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Ausgabe 2026

Etappesiege 0
Gesamtklassement
Die fahrer im Rennen
Teamleiter Christoph Roodhoft / Frederik Willems

Geschichte

Das belgische Team wird 2009 von den Roodhoft-Brüdern (Philip und Christoph) gegründet und tritt zunächst unter dem Namens BKCP-Powerplus und dann Corendon-Circus in der Spezialdisziplin der Querfeldeinrennen an. Es verdankt seine ersten Erfolge Niels Albert, der 2009 und 2012 Weltmeister wird. Danach tastet sich die Formation allmählich an die Straßenrennen heran, bis sie 2019 in die Pro-Continental-Kategorie mit ihren hochkarätigen Wettbewerben vorstößt, darunter seit 2021 die großen Rundfahrten. 2023 folgt der Aufstieg in die WorldTour.

Seit dem vorzeitigen Karriereende von Niels Albert ist die Speerspitze des Teams seit 2014 Mathieu van der Poel, der hier ein günstiges Umfeld für seinen „Dreikampf“ gefunden hat: Cyclocross, Straße und Mountainbike. Er gibt 2021 sein Tour-Debüt und startet in Brest mit dem brennenden Wunsch, sich das Gelbe Trikot zu holen, das seinem Großvater Raymond Poulidor immer verwehrt blieb. Er scheitert damit in Landerneau, wo Julian Alaphilippe am Scheitelpunkt des Fosse aux Loups die Nase vorn hat. Aber am Tag darauf legt der Niederländer nach und holt sich erst den Sprintbonus und dann den Etappensieg in Mûr-de-Bretagne.

Am dritten Renntag zeigt Alpecin-Fenix, dass das Team nicht nur Mathieu van der Poel (MVDP) zu bieten hat: Tim Merlier gewinnt den ersten Massensprint in Pontivy, wobei ihn der Mann in Gelb höchstpersönlich unterstützt. MVDP hinterlässt erneut Eindruck, als er beim Zeitfahren von Laval alles aufbietet, um seine Führung zu verteidigen. Er bleibt mit acht Sekunden Vorsprung auf Tadej Pogacar an der Spitze der Gesamtwertung und geht seinem Naturell folgend auf der längsten Etappe gleich wieder in die Offensive. Die nach Le Creusot führende Etappe ist ein echter Klassiker und er liefert sich von Anfang an eines dieser Duelle mit Wout van Aert, die das Publikum liebt.

Nachdem am ersten Tag in den Alpen das Gelbe Trikot den Träger wechselt und mit Pogacar weiterfährt, steigt er aus, um das Mountainbike-Rennen bei den Olympischen Spielen zu bestreiten (Sturz) – aber mit der festen Absicht, 2022 zur Tour zurückzukehren. Dazwischen trägt er das rosafarbene Giro-Trikot und verausgabt sich bei der Italienrundfahrt, die er bis zum Ende fährt. Die Quittung folgt auf dem Fuß: Er muss auf halber Strecke der Tour de France aufgeben, ohne die erhofften Ergebnisse erzielt zu haben.

Alpecin-Deceuninck kann den Verlust des charismatischen Kapitäns jedoch verschmerzen, denn Jasper Philipsen, im Trikot von UAE Team Emirates 2019 das Küken der Tour de France und mehrfacher Vuelta-Etappensieger, erweist sich 2022 als einer der produktivsten Sprinter der Tour: Er siegt in Carcassonne und anschließend auf den Champs-Élysées, wo er 2021 noch von Wout van Aert deklassiert wurde. Er bestätigt seinen Status als stärkster Sprinter der Tour de France 2023, als er die Anzahl seiner Etappensiege verdoppelt und im Grünen Trikot, das er seit der vierten Etappe trägt, nur haarscharf den fünften Etappensieg in Paris verpasst. Er bekommt tatkräftige Unterstützung von Van der Poel, der seine persönlichen Ambitionen hintanstellt, um sich auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten, die ausnahmsweise im August ausgetragen wird.

Das Duo Van der Poel-Philipsen ist inzwischen ein eingespieltes Team und sorgt nicht nur jeden Sommer für Furore, sondern auch im Frühjahr bei den Klassikern in Flandern. Philipsen, der sich 2024 in der Punktewertung nur Biniam Girmay geschlagen geben muss, verbucht mittlerweile zehn Etappensiege aus vier Teilnahmen an der Tour de France für sich. Jedoch findet 2025 sein Abenteuer, das nach seinem Triumph in Lille am Ende der ersten Etappe mit dem Gelben Trikot gekrönt wird, durch einen Sturz beim Zwischensprint am dritten Tag ein jähes Ende. Das Team behält aber das Trikot des Gesamtführenden dank des Erfolgs von MVDP in Boulogne-sur-Mer noch vier weitere Tage. Mehr noch: Das belgische Team spielt am Tag vor dem Finale seine dritte Trumpfkarte aus, als sich sein Ersatzsprinter Kaden Groves in Pontarlier im Alleingang durchsetzt. Unter dem neuen Namen Alpecin-Premier Tech fährt das Team mit dem harten Kern weiter und zeigt weiterhin kein Interesse an den Bergetappen und der Gesamtwertung.

  • Finalsieg0
  • Etappensiege14
  • Gelbe Trikots11
  • Sonstige verdientes Rennen1

Gesamtsiege: 0

Podiumsplatzierungen: 0

Etappensiege: 14
- 2021: Mathieu van der Poel in Mûr-de-Bretagne; Tim Merlier in Pontivy
- 2022: Jasper Philipsen in Carcassonne und Paris/Champs-Élysées
- 2023: Jasper Philipsen in Bayonne, Nogaro, Bordeaux und Moulins
- 2024: Jasper Philipsen in Saint-Amand-Montrond, Pau und Nîmes

Siege in anderen Wertungen: 1
- 2023: Jasper Philipsen (Punktewertung)

Gelbe Trikots: 11 Tage
- 2021: Mathieu van der Poel, sechs Tage
- 2025: Jasper Philipsen, ein Tag; Mathieu van der Poel, vier Tage

TEILNAHMEN: 5 (seit 2021)

DIE ZAHL
6: Die sechs Tage im Gelben Trikot von Mathieu van der Poel, achtfacher Cyclocross-Weltmeister (2015, 2019, 2020, 2021, 2023, 2024, 2025, 2026), Straßenweltmeister von 2023 und Gravel-Weltmeister 2024.

MEILENSTEINE
- 27. Juni 2021: Mathieu van der Poel siegt in Mûr-de-Bretagne am Tag nach seiner Niederlage in Landerneau. Er übernimmt das Gelbe Trikot, das seinem Großvater Raymond Poulidor verwehrt blieb.

- 23. Juli 2023: Als Zweitplatzierter hinter seinem Landsmann Jordi Meeus verpasst Jasper Philipsen im Grünen Trikot auf den Champs-Élysées knapp seinen fünften Etappensieg, aber er schenkt Alpecin-Deceuninck den ersten Wertungssieg in der Geschichte des Teams bei der Tour de France.

- 5. Juli 2025: Der zweite Etappensieg von Jasper Philipsen auf der ersten Etappe der 112. Auflage der Tour de France bringt ihm das Gelbe Trikot ein.

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