Ausgabe 2022

Etappensiege 2
Gesamtklassement 22
Die fahrer im Rennen 6
Teamleiter : LODEWYCK Klaas / PEETERS Wilfried

Geschichte

Dieses Kapitel der Geschichte beginnt im neuen Jahrtausend, als Patrick Lefevere Ende 2000 Mapei verlässt, um seine eigene Formation zu gründen. Diese heißt zunächst Domo, ab 2003 dann Quick Step, und wird von verschiedenen Co-Sponsoren unterstützt. Inzwischen gehört die Equipe dem tschechischen Milliardär Zdeněk Bakala, der Hauptanteilseigner ist.

Die Zusammensetzung der belgischen Formation, die sich auf die Klassiker spezialisiert, zielt nie auf die Gesamtwertung der Tour de France ab. Ihr bestes Ergebnis ist der 11. Platz von Michał Kwiatkowski 2013, bis Dan Martin 2016 auf den 9. Platz und 2017 auf den 6. Platz fährt und die Latte höherlegt. Und Julian Alaphilippe gelingt 2019 mit seinem 5. Platz eine schöne Überraschung. Trotzdem schafft sie es immer wieder, im Juli von sich reden zu machen, weil sie gern beliebte französische Fahrer in den Kader holt. Lefevere bereut es nicht, Richard Virenque nach dessen Suspendierung 2001 die Hand gereicht zu haben, denn ihm gelingt es im Jahr darauf, am Anstieg zum Mont Ventoux die Stars in Schach zu halten. Im Jahr des 100-jährigen Bestehens übernimmt er elf Jahre nach seinem Tour-Debüt in Morzine noch einmal das Gelbe Trikot. Bei Quick Step vervollständigt er 2004 seine Sammlung von sieben Bergwertungsgesamtsiegen und seine französischen Nachfolger im belgischen Rennstall lassen sich auch nicht lumpen, denn Cédric Vasseur und Sylvain Chavanel holen Etappensiege bei der Tour.

Julian Alaphilippe ist ein würdiger Nachfolger. Als Sieger der Flèche Wallonne 2018, 2019 und 2021 und Mailand-Sanremo 2019 gewinnt er bei der Tour 2018 die erste Alpenetappe und die erste Pyrenäenetappe sowie anschließend die Bergwertung. Die Formation hat zuvor schon einen fulminanten Einstieg hingelegt: zwei Siege im Sprint durch Fernando Gaviria, zweiter kolumbianischer Träger des Gelben Trikots nach Victor Hugo Peña 2003. Abgesehen von Elia Vivianis Sieg in Nancy, der damit die Tradition der italienischen Erfolge in der lothringischen Stadt fortsetzt, steht 2019 Julian Alaphilippe im Rampenlicht. Mit einem Etappensieg in der Champagne und als erster französischer Sieger eines Einzelzeitfahrens (Pau) bei der Tour seit 32 Jahren (Jean-François Bernard am Mont Ventoux 1987) wird er als möglicher Anwärter auf den Gesamtsieg gehandelt, auch wenn das nicht sein ursprüngliches Ziel war. Alaphilippe übernimmt 2020 nach seinem Sieg in Nizza für drei Tage das Gelbe Trikot, bevor er sich auf die Eroberung des Regenbogentrikots des Weltmeisters konzentriert. Dabei stellt er sich in den Dienst von Sam Bennett, der wie vor ihm Tom Boonen (2007) zwei Etappensiege und das grüne Trikot in Paris für die belgische Formation holt, die seit über zwanzig Jahren eine feste Größe im Feld ist! Im Jahr 2021 schlug sie mit einem weiteren Auftaktsieg, diesmal von Julian Alaphilippe, der mittlerweile zweifacher Weltmeister ist, und vier Siegen von Mark Cavendish mit Michael Morkov als perfektem Anfahrer erneut zu. Der größte Sprinter aller Zeiten konnte damit die Rekordzahl an Etappensiegen von Eddy Merckx (34) bei der Tour de France einstellen. Die Chance, allein die Statistik auf den Champs-Élysées anzuführen, hat er jedoch verpasst. Intern bekommt er Konkurrenz von Fabio Jakobsen, der sich von seinem schrecklichen Unfall bei der Polen-Rundfahrt 2020 erholt hat und schon drei Etappen und die Punktewertung der Vuelta 2021 gewonnen hat.

  • Finalsieg0
  • Etappensiege48
  • Gelbe Trikots29
  • Sonstige verdientes Rennen0

Gesamtsiege: 0
Ehrenplätze: 0
Etappensiege: 48
- 2002: Richard Virenque am Mont Ventoux
- 2003: Richard Virenque in Morzine; Servais Knaven in Bordeaux
- 2004: Tom Boonen in Angers und in Paris; Richard Virenque in Saint-Flour; Juan Miguel Mercado in Lons-le-Saunier
- 2005: Tom Boonen in Les Essarts und in Tours
- 2006: Matteo Tosatto in Mâcon
- 2007: Gert Steegmans in Gent; Tom Boonen in Bourg-en-Bresse und in Castres; Cédric Vasseur in Marseille
- 2008: Gert Steegmans in Paris
- 2010: Sylvain Chavanel in Spa und in Les Rousses
- 2013: Mark Cavendish in Marseille und in Saint-Amand-Montrond; Tony Martin am Mont-Saint-Michel; Matteo Trentin in Lyon
- 2014: Matteo Trentin in Nancy; Tony Martin in Mülhausen und in Périgueux
- 2015: Tony Martin in Cambrai; Zdeněk Štybar in Le Havre; Mark Cavendish in Fougères
- 2016: Marcel Kittel in Limoges
- 2017: Marcel Kittel in Lüttich, Troyes, Nuits-Saint-Georges, Bergerac und Pau
- 2018: Fernando Gaviria in Fontenay-le-Comte und Sarzeau; Julian Alaphilippe in Le Grand Bornand und Bagnères-de-Luchon
- 2019: Julian Alaphilippe in Épernay und Pau; Elia Viviani in Nancy
- 2020: Julian Alaphilippe in Nizza; Sam Bennett in St-Martin-de-Ré und Paris
- 2021: Julian Alaphilippe in Landerneau; Mark Cavendish in Fougères, Châteauroux, Valence und Carcassonne
Siege in anderen Wertungen: 9
- 2003: Richard Virenque (bester Kletterer)
- 2004: Richard Virenque (bester Kletterer und kämpferischster Fahrer)
- 2007: Tom Boonen (Punktewertung)
- 2010: Sylvain Chavanel (kämpferischster Fahrer)
- 2018: Julian Alaphilippe (bester Kletterer)
- 2019: Julian Alaphilippe (kämpferischster Fahrer)
- 2020: Sam Bennett (Punktewertung)
- 2021: Mark Cavendish (Punktewertung)
Gelbe Trikots: 29
- 2003: Richard Virenque, ein Tag
- 2006: Tom Boonen, vier Tage
- 2010: Sylvain Chavanel, zwei Tage
- 2015: Tony Martin, drei Tage
- 2018: Fernando Gaviria, ein Tag
- 2019: Julian Alaphilippe, vierzehn Tage
- 2020: Julian Alaphilippe, drei Tage
- 2021: Julian Alaphilippe, ein Tag

DIE ZAHL:
14 – Anzahl der Tage, die Julian Alaphilippe 2019 im Gelben Trikot fährt – ein französischer Rekord bei der Tour de France seit den Tagen von Bernard Hinault (1985).

MEILENSTEINE
12. Juli 2003: Im 100. Jahr der Tour de France gelingt es Richard Virenque, sich in Morzine ein barockes Trikot zu sichern: zur Hälfte gelb, zur Hälfte gepunktet, denn er sichert sich beide Wertungen, zusätzlich zum Etappensieg.
5. Juli 2006: Weltmeister Tom Boonen durchquert auf dem Höhepunkt seiner Karriere Belgien im Gelben Trikot (von Huy bis Saint-Quentin), nachdem er sich in Valkenburg an die Spitze der Gesamtwertung setzt.
7. Juli 2018: Quick Step Floors führt Fernando Gaviria in Fontenay-le-Comte zum Sieg und schenkt Kolumbien seinen zweiten Träger des Gelben Trikots.

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