Ausgabe 2022

Etappensiege 0
Gesamtklassement 6
Die fahrer im Rennen 8
Teamleiter : HAUPTMAN Andrej / PEDRAZZINI Simone

Geschichte

Das letzte noch in der WorldTour verbliebene italienische Team wechselt 2017 unter arabische Flagge. Nach der Tour de France 2016 gibt Lampre die Übernahme durch ein chinesisches Konsortium bekannt. Aber vier Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, darunter die Fluggesellschaft Dubai Emirates, sichern den Fortbestand dieser Formation, die Giuseppe Saronni bereits seit seiner letzten Saison als Fahrer 1990 leitet und dabei je nach Jahren und Ereignissen im Hintergrund bleibt oder ins Rampenlicht tritt.

Lampre räumt häufig dem Giro d’Italia Vorrang ein. Die beste Platzierung eines seiner Fahrer in der Gesamtwertung der Tour de France erzielt der Litauer Raimondas Rumšas, der 2002 auf das Podium steigt (3. Platz). In dem Jahr kommt Roberto Conti, der als dritter Italiener 1994 nach Fausto Coppi und Gianni Bugno in Alpe d’Huez gewinnt, in Paris auf den sechsten Platz. Damiano Cunego fährt 2011 auf den siebten Platz. Das blau- und magentafarbene Trikot des italienischen Herstellers von Walzstahlerzeugnissen wird 1993 erstmals bei der Tour gesichtet – dem Jahr, in dem der Usbeke Dschamolidin Abduschaparow seine beste Tour fährt. Er gewinnt drei Etappen und die Punktewertung. Das Team verschwindet von 1997 bis 1999 nach einer kurzlebigen Fusion mit Mapei von der Bildfläche, knüpft aber auf Betreiben der Familie Galbusera (Vater und Sohn leiten die Geschicke) wieder an seine Radsportgeschichte an und schickt einen anderen Sprinter ins Rennen: den Tschechen Ján Svorada. Er gewinnt vor und nach diesem Kapitel Etappen der Tour de France (1994 und 2001). Vor dem Aufstieg der italienischen Sprinter Daniele Bennati, Alessandro Petacchi und Sacha Modolo in den Teamfarben beschert die Formation Lampre der Tour de France einen ihrer bewegendsten Momente, als 2002 der junge Schweizer Rubens Bertogliati auf dem letzten Kilometer das Peloton zum Narren hält und zum großen Leidwesen von Erik Zabel, der noch einige Zeit Großmeister des Sprints bleibt, davonzieht.

Der Sieg, den sich Rubén Plaza 2015 in Gap im Alleingang holt, ist der bisher letzte Erfolg für Lampre.
Bei seinen vier Teilnahmen unter dem Namen UAE Team Emirates setzt das Team auf die Gesamtwertung und landet zweimal auf dem 8. Platz: 2017 mit dem hageren Südafrikaner Louis Meintjes und 2018 mit dem Iren Dan Martin, der als erster Fahrer einer im Mittleren Osten registrieren Formation einen Etappensieg schenkt. Alexander Kristoff erweitert die Liste der Erfolge 2019 um einen Etappensieg auf den Champs-Élysées, aber insgesamt tut sich die Formation in diesem Jahr kaum hervor (Fabio Aru und Dan Martin platzieren sich auf dem 14. bzw. 18. Rang der Gesamtwertung). Das Blatt wendet sich 2020 jedoch komplett, erneut unter dem Einfluss von Alexander Kristoff, der die erste Etappe in Nizza gewinnt und das Gelbe Trikot übernimmt, das dann Tadej Pogačar am Tag vor dem Finale beim Zeitfahren in La Planche des Belles Filles endgültig ins Team holt.
Das Porträt des jüngsten Siegers der Tour de France seit 1904 ist daraufhin auf Burj-Khalifa in Dubai zu sehen, dem höchsten Wolkenkratzer der Welt! Dieser Sieg war jedoch keine Eintagsfliege. 2021 dominiert der erste Slowene in Gelb in Paris ab dem Zeitfahren in Laval (5. Etappe) die Rundfahrt, trägt vierzehn Tage lang das Führungstrikot und beendet die Tour mit einem Vorsprung von 5'20'' auf den Zweitplatzierten Jonas Vingegaard. Seine Vormachtstellung macht sich im gesamten internationalen Radsport bemerkbar und mit Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Lombardei-Rundfahrt kann er zwei der größten Klassiker auf seiner Erfolgsliste verbuchen.

  • Finalsiege2
  • Etappensiege22
  • Gelbe Trikots19
  • Sonstige verdientes Rennen0

Gesamtsiege: 2
- 2020, 2021: Tadej Pogačar
Ehrenplätze: 1
- 2002: Raimondas Rumšas, Dritter
Etappensiege: 22
- 1993: Dschamolidin Abduschaparow in Vannes, Bordeaux und Paris
- 1994: Ján Svorada im Futuroscope; Roberto Conti in Alpe-d’Huez
- 1999: Ludo Dierckxsens in Saint-Étienne
- 2001: Ján Svorada in Paris
- 2002: Rubens Bertogliati in Luxemburg
- 2007: Daniele Bennati in Castelsarrasin und in Paris
- 2010: Alessandro Petacchi in Brüssel und Reims
- 2015: Rubén Plaza in Gap
- 2018: Dan Martin in Mûr-de-Bretagne und Alexander Kristoff in Paris
- 2020: Alexander Kristoff in Nizza; Tadej Pogačar in Laruns, Grand Colombier und La Planche des Belles Filles (Zeitfahren)
- 2021: Tadej Pogačar in Laval, Saint-Lary-Soulan am Col de Portet und in Luz Ardiden
Siege in anderen Wertungen: 8
- 1993: Dschamolidin Abduschaparow (Punktewertung)
- 2006: Damiano Cunego (bester Jungprofi)
- 2010: Alessandro Petacchi (Punktewertung)
- 2018: Dan Martin (kämpferischster Fahrer)
- 2020: Tadej Pogačar (bester Kletterer, bester Jungprofi)
- 2021: Tadej Pogačar (bester Kletterer, bester Jungprofi)
Gelbe Trikots: 19
- 2002: Rubens Bertogliati, zwei Tage
- 2020: Alexander Kristoff, ein Tag; Tadej Pogačar, zwei Tage
- 2021: Tadej Pogačar, vierzehn Tage

DIE ZAHL:
2 – Anzahl der Siege von Tadej Pogačar in der Gesamtwertung der Tour de France mit nur 22 Jahren.

MEILENSTEINE
19. Juli 1994: Roberto Conti (6. Platz in der Gesamtwertung in Paris) gewinnt in Alpe d’Huez, obwohl Lampre nur noch drei Fahrer im Rennen hat. Die anderen beiden sind der Sprinter Ján Svorada und der Mannschaftshelfer Marco Zen.
12. Juli 2018: In Mûr-de-Bretagne holt Dan Martin den ersten Sieg bei der Tour de France für ein Team, das den Mittleren Osten vertritt.
19. September 2020: Tadej Pogačar wendet das Blatt im Zeitfahren von La Planche des Belles Filles, entthront seinen Landsmann Primož Roglič und gewinnt im Alter von 21 Jahren im ersten Anlauf die Tour de France.

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