„Endlich“ werden die Sprinter sagen, endlich kommen wir zu unserem Auftritt. Seit die Tour de France 2026 am Samstag in Barcelona ins Rollen kam, gaben vor allem die Favoriten für die Gesamtwertung den Takt vor. Gestern kamen erstmals Ausreißer - mit Genehmigung der Top-Teams - durch. Dass Mads Pedersen dabei das Double Etappensieg/Grünes Trikot schaffte, lag vor allem an einer geschlossenen Mannschaftsleistung von Lidl-Trek, seit diesem Jahr mit deutscher Lizenz im Rennzirkus unterwegs.
Die heutigen 158,3 km von Lannemezan nach Pau mit nur einem Berg der 3. Kategorie sind im Hinblick auf die nachfolgende 6. Etappe im Pyrenäen-Hochgebirge mit Aspin (1. Kategorie) und Tourmalet (Ehrenkategorie) die Ruhe vor dem Sturm.
Einizige Bergwertung 25 km vor dem Ziel
Bei der ersten Flachetappe der diesjährigen Rundfahrt sollten die Sprinterteams in ihrem Element sein und jegliche Ausreißversuche unterbinden oder wenigstens soweit kontrollieren, dass sie die Abstände im Griff behalten. Trotz des welligen Terrains gibt es wenig Möglichkeiten sich heimlich davonzuschleichen. Zumal sowohl die Sprintwertung als auch der einzige Berg erst im letzten Drittel der Etappe zu bewältigen sind.
Normalerweise führt der Parcours von Lannemezan an der A64 Richtung Hochgebirge. Diesmal gehts über Mirande lange in den Norden und biegt erst in Montesquiou nach Westen ab. Ausreißer müssten bis dahin einen Vorsprung herausgefahren haben. Bei Kilometer 113,5 wird in Vic-en-Bigorre die einzige Sprintwertung ausgetragen. Kurz darauf folgt die einzige Bergwertung auf der Côte de Baleix (3. Kategorie). Zwar nur ein Kilometer bergauf, dafür aber mit 8,8 % im Schnitt schon eine für die schnellen Männer unangenehme Rampe, wenn auch vermutlich nicht entscheidend.
Kanter und Bauhaus im deutschen Fokus
Die Entscheidung fällt aller Voraussicht nach wie schon so oft in den Straßen von Pau. Die letzten Kilometer dürften hektisch werden. Am Ende einer 560 m langen Geraden liegt das Ziel - nach einer Rechtskurve und einem Kreisverkehr. Alles andere als ein Sprintersieg wäre eine Überraschung: Favoriten sind Jasper Philipsen, Tim Merlier und Biniam Girmay, der gestern schon gute Beine bewiesen hat. Aus deutscher Sicht wird man besonders auf Max Kanter und Phil Bauhaus achten. Aber auch der Mann im Grünen Trikot, Mads Pedersen, wird seine aktuelle Vormachtstellung nicht ohne Gegenwehr hergeben.

