Téléchargez l'application
Plongez au coeur du Tour de France
Utiliser

Schwere Juraprüfung

Wer gedacht hat, die gestrige Etappe sei hart gewesen, der hat sich das Profil der heutigen nicht angeschaut. Denn auf der 15. Etappe über 183,9 km mit erneut knapp 4.000 Höhenmetern steht am Ende auch noch eine „echte“ Bergankunft der höchsten Kategorie. Wie hinauf zum Markstein ist bei der Premiere am Plateau de Solaison neben dem Kampf ums Bergtrikot auch eine erneute Auseinandersetzung der Favoriten im Gebirge zu erwarten. 

Fast schon eine Kopie zur gestrigen Etappe ist der Streckenverlauf mit dem frühen Zwischensprint nach etwas mehr als 17 km in Saint-Laurent-en-Grandvaux. Es muss sich zeigen, wer noch genug Power hat, um dem unermüdlich für sein Grünes Trikot kämpfenden Mads Pedersen Paroli zu bieten. Immerhin geht es schon zum Zwischensprint stetig bergauf. Jasper Philipsen scheint jedenfalls allmählich seine Form zu finden. Lidl-Trek würde die Bemühungen von Alpecin-Premier Tech, das Feld geschlossen zum Zwischensprint zu führen, mit Freuden sehen. Denn so können sie sich darauf konzentrieren, das Weiße Trikot von Juan Ayuso zurück zu erobern. Das hatte der Spanier gestern um drei Sekunden an Paul Seixas verloren, der damit als jüngster Fahrer der Tourgeschichte das Weiße Trikot tragen wird.

Griff nach dem Bergtrikot: Punkten, punkten, punkten

Der Abschnitt im Jura ist von Anfang an hügelig. Die Côte des Rousses ist nach 36,8 km der erste kategorisierte Berg in über tausend Metern. Erreicht wird sie nach 6,6 km mit im Schnitt 5,1 % Steigung. Der richtige Ort, um eine Ausreißergruppe zu initiieren. Es wäre keine Überraschung, wenn sich Richard Carapaz und Valentin Paret-Peintre ein Re-Match um die Bergpunkte liefern würden. Wenn sie dem König der Berge, Tadej Pogacar, das Trikot abnehmen wollen, müssen sie Punkte holen wo immer es geht. Das sollte ihnen auf den nächsten beiden Anstiegen auch gelingen: Zunächst geht es zum extrem giftigen Col de la Croisette (1. Kategorie, 4,7 km bei 11,2 %), dann zur Côte du Mont (3. Kategorie, 2,1 km bei 8,3 %). Zwei Anstiege, die die Ausreißergruppe bereits ordentlich ausdünnen könnten. Erst rund 30 km später folgt der Schlussanstieg, daher wird kein Fahrer nach diesen beiden Anstiegen alleine Richtung Brison radeln wollen.

Pogacar zum fünften Sieg?

Dass der Dominator Pogacar am Markstein erneut das Maß aller Dinge sein würde, war vorhersehbar. Der Kampf dahinter war jedoch unglaublich spannend. Isaac Del Toro, eigentlich schon abgehängt, fuhr vor Paul Seixas über die Linie. Remco Evenepoel, ebenfalls schon abgehängt, tauchte genauso überraschend wieder auf und wurde Fünfter hinter Jonas Vingegaard und zwei Sekunden vor Juan Ayuso und seinem Teamkollegen Florian Lipowitz. Der hatte im Schlussanstieg immerhin als Einziger den Mut zu einer Attacke auf Pogacar. Ähnlich könnte das heutige Finale aussehen, denn zum Plateau de Solaison in 1508 m Höhe (Hors catégorie) führen 11,3 km mit 9 % Steigung nach oben. Auch wenn diese Folge schwerer Prüfungen erneut für Pogacar spricht, könnte ihm dennoch ein bergfester Ausreißer ein Schnippchen schlagen. Gestern war Richard Carapaz schon nahe dran. Florian Lipowitz und Remco Evenepoel fahren zwar weiter ganz vorne mit, geraten aber in der Gesamtwertung allmählich unter Druck. Daher könnten sie versuchen, gestern verlorenen Boden wieder gut zu machen. Das wäre unmittelbar vor dem zweiten Ruhetag ein optimaler Zeitpunkt.

 

Folge uns

Erhalten sie exklusive informationen zur Tour de France

DE | Appli mobile
DE CLUB