Das Beste kommt zum Schluss! Das doppelte Alpe d’Huez-Erlebnis an zwei Tagen hintereinander zum Ende der Tour de France 2026. In den Hauptrollen nicht Jack Nicholson und Morgan Freeman wie in dem Film von 2007 sondern die Kapitäne Tadej Pogacar, Remco Evenepoel und Paul Seixas. Zweimal müssen die 163 Fahrer am Freitag und Samstag am Ende der 19. und 20. Etappe auf die Alpe klettern - einmal traditionell und einmal auf neuen Pfaden. Was für ein Tour-Finale im Hochgebirge vor der Schlussrunde von Thoiry nach Paris am Sonntag.
Auf dem Tagesprogramm stehen heute vergleichsweise nur 127,9 km zwischen Gap und Alpe d’Huez, dem wohl legendärsten Gipfel in der Geschichte der Tour de France. Die Bergankunft schlechthin mit ihren berühmten 21 Haarnadelkurven von Bourg d’Oisans zum Ziel in 1850 m Höhe. 16,3 km mit im Schnitt 8,1 % und Passagen von 9 bis fast 12 %. Natürlich Ehrenkategorie.
Am Anfang schwer, in der Mitte ruhiger
Die Etappe beginnt mit zwei Anstiegen auf den ersten 25 km. Vom Start weg klettern lautet die Devise, von Gap zum Col Bayard, Berg der 2. Kategorie (4,8 km, 7,2 %). Nach der Abfahrt auf der Route National 85 biegt die Strecke nach Westen auf die D 17 Richtung Col du Noyer ab. Zum Gipfel dieses Berges der Kategorie 1 muss über 7 km mit durchschnittlich 8,5 % und Abschnitten von 9 bis 10,4 % Steigung gekraxelt werden. Auch wenn der Kurs hügelig bleibt, sollte sich das Rennen auf den nächsten ca. 50 km bis zum Zwischensprint beruhigen. Selbst für Mads Pedersen könnte der erste Teil der Etappe zu schwer sein, um hier nochmal um Punkte zu sprinten. Direkt danach geht es zur dritten Herausforderung, dem Col d’Ornon, Berg der 2. Kategorie (5,4 km mit 6,4 %). Von 1.371 m führt die Strecke abwärts nach Bourg d’Oisans, der Gemeinde am Fuß des finalen Anstiegs.
Pogacar will in Alpe d'Huez gewinnen
Die Tour ist erst in Paris zu Ende, und das gilt auch in diesem Jahr. Selbst der Führende Tadej Pogacar, den viele schon für den sicheren Gesamtsieger halten, muss mit Unwägbarkeiten kämpfen. Sein Team ist angeschlagen, Brandon McNulty schon gar nicht mehr dabei, dazu haben die Ausfälle von Jonas Vingegaard oder Florian Lipowitz gezeigt, dass alles von einer auf die andere Sekunde vorbei sein kann. Pogacar würde auf dem Weg zu seinem fünften Toursieg nur zu gerne zum ersten Mal in Alpe d’Huez jubeln, und wie man ihn kennt, reizt ihn der heutige Tag besonders. Denn heute führt die Strecke über die klassische Route hinauf, während die Fahrer morgen, auf einer insgesamt noch schwereren Etappe, erstmalig über den Col de Sarenne nach oben fahren. Vom Zustand seines Teams wird auch abhängen, ob sich Isaac del Toro der Verteidigung seines Weißen Trikots und von Platz drei in der Gesamtwertung widmen darf, oder ob er als Helfer für den Chef gebraucht wird. Das wiederum könnte Paul Seixas entgegenkommen, der seine erste Tour selbst in Weiß und auf dem Podium beenden will. Bleibt noch Remco Evenepoel, der am Sonntag seine erste Hochgebirgsetappe bei der Tour gewann und, wenn auch ohne Lipowitz, eher nach oben als nach unten schielt. Lidl-Trek hat mit Mattias Skjelmose und Juan Ayuso auch noch zwei Fahrer in den Top 6. Und falls Valentin Paret-Peintre das Projekt Bergtrikot weiterverfolgen will, muss er Punkte holen wo er nur kann.
Auf der relativ kurzen Etappe mit dennoch 3.500 Höhenmetern müssen die Fahrer letzte Kräfte mobilisieren - ob als Helfer eines favorisierten Teams oder als Ausreißer mit eigenen Ambitionen. Der Gewinner wird in die Geschichte ein

