26/06 > 18/07/2021

Ausgabe 2020

Etappensiege 1
Gesamtklassement 5
Die fahrer im Rennen 6
Teamleiter : RASCH Ole gabriel / KNAVEN Servais

INEOS GRENADIERS

Das Team Sky um Bradley Wiggins kann bei seinen ersten beiden Teilnahmen an der Tour de France nicht glänzen. Wiggins wird nach seinem 4. Platz 2009 rekrutiert, aber er ist 2010 nicht in Form und stürzt 2011 nach der ersten Rennwoche und bricht sich auf der Etappe von Le Mans nach Châteauroux das Schlüsselbein. Die besten Platzierungen der Formation in der Gesamtwertung sind der 17. Platz von Thomas Löfkvist 2010 und der 24. Platz von Rigoberto Urán 2011.  

Dabei sind die Anfänge bei der Tour durchaus ermutigend: Geraint Thomas wird 2010 auf der Kopfsteinpflasteretappe im Norden Zweiter. An den beiden darauffolgenden Tagen kann sich der Neuling Edvald Boasson Hagen auf dem dritten Rang platzieren, was einen gewissen Vorgeschmack auf seine beiden Erfolge 2011 gibt. Dank dieser beiden Platzierungen fährt Dave Brailsford nicht ein zweites Mal mit leeren Händen nach Hause. Aber 2012 wendet sich das Blatt: Doppelsieg in der Gesamtwertung mit Bradley Wiggins und Chris Froome, dann drei Etappensiege mit Mark Cavendish, der sich in einer vorwiegend auf die Gesamtwertung ausgerichteten Formation zu eingeengt fühlt. Bevor er von der englischen Königin in den Adelsstand erhoben wird, läutet der mehrfache Medaillenträger die Olympischen Spiele in London ein – eine Woche nach der Tour de France in ein höchst symbolträchtiges gelbes Trikot gewandet. 

Die Geschichte setzt sich 2013 mit der erwarteten Krönung von Froome fort, der in dieser Saison die Nummer 1 der Etappenrennen ist. Sie wird aber bei der 101. Tour de France unterbrochen, die in Großbritannien startet, auch wegen des enormen Beliebtheitsschubs, den der Radsport dank Team Sky auf der Insel erfährt. Der Vorjahressieger erleidet zwei Stürze auf der vierten und fünften Etappe. Froome muss aufgeben und Richie Porte kann ihn nicht beerben, obwohl er in den Alpen den zweiten Platz der Gesamtwertung belegt. Die britische Formation ist unfähig, ihre Strategie anzupassen, aber mit dem zweiten Triumph von Chris Froome 2015 setzt sie ihre Siegesserie fort, die sie durch einen dritten Sieg 2016 und einen vierten 2017 verlängert. Anschließend gewinnt Froome auch die Vuelta und den Giro. Bei der Tour de France 2018 wird er Dritter und steht neben seinem Teamkollegen Geraint Thomas auf dem Siegerpodest, der als dritter Brite innerhalb von sechs Jahren die Tour gewinnt.  

Durch den schrecklichen Unfall von Froome beim Critérium du Dauphiné 2019 lässt sich das Team, das inzwischen Ineos heißt, nicht von seinem siebten Gesamtsieg bei der Tour de France in acht Auflagen abhalten. Diesmal ist das Wunderkind Egan Bernal der Sieger, der mit nur 22 Jahren als erster Kolumbianer die Tour gewinnt. Geraint Thomas vervollständigt mit einem zweiten Platz in der Gesamtwertung den Triumpf. Das unbestritten große Team der Tour de France der 2010er Jahre erlebt Anfang der Saison 2020 die Rückkehr von Froome, aber auch den unerwarteten Tod seines sportlichen Leiters Nicolas Portal, der ein unvergleichlicher Stratege war. Seine Nachfolger müssen sich nun überlegen, wie sie in dieser Formation, die der Tour 2020 unter dem Namen Ineos Grenadier antritt, die letzten drei Tour-Sieger unter einen Hut bringen.

  • Finalsiege7
  • Etappensiege17
  • Gelbe Trikots91
  • Sonstige gewonnene Rennen3

Gesamtsiege : 7

  • Bradley Wiggins in 2012
  • Chris Froome in 2013, 2015, 2016 und 2017
  • Geraint Thomas in 2018
  • Egan Bernal in 2019

Etappensiege : 17

  • 2011: Edvald Boasson Hagen in Lisieux und Pinerolo
  • 2012: Mark Cavendish in Tournai, Brive-la-Gaillarde und Paris; Chris Froome in La Planche des Belles Filles; Bradley Wiggins in Besançon und Chartres
  • 2013: Chris Froome in Ax-Trois Domaines, am Mont Ventoux und in Chorges
  • 2015: Chris Froome in La Pierre-Saint-Martin
  • 2016: Chris Froome in Bagnères-de-Luchon und Megève
  • 2017: Geraint Thomas in Düsseldorf
  • 2018: Geraint Thomas in La Rosière und in L’Alpe d’Huez

Siege in anderen Wertungen : 3

  • 2015: Chris Froome (bester Kletterer)
  • 2017: Mannschaftswertung
  • 2019: Egan Bernal (bester Jungprofi)

Maillot Jaune : 91

  • 2012: Bradley Wiggins, vierzehn Tage
  • 2013: Chris Froome, vierzehn Tage
  • 2015: Chris Froome, sechzehn Tage
  • 2016: Chris Froome, vierzehn Tage
  • 2017: Geraint Thomas, vier Tage, und Chris Froome, fünfzehn Tage
  • 2018: Geraint Thomas, elf Tage
  • 2019: Egan Bernal, drei Tage

DIE ZAHL :

6: Anzahl der britischen Gesamtsiege bei der Tour de France (alle seit 2012)

MEILENSTEINE

9. Juli 2012: Ein Jahr und einen Tag nach seinem Schlüsselbeinbruch zwischen Le Mans und Châteauroux übernimmt Bradley Wiggins am Ende des Zeitfahrens zwischen Arc-et-Senans und Besançon endgültig das Gelbe Trikot.

21. Juli 2013: Chris Froome ist gleichzeitig der zweite Brite und erste Afrikaner – er wurde in Afrika geboren und wuchs dort auf – der die Tour de France gewinnt, was der 100. Auflage noch mehr Symbolkraft gibt.

26. Juli 2019: Egan Bernal überquert einsam in Führung liegend die Passhöhe am Col de l’Iseran. Die hier verzeichneten Zeiten sind der Endstand, denn infolge einer Schlammlawine ist die Abfahrt nach Tignes unpassierbar. In Tignes trägt er erstmals das Gelbe Trikot, bevor er zwei Tage später zum ersten kolumbianischen Sieger der Tour de France gekrönt wird.

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