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Nach den beiden Sprintetappen nach Pau und Bergerac schlägt heute zwischen Malemort und Ussel die Stunde der Baroudeure, der abenteuerlustigen Kämpfer, die für ihre offensive Fahrweise und Risikobereitschaft bekannt sind. Wer nach dieser Etappe die Arme im Ziel hochreißen will, muss deshalb von Anfang an auf der Hut sein und die Kräfte gut einteilen. Zudem wurde wegen der Hitzewelle im Departement Corrèze die Alarmstufe Rot ausgerufen, weshalb die ersten 30 Kilometer gestrichen und die Gesamtdistanz auf rund 155 km gekürzt wurde. Was bleibt sind 3.300 anstrengende Höhenmeter unter schwierigen Bedingungen. 

Schon bei der Planung der Strecke war vorgesehen, dass nach der Sprintwertung in Beynat - ursprünglich nach 45 km und jetzt bereits wesentlich früher - die besonderen Schwierigkeiten der Etappe beginnen. 4 Berge der 2., 3. und 4. Kategorie sowie ein insgesamt hügeliges Gelände mit vielen überraschenden, nicht kategorisierten Anstiegen werden die Spannung für Akteure und Fans eher steigern. Gestartet wird in Malemort, einer kleinen Gemeinde am Fluss Corrèze, nördlich von Brive-La-Gaillarde. Von dort führt die Strecke anders als geplant sofort nach Osten über Lanteuil zum Zwischensprint in Beynat. D.h. bis dahin werden die Sprinterteams und Ausreißerwillige um die besten Positionen fighten. Danach könnte es „Bahn frei“ für Fluchtgruppen heißen, weil es für die Sprinter zu schwer wird. Dennoch müssen die  Favoriten und die in der Gesamtwertung vorne platzierten Fahrer den Rennverlauf bei dem ständigen bergauf und bergab im Auge behalten, wollen sie nicht in dem unübersichtlichen Terrain eine Überraschung erleben.

Die Suc au May als Scharfrichter?

Die besonderen Schwierigkeiten beginnen mit einem Berg der 3. Kategorie, der Côte de Naves. 2,3 km à 7,4 %. 25 km hügelig und kurvenreich später der Suc au May, gefürchteter Berg der 2. Kategorie über 900 m über dem Meeresspiegel. Mit bis zu 14 %. Er ist zudem der Vorgeschmack auf einige nicht kategorisierte Erhebungen. Weitere knapp 25 km weiter die Côte de la Croix du Pey, Berg der 3. Kategorie, der nach 4,8 km mit im Schnitt 6 Steigungsprozenten und Abschnitten über 8 % überwunden werden muss. Diese rasche Aufeinanderfolge der Schwierigkeiten macht die Etappe besonders hart. Auch danach bleibt es anstrengend. Und das nicht nur wegen des letzten kategorisierten Berges, dem Mont Bessou in fast 1.000 m Höhe, 4. Kategorie und nur 900 m à 7,3 %. Eine heiße Etappe im Corrèze, an deren Ende selbst die Abfahrt nach Ussel von kürzeren Gegensteigungen unterbrochen wird.

Bleibt das bisherige Klassement?

Womöglich eine Gelegenheit, das Gesamtklassement durcheinander zu wirbeln. Denn für Montag ist der erste Ruhetag anberaumt. Zu rechnen ist jedoch eher mit Angriffen von Fahrern auf Plätzen jenseits der ersten 10 der Wertung. Pogacar, Vingegaard & Co werden ihre Teams zusammen halten. Ben Healy, Marc Hirschi, Romain Grégoire oder auch Mathieu van der Poel haben schon ihre entsprechenden Qualitäten bewiesen. Aus deutscher Sicht kämen Georg Steinhauser, Georg Zimmermann oder der deutsche Meister Felix Engelhardt für einen Ausreißversuch in Frage. Eine Etappe, die es in sich hat. Und sicher kein Sonntagsvergnügen.

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