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Alpe d’Huez die Zweite

Schon die Vorstellung des Etappenverlaufs am vorletzten Tour-Tag verursacht Gänsehaut: allein 3 Berge der höchsten, der Ehrenkategorie; erneut hinauf nach Alpe d’Huez aber über den neuen, besonders schweren Anstieg des Col de Sarenne; nach 19 Etappen und 3.000 Kilometern noch einmal 170,9 km mit insgesamt 5.450 Höhenmetern. Keine Frage: Das wird alles andere als ein Dessert nach all den Mühen. Und es wird nicht allen Fahrern schmecken, müssen sie doch noch einmal alles für ihren jeweiligen Kapitän oder in einem Ausreißversuch geben. Spannend wird es auch dank des neuen Chouchou der Franzosen, Paul Seixas, der unbedingt das Weiße Trikot erobern will.

Bei der Königsetappe der diesjährigen Großen Schleife keine Chance für gemütliches Klettern, wollen alle Fahrer innerhalb des Zeitlimits auf der Alpe ankommen. Nicht einmal, sondern dreimal Hochgebirge. Zum Auftakt gleich nach dem Start in Bourg d’Oisans müssen sie über 2.000 m auf den Col de la Croix de Fer klettern. Diesen Alpenriesen erreichen die Fahrer nach dem nichtkategorisierten Col du Glandon nach 24 km mit im Schnitt 5,2 % und Passagen, die über 10 % steil sind. Nach der längeren Abfahrt wartet nach 66 km die einzige Sprintwertung in Saint-Julien-Mont-Denis. Einzig dem Träger des Grünen Trikots, Mads Pedersen vom deutschen Team Lidl-Trek, ist von den Männern mit den schnellen Beinen die Teilnahme am Zwischensprint zuzutrauen.

Viele Kämpfe hinter Pogacar

Dass Tadej Pogacar das Gelbe Trikot noch verlieren könnte, glaubt im Grunde keiner mehr. Daneben gibt es aber noch einige heiße Kämpfe auszufahren. So liegt Paul Seixas in der Wertung der besten Jungprofis nur 24’’ hinter Isaac del Toro. Der 19-jährige Franzose will seinem schon jetzt beeindruckenden Tour-Debüt die Krone aufsetzen, indem er Paris in Weiß und als Dritter der Gesamtwertung erreicht. Das Bergtrikot ist noch umkämpfter. Hier liegt Richard Carapaz nur einen Punkt vor Tadej Pogacar und sieben vor Valentin Paret-Peintre, der sich gestern mit einem Knall vorläufig aus der Spitzengruppe verabschiedet hat. Mads Pedersen wiederum hat einen weiteren Schritt Richtung Gewinn des Grünen Trikots gemacht, doch er will auf Nummer Sicher gehen, damit ihm Jasper Philipsen nicht in Paris auf den buchstäblich letzten Metern dieser Tour das Grüne Trikot noch auszieht. Sein Lidl-Trek-Team würde derweil gerne Platz eins in der Teamwertung verteidigen, wo man mit 19’33’’ vor UAE Team Emirates XRG führt.

Das große Finale in den Alpen

Über den schweren Aufstieg zum Col du Télégraphe, Kategorie 1 auf 1.566 m Höhe nach 12 km mit im Schnitt 7,1  Steigungsprozenten gelangen die Fahrer zum Col du Galibier, zum zweiten Mal ein Berg der Ehrenkategorie, wo auch des Tour-Gründers Henri Desgrange gedacht wird. Das heißt fortgesetztes Klettern auf den höchsten Berg der Tour auf 2.642 m über dem Meeresspiegel. Vor allem am Schluss Passagen über 10 %. Es folgt eine 30 km lange Abfahrt, ehe das Finale ab dem Chambon-See und dem Ort Mizoen und gegenüber der Auffahrt nach Les-Deux-Alpes eingeläutet wird. In 1.999 m Höhe wartet der dritte Berg der Ehrenkategorie, der Col de Sarenne, ein steiler Ausläufer des Oisans-Massivs mit einem zerklüfteten Profil im brutalen Kontrast zur wilden Schönheit der Landschaft. Es dürfte ein ganz besonderer Moment der ereignisreichen Tour de France werden. Von da sind es noch knapp 15 hügelige Kilometer, zuletzt 3,7 km mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,2 % auf der D211 zum Ortseingang von Alpe d’Huez. 171 km, die Geschichte schreiben werden.

24/07/2026 - Tour de France 2026 - Étape 19 - Gap / Alpe D'Huez (127,9 km) - Richard CARAPAZ (EF EDUCATION - EASYPOST)
24/07/2026 - Tour de France 2026 - Étape 19 - Gap / Alpe D'Huez (127,9 km) - Richard CARAPAZ (EF EDUCATION - EASYPOST) © A.S.O./Charly Lopez

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