Die gestrige Etappe im Cantal war „superhart“ (Florian Lipowitz). Mit 7 Bergen und ständigem Auf und Ab und dennoch mit Angriffen an allen Ecken und Enden des Parcours. Auch von französischen Fahrern, die dennoch nicht zum Sieg am Nationalfeiertag führten. Danach kann es nur einen Streckenabschnitt zum Verschnaufen geben - zumindest für einen Großteil des Pelotons.
Zur Freude der meisten Fahrer folgt heute eine Flachetappe zwischen Vichy und Nevers. 161,3 km mit nur zwei Bergen der 4. Kategorie und insgesamt 1.400 Höhenmetern im Gegensatz zu 4.000 und sieben Bergen gestern. Dennoch sind spannende Auseinandersetzungen der Ausreisewilligen und der Sprinterzüge zu erwarten.
Wieder schnelle Männer gegen Ausreißer
Attacken unmittelbar nach dem Start dürften schwierig werden, gilt es doch insbesondere für die Sprinter schon nach 28 km bereit zu sein, um die Sprintwertung in Saint-Pourcain sur-Sioule zu gewinnen. Die bisherige erfolgreiche Taktik von Team Lidl-Trek spricht auch heute für die Mannschaft um den in der Punktwertung führenden Mads Pedersen. Trotz des erneut ultraschnellen deutschen Sprinters Max Kanter von XDS Astana. Für die anderen schnellen Männer im Peloton wird es Zeit, wollen sie bei der Vergabe des Grünen Trikots noch ein Wort mitreden. Das gilt erst recht für den finalen Sprint in Nevers am Ende einer 1.000 m langen Zielgeraden. Dort gibt es immerhin 70 Punkte für den Sieger.
Max Kanter zum ersten Sieg?
Bis dahin heißt es aufmerksam bleiben und Ausreißergruppen im Auge behalten. Schon 5 km nach dem Zwischensprint steht die Côte de Billonnière im Weg. 4. Kategorie, 300 m hoch, 1 km à 5,8 % - kurz und knackig. Diesen Anstieg haben sich potenzielle Ausreißer rot im Streckenppan angestrichen. Über diese Höhe führt die Strecke erst wieder nach 90 km. Bis dahin fast geradeaus über Moulins am Allier und bei Decize über die Loire. Danach biegt der Kurs mit einigen Richtungswechseln ab nach Nevers: nach Westen über Saint Benin-d’Azy, in Guerigny nach Süden und zum Schluss über ein fast sechs Kilometer langes, schnurgerades Finale in Nevers, das in einer hügeligen Gegend am Ufer der Loire liegt. Aber davor müssen die 175 Fahrer noch die Côte de Billy-Chevannes, 4. Kategorie, 1,4 km à durchschnittlich 5% überqueren. Alles andere als ein Massensprint in den Straßen von Nevers wäre eine Überraschung. Dennoch sollte Max Kanter seine tolle Form endlich mit einem Sieg krönen. Warum nicht in Nevers!

