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Großer Tag für Evenepoel, Drama um Vingegaard

Tour de France 2026 | Etappe 15 | Champagnole > Plateau de Solaison

Eigentlich hätte die Freude über den Sieg von Remco Evenepoel vom deutschen Team Red Bull Bora-hansgrohe im Mittelpunkt stehen müssen. Doch leider war die Etappe überschattet von Sturz und Aufgabe von Jonas Vingegaard. Der zuvor Zweite im Gesamtklassement war in einer Kurve weggerutscht und auf die rechte Schulter gekracht - das Ende seiner Sieghoffnungen 2026. Evenepoel jetzt Gesamtzweiter - vor seiner Paradedisziplin am Dienstag.

Tour de France 2026 - Etappe 15 Extended Highlights

Heute ein anderes Bild: Kein Ausreißversuch, sondern die Sprinterteams vor dem Zwischensprint vorne: APT (Philipsen), LTK (Pedersen), NSN (Girmay) und XAT (Kanter). Sieger in Saint-Laurent-en-Grandvaux mit steigender Form Philipsen (25 Punkte) vor Pedersen (20), Kanter (16) und Girmay (14). Ab sofort lief ein neues Rennen - Beginn der Bergetappe. Und passend erste Ausreißversuche in schneller Fahrt nach der Passage von Morbier, der Herkunft des berühmten Kuhmilchkäses, und vor dem ersten Berg des Tages, der Côte des Rousses (3. Kategorie). Kleine Gruppe, kleiner Vorsprung: Degenkolb, Alaphilippe, Mohoric und Delbove. Im Anstieg eingeholt. Der Nächste bitte: Azparren (PQT) vor allen im Berg. Aber Valentin Paret-Peintre, stellvertretend im Bergtrikot, wollte die 2 Punkte und gewann sie auch vor Richard Carapaz (1 Punkt).

Simmons Erster am Col de la Croisette

Xabier Azparren kam zurück an die Spitze mit dem gestrigen Pechvogel Thymen Arensmann (IGD). Weitere Angriffe und eine neue Spitze mit Oliveira und einer Gruppe mit Matthews, Izagirre, Van Dijke, insgesamt 10 Fahrer. Weil Carapaz den Absprung verpasste hatte, kämpfte das Team EFE bis zum Zusammenschluss. Diesen Augenblick nutzte Nicolas Vinokourov, um sich abzusetzen. Weiterhin zahlreiche Attacken. Schließlich 24 Fahrer mit 15’’ Vorsprung. Prominent besetzt u.a. mit Pidcock, A. Yates, Vauquelin, Bernal, Martin-Guyonnet, Paret-Peintre, Healy, Campenaerts, van Dijke sowie Vinokourov. Beide deutsche Teams vertreten, aber kein deutscher Fahrer. Der Vorsprung auf das Feld 55 km vor dem Ziel knapp 3’. Am Col de la Croisette (Kategorie 1) mussten erste Fahrer der Spitzengruppe abreißen lassen. Pidcock diktierte das Tempo bei 12 %. Auch im Peloton mit Visma an der Spitze erste Opfer der brutalen Steigungen. 2 km vor dem Gipfel noch 6 vorne. Simmons attackierte und fuhr als Erster über den Berg (10 Punkte). Die Gruppe Gelbes Trikot 3’ später mit Remco Evenepoel in den ersten Reihen. Pidcock inzwischen virtuell auf Platz 3 in der Gesamtwertung.

Sturz und Aufgabe von Jonas Vingegaard

Ein Quintett in der Abfahrt und kurz darauf wieder klettern zur Côte du Mont (3. Kategorie). Nicht lang aber steil. Ein Septett lag jetzt vorne. In der Reihenfolge Pidcock (2 Punkte) vor Simmons (1) ging’s über den Gipfel. In der Abfahrt griff Schmid an und fuhr einen Vorsprung von 20’’ heraus. 20 km vor dem Ziel dann ein schlimmer Sturz von Vingegaard - er blieb an einer Bordsteinkante hängen, knallte auf die Schulter und konnte die Tour nicht fortsetzen. Ein trauriger Moment auf einer ansonsten tollen Etappe. Für die ebenfalls betroffenen Del Toro und Großschartner ging die Fahrt weiter. Evenepoel virtuell Zweiter in der Gesamtwertung.

Fantastischer Zielsprint mit Sieg Evenepoel vor Pogacar und del Toro

Das Rennen kurz vor seinem Höhepunkt - über 11 km mit im Schnitt 9 % hinauf zum Plateau de Solaison, Berg der Ehrenkategorie. Simmons verkürzte den Abstand zu Schmid und fuhr vorbei. Noch 7 km für Simmons, 22’’ vor der Gruppe Pidcock. Pogacar ließ die Konkurrenz leiden. Lipowitz mit Schwierigkeiten, Seixas und Ayuso ebenso. Evenepoel mit del Toro und Pogacar. Dafür ließ sich Adam Yates zurückfallen, um seinem Kapitän zu helfen. Wie erwartet Pogacar mit del Toro und Evenepoel an Simmons - kämpferischster Fahrer - und allen Ausreißern vorbei.  Evenepoel am Hinterrad von Pogacar, der für del Toro langsamer machte. Das Duo Seixas-Lipowitz baute den Abstand zur Gruppe Ayuso und Pidcock aus. Noch gleiches Bild an der Spitze. Letzter Kilometer, Attacke del Toro. Evenepoel blieb cool. 2. Attacke del Toro, Evenepoel ging mit und konterte und siegte mit tollem Sprint vor Pogacar. Platz 4 und 5 mit knapp 1’ Abstand an Seixas und Lipowitz. Evenepoel jetzt echter Zweiter. Das Weiße Trikot wechselt zu Isaac Del Toro. Morgen wohlverdienter Ruhetag.

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