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Tanz auf dem Vulkan

Nationalfeiertag bei der Tour de France, da geben sich die Streckenchefs traditionell besondere Mühe für eine besondere Etappe. Diesmal nach dem ersten Ruhetag im Cantal, das auch die Bühne für die spektakuläre 10. Etappe von Aurillac nach Le Lioran bietet. Aber nicht genug damit: Am Abend findet bei der Fußball-WM das erste Halbfinale statt, bei dem die Équipe Tricolore gegen Spanien um den Einzug ins Finale kämpfen wird. Emotionaler Ausnahmezustand im Nachbarland.

Nach der ersten Woche hat Tadej Pogacar erwartungsgemäß im Bund mit dem Tourmalet vorerst für klare Verhältnisse gesorgt: Er führt im Gesamtklassement bereits mit über zweieinhalb Minuten vor seinem ärgsten Widersacher Jonas Vingegaard. Florian Lipowitz und sein Co-Kapitän Remco Evenepol liegen immerhin noch in Reichweite der beiden Topfavoriten, ebenso Frankreichs Tour-Hoffnung Paul Seixas. Und heute bietet die Streckenführung ein perfektes Terrain für Angriffe - egal auf welche Position der Gesamtwertung. Allerdings könnte der Schuss gegen den souverän führenden Pogacar auch nach hinten losgehen. Es stehen zwar viele knackige Anstiege auf dem Menüplan, aber für Erfolg versprechende Angriffe der „Bergziegen“ sind die Passagen in der Regel zu kurz. Und damit genau nach dem Geschmack des explosiven Slowenen. So verspricht die 10. Etappe mit insgesamt 3.800 Höhenmetern verteilt auf sieben Berge und 166,6 km einen megaspannenden Rennverlauf.

Schon früh Adieu Sprinter

Gestartet wird im Zentralmassiv in Aurillac. Nach längerem Einrollen werden sich die Sprinterteams sofort an der Spitze einreihen, denn die Sprintwertung findet schon nach 25 km in Lacapelle-del-Fraisse statt. Die „Feindseligkeiten“ beginnen nach 68 km mit der Côte de Pailherol, 3. Kategorie. Der Gipfel auf über 1000 Metern wird nach 3 km mit im Schnitt 7,2 Steigungsprozenten erreicht. Ein erstes gutes Sprungbrett für Ausreißer. Danach schon der besonders giftige Col de la Griffoul (2. Kategorie, 5,9 km à 6,7 %). Auch jetzt gibt der Etappenverlauf keine Ruhe, denn 6,5 km weiter wartet der Col de Prat de Bouc (3. Kategorie, 3,1 km à 6,5 %.), gefolgt von der Côte de Murat (3. Kategorie, 5,2 km à 5,3 %). Rund 40 km vor dem Ziel könnte es dann zu den ersten Scharmützeln zwischen den Favoriten der Gesamtwertung kommen, denn es stehen in kurzem Abstand zwei Berge der 1. Kategorie auf dem Programm: der Puy Mary Pas de Peyrol (7,8 km à 6 % in 1589 m Höhe) und 15 km weiter der Col de Petrus (4,4 km à 8,5 %). Hügelig führt die Strecke zum Ziel weiter über den Col de Font de Cère (3. Kategorie, 3,1 km à 5,8 %) zum noch einmal kräftezehrenden Finale in Le Lioran am Ende einer 160 m langen, ansteigenden Zielgeraden.

2024 gewann Vingegaard

Der Wiedereinstieg ins Tour-Geschehen nach dem ersten Ruhetag könnte kaum härter ausfallen als durch diesen Ritt über die Vulkanberge der Auvergne. 2024 endete die 11. Etappe in Le Lioran. Die Reihenfolge im Ziel würde Jonas Vingegaard gefallen, siegte er doch vor Tadej Pogacar und Remco Evenepoel. Natürlich werden die französischen Fahrer wie jedes Jahr am 14. Juli besonders motiviert sein. Auch wenn man die Route nicht komplett mit der vor 2 Jahren vergleichen kann, so ist doch ein dem Nationalfeiertag würdiges Spektakel zu erwarten. Ein Feuerwerk, das Ausreißern gelegen kommt, die Favoriten aber nicht kalt lassen wird.

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