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Pogacar nimmt Revanche

Tour de France 2026 | Etappe 10 | Aurillac > Le Lioran

Die harte Etappe im Zentralmassiv endete mit dem Sieg des derzeit weltbesten Radfahrers Tadej Pogacar, der mit deutlichem Vorsprung gewann und seinen Vorsprung in der Gesamtwertung vor Vingegaard & Co weiter ausbaute. Die Doppelspitze bei Red Bull-Bora-hansgrohe warf erneut Fragen auf, immerhin sprintete Remco Evenepoel noch auf Platz 2. Im Gesamtklassement ist der Belgier jetzt Dritter und Lipowitz Sechster, jeweils um einen Platz verbessert. 

Tour de France 2026 - Etappe 10 Extended Highlights

Vom Start weg viele Attacken - u.a. mit dem deutschen Meister Felix Engelhardt. Währenddessen musste Pedersen wegen Defekt sein Rad wechseln, konnte sich aber rasch wieder im Feld einreihen. Weitere Angriffe: O’Connor, Alaphilppe und andere. Dann wieder Feld geschlossen. Bereits Schwierigkeiten bei den meisten Sprintern und eine überraschende Lücke zu vielen Favoriten wie Pogacar und Vingegaard. Während der Mann im Gelben Trikot das Feld im Alleingang einholte, gelang das seinem Herausforderer mit Hilfe seines Teams. Fehlte am Tag nach der Pause der Rhythmus? Richtig abgehängt 5 km vor der Sprintwertung bereits Tim Merlier. Im bereits hügeligen Gelände mit bis zu 12 % Steigung zog Max Kanter den Sprint als Erster an, doch Pedersen fing ihn auf der Linie noch um eine halbe Reifenlänge per Tigersprung ab. Mit Abstand Dritter Girmay vor Philipsen.

Neuer Kurs nach der Sprintwertung

Die Favoriten jetzt aufmerksamer. Dennoch konnte eine größere Gruppe entkommen und den Vorsprung - auch begünstigt durch einen Sturz im hinteren Drittel - ausbauen. 31 Fahrer vorne mit Georg Zimmermann und 9 französischen Fahrern und auch sonst prominent besetzt. Bei der ersten mit Kategorie 3 bewerteten Kletterpartie zur Côte de Pailherols schon auf über 1.000 m lagen die Ausreißer fast eine Minute voraus. Nils Politt an der Spitze der Verfolger. Die Bergwertung und 2 Punkte gewann Valentin Paret-Peintre vor Louis Vervaeke (1 Punkt, beide SOQ). Jetzt über eine Minute vor dem Feld der Favoriten. Und noch 6 Berge zu absolvieren!

Pogacar Team unbarmherzig

In der Abfahrt beschleunigte ein Duo erfolgreich: Harold Tejada (XAT) und Javier Romo (MOV). 90 km vor dem Ziel mit 45’’ voraus, das Feld 1’23'' hinter der Spitze. Nach und nach fiel die frühere Spitzengruppe auseinander, nur Javier Romo 4 km vor dem Gipfel alleine vorne; Tejada und eine Gruppe um Ben Healy dahinter, gefolgt von weiteren Grüppchen und 1’54’’ dem Feld. Nach Politt jetzt Vermeersch an der Spitze von UAE - unbarmherzig das Tempo verschärfend. Der Griffoul sah Romo als Ersten auf dem Gipfel (5 Punkte), dann Paret-Peintre (3), Baudin (2) und Debruyne (1). Das Peloton 1’ dahinter. Romo gewann auch die Bergwertung auf dem Col de Brat de Bouc (3. Kategorie). Währenddessen schmolzen die Abstände wie Eis in der Sonne - das Peloton kassierte auch die übrig gebliebenen Ausreißer. Nur Romo blieb als Solist vorne. Noch 4 Berge.

Von 31 Ausreißern einer übrig: Javier Romo

Romo gab bergauf und bergab alles. Großschartner organisierte jetzt die Nachführarbeit für UAE. Auch die Côte de Murat (3. Kategorie) auf rund 1.200 m Höhe überquerte Romo als Erster. Noch drei Berge, davon zweimal Kategorie 1. Der Spanier an der Spitze begann den Aufstieg zum Puy Mary noch kurz vorne, dann brauste das Feld an ihm vorbei. 38 km vor dem Ziel geschlossenes Feld. Doch plötzlich schoss Carapaz an UAE vorbei und übernahm die Führung. Im Feld Red Bull-Bora-hansgrohe noch mit 3 Mann vertreten: Hindley, Evenepoel und Lipowitz. Seixas, der am Sonntag erstmals in einem Rennen in eine zweite Woche gestartet war, mit 2 Helfern. Nach Großschartner führte Yates UAE an. Während Hindley zurückfiel und u.a. Sepp Kuss Probleme hatte, beschleunigte  Prodhomme (Team Seixas) an der Spitze. Erster am Berg Carapaz 20’’ vor dem Peloton. Sturz bei den Verfolgern u.a. Jorgenson und Pidcock. Letzterer rasch zurück in der Spitzengruppe. In der Abfahrt der Führende jetzt 1’ voraus. Hinauf zum Col de Pertus übernahmen Yates und Prodhomme die Nachführarbeit. 

Es muss doch mehr als Alles geben

Tempoverschärfung von Piganzoli (TVL); auch Pogacar schien überrascht. Aber nicht lange. Denn einen km vor dem Gipfel sein längst erwarteter Angriff. Niemand konnte dem Antritt folgen. Und 250 m vor der Linie ließ er auch Carapaz stehen. Der Mann in Gelb bretterte die Abfahrt runter und baute seinen Vorsprung aus. Carapaz von der Gruppe um Vingegaard, Seixas, Evenepol, Lipowitz, Ayuso und Skjelmose eingeholt, del Toro im Weißen Trikot überraschend ein Stück dahinter. Uneinholbar nahm Pogacar auch den letzten Berg an der Spitze im Sprint. 40’’ dahinter Vingegaard, Lipowitz & Co. Evenepoel fiel kurz zurück, holte aber wieder auf, weil Lipowitz auf ihn wartete. Letzter Kilometer für Pogacar. Er nahm erfolgreich Revanche für seine Niederlage gegen Vingegaard 2024. Evenepoel kam wieder nach vorne und spurtete auf Platz 2 vor Seixas und Lipowitz. Vingegaard verlor weitere Zeit auf Pogacar. Das Weiße Trikot wechselt den Besitzer von del Toro zu Ayuso.

© A.S.O./ThomasMaheux

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