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Teil 1 der Alpen-Trilogie

Jetzt geht's los! Die Alpen warten an den nächsten drei Tagen auf die 164 Fahrer - und das Profil wird von Etappe zu Etappe schwerer. Auch wenn Tadej Pogacar der eindeutige Favorit für den Sieg und damit seinen fünften Gewinn des Gelben Trikots in Paris ist, sind sämtliche Entscheidungen nach wie vor offen. Schon heute geht's daher für viele ums Ganze. Für Red Bull-Bora-hansgrohe aber ohne den gerade im Gebirge starken Lipowitz, für Visma I Lease a Bike ohne Kapitän Jonas Vingegaard.

Luis Ocaña, vainqueur dans la station de ski lors de l'étape Grenoble - Orcières-Merlette du Tour de France 1971
Luis Ocaña, vainqueur dans la station de ski lors de l'étape Grenoble - Orcières-Merlette du Tour de France 1971 © Presse Sports

Nach dem gestrigen Sieg von Jasper Philipsen in Voiron sitzt das Grüne Trikot längst nicht mehr so sicher auf den Schultern des schnellen Allrounders Mads Pedersen. Sein Vorsprung auf Philipsen beträgt nur noch sieben Punkte. Heute aber ist vor allem Bergtrikottag. Wenn Valentin Paret-Peintre und Richard Carapaz dem bisherigen Bergkönig Tadej Pogacar das gepunktete Trikot noch abnehmen wollen, müssen sie heute ran. 29 Punkte gibt es für den, der an jedem Anstieg Erster wird. Zwischen Voiron und Orcières-Merlette müssen auf 185,2 km 3.900 Höhenmeter und fünf Berge überquert werden.

Noch fast 500 km bis zur Entscheidung

Bis zur Schlussetappe am Sonntag nach Paris liegen noch 484 km vor den Fahrern. Gerade die Teams, die bei dieser Tour bislang leer ausgegangen sind, geraten daher allmählich unter Zugzwang.  Zum ersten Streckenabschnitt der Alpen-Trilogie werden sie bergfeste Ausreißer nach vorne schicken. Schon nach rund 24 km müssen die Fahrer 11,4 km mit im Schnitt 5,4 % auf den ersten Berg der ersten Kategorie, die Côte d’Engins in 854 m Höhe, klettern. Einmal oben bleibt der Kurs ca. 15 km auf der Höhe. Danach eine längere Abfahrt westlich von Grenoble, bevor zwei weitere Herausforderungen folgen: die Côte de Monteynard (2. Kategorie, 9,7 km mit 5 %) und die Côte des Terrasses (3. Kategorie, 3,4 km mit 6,6 %). Knapp 17 km weiter wartet die Sprintwertung in La Festinière. Wem man einem der beiden Protagonisten zutrauen darf, hier noch vorne dabei zu sein, ist es Mads Pedersen. Das Finale der Etappe beginnt 22 km vor dem Ziel mit der Côte de Saint-Léger les Mélèzes (3. Kategorie, 2,5 km mit 7 %).

Wer unterstützt Remco Evenepoel im Gebirge?

Nach einer kurzen Abfahrt geht es nur noch bergauf. Der Schlussanstieg in den Hochalpen nach Orcières-Merlette, Berg der 1. Kategorie in 1.825 m Höhe, ist 7,1 km lang bei im Schnitt 6,7 %. Nicht der schwerste Anstieg, aber einer, der frühen Ausreißern ordentlich in die Beine gehen wird. Am Ende einer 200 m langen Geraden wird nur ein Bergspezialist, der sich seine Kräfte optimal eingeteilt hat, die Arme hochreißen können. Die Gesamtwertungs-Fahrer werden versuchen, sich heute noch nicht komplett zu verausgaben. Denn schon morgen wird es nach Alpe d’Huez noch anstrengender. Für das deutsche Team Red Bull Bora-hansgrohe wird es darauf ankommen, den Ausfall von Florian Lipowitz zu kompensieren, um den 2. Platz von Remco Evenepoel zu verteidigen. Jai Hindley und Maxim van Gils müssen die Lücke füllen, die der Deutsche hinterlassen hat. Im Land der Tour richten sich dagegen alle Blicke auf Paul Seixas, der den Sprung aufs Podium und ins Weiße Trikot schaffen soll. Nicht ganz klar ist die Lage ausgerechnet bei UAE Team Emirates XRG, wo mit Adam Yates gestern ein wichtiger Helfer Tadej Pogacars krank und geschwächt kurz vor dem Zeitlimit ins Ziel kam. Beim Team Visma I Lease a Bike heißt es ohne Käpt’n Vingegaard freie Fahrt für alle, während Lidl-Trek mit Juan Ayuso und Mattias Skjelmose noch zwei heiße Eisen im Feuer hat.

Die Tour 2026 war vom ersten Kilometer an für alle enorm anstrengend und Kräfte zehrend. Die kommenden Etappen bieten noch jede Menge Raum für Veränderungen.

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