29/08 > 20/09/2020

Hirschi siegt im dritten Versuch

Die längste Etappe der 107. Tour de France sah unbestritten mit dem 22-jährigen Schweizer Marc Hirschi einen verdienten Sieger. Im dritten Anlauf nach einem 2. und einem 3. Platz attackierte er im richtigen Moment. Die Taktik von Bora-hansgrohe war erneut nur teilweise aufgegangen: Zwar konnte Bennett im Grünen Trikot abgehängt werden, aber Sagan konnte als Sieger des Sprints im Hauptfeld nur wenig Kapital daraus schlagen. Bei den Trikotträgern keine Veränderungen.

Sagan und sein „Schatten“

Vom Start weg in Chauvigny erste Attacken. Nach knapp 10 km ließ das Feld vier Ausreißer gewähren: zwei Deutsche und zwei Spanier. Politt und Walscheid sowie Erviti und Sanchez. Aus dem Feld heraus versuchten weitere Fahrer nach vorne zu springen. Auch Peter Sagan machte kurz Tempo - offensichtlich um Sam Bennett, der ihn nicht aus den Augen ließ, zu testen. Nach 20 km schneller Fahrt wuchs der Vorsprung leicht an. Dennoch keine Ruhe im Feld. In „chasse-patate“ - zwischen Feld und Fluchtgruppe - Burgaudeau und Asgreen. Bora war damit nicht einverstanden und setzte sich an die Spitze des Pelotons.

Zwischensprint für Politt - und Bennett

Bei km 51 der einzige Zwischensprint. Politt zog kurz an und holte sich Prämie und Punkte. Das Quartett etwas mehr als zwei Minuten vor dem Feld und eine vor dem Verfolgerduo. Im Sprint des Hauptfeldes die üblichen Verdächtigen vorne: einmal mehr Bennett dank Morkov vor Sagan. Danach gleiches Bild: 4 Ausreißer, 2 Verfolger, Team Bora plus Peloton. Kurz darauf Zusammenschluss der beiden Ausreißergruppen. Jetzt  ein Sextett längere Zeit um 2 Minuten vor dem weit auseinander gezogenen Feld.

Ausreißer ohne wirklichen Spielraum

Im kurzen aber knackigen Anstieg zur ersten Côte der 4. Kategorie schnappte sich Burgaudeau den einen Wertungspunkt. Dahinter wie gehabt Bora jetzt plus CCC mit Simon Geschke. Die Route führte durch den Wohnort von „Poupou“ Raymond Poulidor. Nächster Berg. Wieder 4. Kategorie, aber weniger steil. Und wieder Burgaudeau Erster. Zwei Minuten dahinter das Feld. Nach 51,4 km in der ersten Stunde war das Tempo gesunken - auf einen Gesamtschnitt von 43,2 km/h, knapp über dem errechneten mittleren Schnitt.

Marc Hirschi beherrscht Berg- und Talfahrt

Ab jetzt ging es 70 km rauf und runter. Und das Spiel mit der Spitzengruppe ging weiter. Richtung Côte de la Croix du Pay. Vorne erste Attacken. Nach über 170 km in den Beinen begann die Leidenszeit vor allem für die Sprinter. Das Feld  mit den Teams der Klassementfahrer kam rasch näher. Erviti und Asgreen wehrten sich am längsten. Jetzt Sunweb mit hohem Tempo und drei Fahrern an der Spitze. Dabei Hirschi und erfreulicherweise auch Schachmann. Und Soler, der sich die Bergwertung sicherte. Kämna in der Verfolgergruppe. Beim Aufstieg zum Suc au May (2. Kategorie) mit Rampen bis zu 17 % konnte sich Hirschi lösen und hatte auf dem Gipfel 20 Sekunden vor Soler und Schachmann; weitere 20 Sekunden dahinter eine größere Verfolger-Gruppe mit Alaphilippe. Das Gelbe Trikot bereits mit über einer Minute Rückstand. Die Bonussekunden ohne Einfluss.

Etappensieg im 3. Anlauf

Abfahrt mit Licht und Schatten. Hirschi mit viel Risiko schneller als die beiden Verfolger. Die ihrerseits von der Gruppe Alaphilippe eingeholt wurden. Sagan kämpfte sich ins Feld zurück. Auch bergauf vergrößerte der junge Schweizer den Vorsprung. Knapp 5 km vor Sarran attackierte Alaphilippe. Schachmann holte ihn zurück. Vorteil Hirschi. 50 Sekunden voraus. Noch drei Kilometer. Er ließ sich jetzt den Sieg nicht mehr nehmen. Im Stile seines großen Vorbildes Cancellara holte er sich seinen ersten Etappensieg.

 

 

10/09/2020 - Tour de France 2020 - Etape 12 - Chauvigny / Sarran (218 km) - Marc HIRSCHI (TEAM SUNWEB) - Vainqueur à Sarran
10/09/2020 - Tour de France 2020 - Etape 12 - Chauvigny / Sarran (218 km) - Marc HIRSCHI (TEAM SUNWEB) - Vainqueur à Sarran © PresseSports/Bernard Papon
#TDF2020 - Etappe 12 - Zusammenfassung

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