Ausgabe 2019

Etappensiege 4
Gesamtklassement 11
Die fahrer im Rennen 8
Sportliche Manager : WHITE Matthew / MCPARTLAND David http://www.greenedgecycling.com/

MITCHELTON - SCOTT

Nach dem (eintägigen) Erfolg von Phil Anderson bei der Tour de France unter der „Herrschaft“ von Bernard Hinault (am 30. Juni 1981 in Saint-Lary-Soulan) lässt sich Australien dreißig Jahre Zeit, bevor es ein Team mit nationaler Identität bei der Großen Rundfahrt ins Rennen schickt. In den 1990er Jahren und zu Beginn des neuen Jahrtausends erwerben sich die Fahrer aus „Down under“ den Ruf von Pionieren, aber sie gelten auch als Söldner, denn ihnen bleibt nichts anderes übrig, als bei den europäischen und amerikanischen Teams anzuklopfen, um bei der Tour de France starten zu können.

Zwischen Phil Anderson und Cadel Evans, dem ersten australischen Tour-Sieger (2011), tragen Stuart O’Grady, Bradley McGee und Robbie McEwen das Gelbe Trikot. Die Tour erlebt auf dem fünften Kontinent einen echten Beliebtheitsschub, der 2012 die Geburtsstunde des ersten hochkarätigen australischen Teams einläutet. Unter dem Namen GreenEDGE (die „grüne Kante“ wegen seiner ökologischen Botschaft und weil Grün die zweite Landesfarbe neben Gold ist) wird das Team vom Geschäftsmann Gerry Ryan finanziert – einem Wohnwagenhersteller und Eventveranstalter (unter anderem), der bereits seit zwanzig Jahren Rennen und Fahrer in Australien unterstützt. Ein Sponsor ist schnell gefunden: das Bergbauunternehmen Orica.

Die erste Teilnahme an der Tour de France bleibt eher erfolglos. Der Sprinter Matt Goss fährt fünfmal unter die TOP 3 (2. Platz in Saint-Quentin und Brive-la-Gaillarde, 3. Platz in Tournai, Metz und Paris), kann aber keinen Sieg erzielen. 2013 macht das Team unter Leitung von Shayne Bannan von sich reden, auch mit der berühmten Episode des Mannschaftsbusses, der auf der ersten Etappe unter dem Zielbogen in Bastia steckenbleibt. Mehr noch bleibt aber der Sieg im Mannschaftszeitfahren von Nizza in Erinnerung sowie der Wechsel des Gelben Trikots von Simon Gerrans, ehemaliger Zögling von Phil Anderson, zu Daryl Impey, dem ersten afrikanischen Teamkapitän bei der Tour de France! In den beiden darauffolgenden Jahren ist die Formation vom Pech verfolgt. 2014 stürzt Michael Matthews vor dem Grand Départ in Leeds, dann trifft es Simon Gerrans, der auf der ersten Etappe von Mark Cavendish zu Boden gebracht wird. So ist die beste Platzierung der vierte Platz von Michael Albasini in Saint-Étienne. Auch 2015 erleiden Matthews, Gerran und vor allem Daryl Impey und Albasini auf der dritten Etappe schwere Stürze.

Das Glücksrad dreht sich weiter und diesmal in die richtige Richtung. Matthews überwindet 2016 den Fluch und holt sich in Revel seinen ersten Etappensieg bei der Tour. Adam Yates, der am Mont Ventoux nur knapp am Gelben Trikot vorbeifährt, beschert Orica in Paris den ersten Wertungstitel, denn mit seinem vierten Platz in der Gesamtwertung ist er der beste Jungprofi. Einzigartig in den Tour-Annalen ist, dass sein Bruder Simon 2017 in seine Fußstapfen tritt und ebenfalls das Weiße Trikot gewinnt. Mit den englischen Zwillingen und dem aufstrebenden australischen Kletterer Jack Haig, der wie Cadel Evans mit dem Mountainbike angefangen hat und in diesem Jahr beim Rennen Paris-Nizza auf den vierten Platz kommt, konzentriert sich das Team, das inzwischen vom Weingut Mitchelton gesponsert wird – dem zweiten Standbein von Gerry Ryan – auf die Gesamtwertung. Die enttäuschende Leistung von Adam Yates im letzten Jahr (29. Platz) schreit nach Revanche.

  • Finalsieg 0
  • Etappensiege 3
  • Gelbe Trikots 4
  • Sonstige gewonnene Rennen 2

Etappensiege: 3

  • 2013: Simon Gerrans in Calvi und Mannschaftszeitfahren in Nizza
  • 2016: Michael Matthews in Revel

Siege in anderen Wertungen: 2

  • 2016: Adam Yates (bester Jungprofi)
  • 2017: Simon Yates (bester Jungprofi)

Gelbe Trikots: 4

  • 2013: Simon Gerrans, zwei Tage; Daryl Impey, zwei Tage

DIE ZAHL

7: Australier, die das Gelbe Trikot der Tour de France getragen haben (Phil Anderson, Stuart O’Grady, Bradley McGee, Robbie McEwen, Cadel Evans, Simon Gerrans, Rohan Dennis).

ECKDATEN

30. Juni 2012: Brett Lancaster, Olympiasieger 2004, startet bei der ersten Teilnahme eines australischen Teams an der Tour de France mit einem 6. Platz im Prolog von Lüttich, der bei seinen Landsleuten große Hoffnungen weckt.

2. Juli 2013: Orica-GreenEdge gewinnt das Mannschaftszeitfahren von Nizza und führt Simon Gerrans, der am Vortag die Etappe von Calvi gewinnt, zum Gelben Trikot.

23. Juli 2017: Simon erhöht die Anzahl der Tage, die die Yates-Zwillinge im Weißen Trikot fahren, auf 32, nachdem sein Bruder Adam im Vorjahr mit 15 vorgelegt hat.

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