit getippt. Doch im Ziel hatte er 4’’ länger für die anstrengende Strecke benötigt. Schneller war Bruno Armirail (TVL): neue Bestzeit: 34’14’’. Nicht lange, denn Mattia Cattaneo (RBH) war um 13’’ schneller unterwegs. Vom Jäger zum Gejagten: Felix Großschartner (UAE) drehte auf. Erst schneller, dann langsamer als Cattaneo um 25’’. Ärgerliches Finale für Thymen Arensmann (IGD). Obwohl die Uhr schon lief und er um einige Sekunden zu spät zum Start kam, hätte er Cattaneo fast noch abgefangen. Es fehlten ihm 5’’.
Schwerer Sturz von Florian Lipowitz
Als sich die ersten 10 der Gesamtwertung von Jegat bis Pogacar auf den Start vorbereiteten, saß Cattaneo noch auf dem heißen Stuhl. Erste Gefahr drohte von Pidcock, der aber das Tempo nicht halten konnte. Anders Mattia Skjelmose (LTK) mit großem Vorsprung vor Cattaneo auch im Ziel. Bei der letzten Zwischenzeit lag Lipowitz nur 3’’ als Zweiter hinter ihm. Doch dann das Ende aller Träume: Der Deutsche rutschte in einer Kurve und stürzte schwer auf die linke Schulter. Wie Vingegaard am Sonntag musste heute die große deutsche Radsporthoffnung aufgeben. Der Vorjahrsdritte teilte damit das Schicksal mit dem Vorjahrszweiten! Tadej Pogacar kam mit hoher Geschwindigkeit in diese Kurve, konnte sich aber gerade noch abfangen. Unangefochten spurtete Remco Evenepoel ins Ziel und siegte am belgischen Nationalfeiertag. Sein zweiter Etappensieg in Folge. Pogacar, Skelmose, Seixas, del Toro auf den Plätzen. Dann Cattaneo.
Die Hoffnung auf den besten Deutschen - begraben
Die deutschen Starter spielten von A bis Z, von Ackermann (JAY) bis Zimmermann (EFE), wie erwartet bei der Vergabe der ersten Plätze keine Rolle. Sie hatten sich bei diesem Zeitfahren von Anfang an wenig ausgerechnet und ihre nicht vorhandenen Chancen richtig kalkuliert und deshalb auf ein vorheriges Abfahren der Strecke anders als die Favoriten verzichtet. Vor allem die Sprinter sparten Kräfte für die morgige Flachetappe. Einzig der deutsche Meister Felix Engelhardt (JAY) schien mit voller Kraft zu fahren und wurde nach dem Ausscheiden von Lipowitz bester Deutscher. Ohne den Vorjahrsdritten beginnen morgen die letzten fünf Tage der Tour 2026.

