De Gendt und Alaphilippe ganz oben

13 Juli 2019 - 17:39

Unglaubliches Finale mit dem verdienten Etappenerfolg von Thomas De Gendt und der ebenso verdienten Rückeroberung des Gelben Trikots durch Julian Alaphilippe. Vor dem Nationalfeiertag zwei Franzosen auf dem Podium, denn Thibaut Pinot ersprintete sich den zweiten Platz und damit Platz 3 im Gesamtklassement.


Am Start ein Fahrer weniger: Tejay van Garderen musste nach einm Bruch der linken Hand aufgeben. Kaum hatte Tour-Direktor Christian Prudhomme das Rennen freigegeben, wurde attackiert. Thomas De Gendt, Niki Terpstra und Ben King gewannen rasch Land; Mads Würtz setzte im Gegensatz zu Alessandro De Marchi vergeblich nach. Fortan wechselte sich ein Quartett in der Führungsarbeit ab und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Auch weil das Feld nicht direkt nachsetzte. Beim Zwischensprint über vier Minuten.

Erst Zwischensprint dann erste Bergwertung
Die Sprintwertung holte sich Terpstra vor De Gendt, King und De Marchi. Im Feld war Viviani der Schnellste vor Sagan, Matthews, Colbrelli & Co. Kurz darauf begannen die Feindseligkeiten mit dem Terrain: Der erste der sieben Berge. Abgesehen von Offredo und Laporte, beide offensichtlich krank, ging es mit Tempo über den Berg der 2. Kategorie. De Gendt vor King, De Marchi und Terpstra lautete die Reihenfolge. Das Feld mit Marcus Burghardt an der Spitze folgte 4:40 Minuten später.

Bergführer Thomas de Gendt
Wenige später das nächste Hindernis: der zweite Berges der 2. Kategorie. Die ersten Sprinter bekamen Probleme. Unbeeindruckt sicherte sich De Gendt die nächsten 5 Punkte. Dahinter wie gehabt. Das Feld kontrollierte den Vorsprung, der jetzt kontinuierlich schmolz. Im Anstieg auf den 3. Berg der 2. Kategorie mit 9 Prozent im Schnitt - kürzer aber steiler - waren es noch dreieinhalb Minuten. Der Schnitt war auf 35,9 km gesunken. Auf der Anhöhe gleiches Bild wie zuvor: De Gendt vor seinen Fluchtkollegen. Im nächsten Anstieg die Verpflegungskontrolle. De Gendt setzte sein Punktesammeln fort: Zwei weitere beim vierten Berg, diesmal 3. Kategorie, vor King. Der Vorsprung sank knapp 100 km vor Saint-Etienne unter drei Minuten. Um bei der nächsten Kletterpartie wieder anzusteigen. Zugleich fiel das Quartett an der Spitze auseinander - Terpstra und King konnten das Tempo von De Gendt und De Marchi bergauf zum 5. Berg der 2. Kategorie nicht mitgehen. Wieder 5 Punkte für den Belgier. Da meldete Radio Tour die Aufgabe von Christophe Laporte.

Zwei gegen den Rest
Jetzt nur noch ein Duo in Front, zwei Verfolger bald Teil des Feldes, bei dem Astana und Ineos jetzt aufs Gaspedal drückten. Später auch Education First. Das hieß Pause für Sunweb und Bora. Berg Nr. 6 wieder 2. Kategorie, wieder De Gendt vor De Marchi. Immer noch mehr als drei Minuten vor dem Feld. Weiter rauf und runter. Mal waren die Sprinter inkl. Peter Sagan abgehängt, mal kämpften sie sich ins Feld zurück. Der Vorsprung der beiden stark fahrenden Spitzenreiter sank unter zwei Minuten. Noch 25 km. Der letzte Berg kündigte sich an - mit entscheidender Bedeutung.

Ineos stürzt, De Gendt geht
Kurz vor dem Anstieg Sturz des Vorjahrssiegers Geraint Thomas. Teamkollegen brachten ihn ins Feld zurück. Vorne attackierte De Gendt und ließ De Marchi stehen. 35 Sekunden vor dem Feld erreichte er den Gipfel - sieben auf einen Streit. Welche Leistung! Das hieß kämpferischster Fahrer. Und im Feld attackierte Alaphilippe, nur Pinot konnte ihm folgen. Alaphilippe machte als zweiter am Berg 5 (Bonus-)Sekunden auf Gelb gut.  

7 auf einen Streich
Am Ende rettete der eigentliche Held des Tages, Thomas de Gendt, sechs Sekunden Vorsprung ins Ziel in Saint-Étienne, nachdem er alle sieben Berge des Tages als Erster erobert und praktisch die gesamten 200 km vorne zurückgelegt hatte. Zweiter wurde Thibaut Pinot vor Julian Alaphilippe, der damit das Gelbe Trikot zurückgewann. Ein wiederum unglaubliches Finale, bei dem für die Franzosen einen Tag vor ihrem Nationalfeiertag erneut ein Traum in Erfüllung ging. Das Grüne Trikot verteidigte Peter Sagan mit einer enormen Energieleistung in der Stadt der grünen Fußballer (Allez les Verts) und sprintete hinter Matthews auf Platz 5 - noch vor den Tour-Favoriten Bernal und Thomas. Trotz der sieben Bergwertungen für De Gendt verteidigte sein Mannschaftskamerad Tim Wellens das Bergtrikot. Das Weiße Trikot blieb auf den Schultern des bisherigen Gelb-Trägers Guilio Ciccone. Emanuel Buchmann kam mit den Favoriten ins Ziel und ist nun Gesamt-Zehnter. Was für ein Finish.

Teufelslappen - Etappe 8 - Tour de France 2019

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