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Rastlos durch die Vogesen

Gestern lag der Höhepunkt mit dem Ballon d’Alsace am Ende der Etappe. Extreme Schwierigkeiten machte zudem die lange Distanz von 205 km. Und die Tatsache, dass das Feld schon den dritten Tag in Folgevon Start bis Ziel mit im Schnitt 50 km/h  unterwegs war. Über 200 Kilometer fast im Dauersprint! Was selbst Tadej Pogacar kopfschüttelnd registrierte, weil dieses Tempo bei vielen Fahrern zu müden Beinen geführt hat. Und das vor einem äußerst anstrengenden Tour-Wochenende mit insgesamt rund 8.000 Höhenmetern.

Tour de France 1926 - Lucien Buysse
Tour de France 1926 - Lucien Buysse © PRESSE SPORTS

Das Elsass ist Gastgeber der 14. Etappe zwischen Mülhausen und Le Markstein Fellering mit drei Bergen der ersten Kategorie und einer Bergankunft, verteilt auf 3.800 Höhenmetern. Auch wenn mit 155,3 km insgesamt 50 weniger zu bewältigen sind als gestern, dürfte die Gefühlswelt der Sprinter zwiespältig sein: Bereits nach 12,6 km findet in Wattwiller der Zwischensprint statt. Danach etwa Beine hoch? Im Gegenteil. Sie müssen anschließend vier Berge bezwingen, ohne am Ende aus dem Zeitlimit zu fallen. Denn der Vorstoß von Tom Pidcock auf Platz 4 der Gesamtwertung dürfte den von ihren Rängen verdrängten Fahrern nicht gefallen. Daher ist von einer Auseinandersetzung um den Tageserfolg und die Verbesserung im Gesamtklassement auszugehen.

Lidl-Trek mit zwei Trikots erfolgreich

Mads Pedersen und sein Team werden heute von Beginn an hellwach sein, damit ihnen nicht wieder ein Sprinter wie Jasper Philipsen entkommt. Nach der Halbzeit der diesjährigen Tour fällt die Zwischenbilanz des unter deutscher Leitung fahrenden Teams Lidl-Trek insgesamt sehr positiv aus: Mit Pedersen darf sie das Grüne und mit Juan Ayuso das Weiße Trikot tragen. Zudem führt man die Mannschaftswertung an. Grün wird heute nicht in Gefahr geraten, doch ansonsten bietet das Terrain Raum für viele Veränderungen. Das zweite Rennen des Tages beginnt daher nach der Sprintwertung mit dem Anstieg zum Grand Ballon, dem ersten Berg der 1. Kategorie für heute.

Kurios: zweimal durchs Ziel

Und da heißt es gleich mal 21,5 km Klettern bei im Schnitt 4,8 % Steigung bis auf 1.336 m Höhe. Ungewöhnlich, dass die Fahrer nach dem Grand Ballon erstmals die Ziellinie passieren werden. So bekommen sie mit der Passage von Le Haag (1.233 m) und Le Markstein Fellering (1.192 m) immerhin einen Vorgeschmack aufs Finale. Von dort führt die Strecke rund 20 km abwärts nach Kruth und von da wieder bergauf zum Col du Page, 2. Kategorie (9,8 km à 4,7 %). Gleich nach der Abfahrt nach Saint-Maurice-sur-Moselle gibt es ein Wiedersehen mit dem Ballon d’Alsace, Kategorie 1 (8,9 km à 6,9 %). Hügelig geht es weiter über nicht kategorisierte Erhebungen zum schweren Finale am Col du Haag, 1. Kategorie. Ein unregelmäßiger, 11,2 km langer und im Schnitt 7,3 % steiler  Anstieg über teilweise bewaldete Straßen. Von dort führt die Strecke noch sechs Kilometer zum Teil abwärts auf die 170 m lange Zielgerade in Le Markstein Fellering.

Ausreißer oder die Favoriten unter sich?

Ausreißer dürften es schwer haben, einen entscheidenden Vorsprung auf die favorisierten Bergspezialisten herauszufahren. Fahrer wie Richard Carapaz oder Valentin Paret-Peintre, die beide in der Gesamtwertung schon deutlich zurückliegen, sollte man dennoch vorne erwarten, gibt es doch heute auch eine Menge Punkte fürs Bergtrikot einzusammeln (35). Angesichts der Streckenführung ist es wahrscheinlich, dass die Favoriten aufs Gelbe Trikot - wie Pogacar, Vingegaard & Co  - ihre Kräfte bis zum Finale schonen und erst am letzten Berg eine Attacke platzieren, weil danach keine echte Abfahrt mehr folgt und Rückstände nur schwer wieder zugefahren werden können. Ob hier überhaupt noch viele Fahrer übrig sind, darf ohnehin bezweifelt werden. Die sicher wieder zahlreich an der Strecke vertretenen deutschen Fans würden sich riesig freuen, Florian Lipowitz in den vordersten Reihen zu sehen. An Unterstützung wird es dem Siebten der Gesamtwertung unweit der deutschen Grenze ganz sicher nicht mangeln.

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