29/08 > 20/09/2020

Kragh Andersen macht's alleine

Peter Sagan wollte sich die Chancen auf das Grüne Trikot erhalten. Also bestimmte Bora-hansgrohe wie zuletzt - trotz Ausreißer Stefan Küng - die Etappe nach Lyon und hängte Sam Bennett und viele andere Sprinter ab. Dennoch ging die Rechnung nur teilweise auf; denn Boras aufopferungsvolle Teamarbeit wurde nicht wie erhofft belohnt. Statt Sagan gewann in Lyon Soren Kragh Andersen aus dem zweiten deutschen Team, Sunweb! 

Vom Start weg viele Attacken im Feld der 158 Fahrer. Zwei konnten sich lösen: Cees Bol (SUN) und Edward Theuns (TFS). Stefan Küng (FDJ) kam dazu. Das Trio konnte sich absetzen. Doch dann überlegte es sich Sunweb anders, so dass Theuns und Küng jetzt die Spitze bildeten. Auf der Côte du Chateau, kurz aber steil (4. Kategorie), holte sich Küng den Punkt vor Theuns, ca. 3 Minuten vor dem Peloton. Bei der einzigen Sprintwertung in Courpière umgekehrte Reihenfolge: Theuns vor Küng. Und dann schon Sagan und Schachmann. Die beiden waren an der Bergwertung ausgerissen und sorgten dafür, dass Bennett erst mit einigem Abstand als Sechster ins Ziel kam.

Bora drückte wieder und wieder aufs Tempo

Weiter ansteigend hinauf zur Côte du Béal in 1.390 m Höhe. Nach über 10 km Bergauffahrt fuhr Küng eine halbe Minute vor Theuns über den Berg der 2. Kategorie. Dank der dynamischen Fahrweise von Bora war der Vorsprung von fast sechs Minuten auf die Hälfte geschrumpft. Jetzt musste Bennett trotz der Hilfe seines Teams abreißen lassen. Und Bora hielt das Tempo hoch. Gift für fast alle Sprinter. Die Favoriten auf den Gesamtsieg blieben aufmerksam am deutschen Team dran. Bora animierte wie seit Tagen die Tour mit aggressivem Fahrstil im Kampf um das Grüne Trikot.

Der Fernkampf um Grün ging weiter

Schwierigkeit Nr. 3 die Côte de Courreau auf über tausend Meter. Theuns zurück im Feld, Küng am Beginn des Aufstiegs knapp 2 Minuten voraus. Bennett & Co jetzt über eine Minute hinter dem Feld. Der Ausreißer überfuhr die Kuppe 50 Sekunden vor Bora und CCC an der Spitze des Pelotons. Von nun an erst einmal 14 km bergab. Die Verfolger ließen nicht nach und machten weiter Druck auf den Solisten - nur noch 25 Sekunden voraus. Und nach der Verpflegungszone kehrte Küng ins Feld zurück. Bevor der Kurs erneut anstieg, nahmen Bennett & Co die Beine hoch. Der Abstand wuchs rasch auf über sechs Minuten. Sagans Chancen stiegen.

Sunweb frischer

Nicht kategorisiert und dennoch kraftraubend der Anstieg zum fast 900 m hohen Col des Brosses, 40 km vor Lyon. Das Hauptfeld bzw. das, was von ihm übrig war - ca. 60 Fahrer saßen schon seit einiger Zeit im Bus, der mit 10minütiger Verspätung auf der Höhe ankam - drückte dank der Teams Bora und CCC in der Abfahrt weiter aufs Gaspedal. Die beiden letzten Berge der 4. Kategorie 9,5 km bzw. 4,5 km vor dem Ziel nahm das Peloton rasend schnell unter die Räder mit Jumbo-Visma und Ineos an der Spitze. Dennoch Ausreißversuche. Überraschend auch wieder Kämna, dann De Gendt und Alaphilippe. Sagan kam nach vorne. Doch die entscheidende Attacke kam von Sunweb, Profiteur Andersen von diesem unter deutscher Lizenz fahrenden Team. Der als Gewinner in Lyon den zweiten Sieg seiner Mannschaft einfuhr. Peter Sagan als 4. kam mit plus 18 Punkten zwar näher an Sam Bennett heran, aber für einen Sieg hatte er nach all der Arbeit - Bora machte 80 % Führungsarbeit - nicht mehr die Beine. Morgen Pause für die Sprinter - zumindest nach dem ersten Renndrittel.   

Zusammenfassung der 14. Etappe

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