Drama um Kämna, Pogacar jubelt

Tour de France 2022 | Etappe 7 | Tomblaine > La Super Planche des Belles Filles

Was für ein Drama! Lange hatte das Trio Geschke, Schachmann und Kämna die 7. Etappe dominiert. Aber auf den letzten staubigen und steilen Metern zur Super Planche des Belles Filles schnappte Pogacar dem unglaublich kämpfenden Kämna den möglichen Sieg weg und spurtete dann noch an seinem Widersacher Vingegaard vorbei zum zweiten Tagessieg hintereinander. Zur Enttäuschung um Kämna nach seiner heroischen Leistung kam die um seinen Kapitän Vlasov hinzu, der sich bereits zwei Kilometer vor der Bergspitze aus dem Kreis der Favoriten verabschieden musste. 

Highlights - Stage 7 - #TDF2022

Motto der ersten 35 km: „ausgerissen und gestellt“. Immer wieder versuchten sich Fahrer vom Feld zu lösen, immer wieder setzten andere entschlossen nach, so dass es bei großer Geschwindigkeit lange bei einem geschlossenen, weit auseinander gezogenen Feld blieb. Besonders Fahrer von Bora-hansgrohe (Politt, Haller, Schachmann) drückten aufs Gaspedal. Einmal mit ihrem ehemaligen Teammitglied Peter Sagan. Doch ebenfalls vergeblich. Nach 40 km zweite Attacke von Simon Geschke (COF). Filippo Ganna (IGD) sprang an sein Hinterrad. Vorsprung maximal 19 Sekunden. Doch der Zeitfahrweltmeister wurde ‚Par Ordre du Mufti‘ zurückgepfiffen. Statt Ganna schlossen Pedersen und Ciccone (beide Trek) und das Bora-Duo Schachmann/Kämna mit Teuns, Durbridge, Barthe, Erviti, Asgreen und Laengen zu dem Deutschen am Ende der ersten 50 km wilder Fahrt auf. Voilà die Ausreißergruppe des Tages mit elf Fahrern aus neun Teams. Rasanter Schnitt von 51,6 Sachen. Nach 60 km betrug der Vorsprung der Gruppe schon über zwei Minuten. Max Schachmann, vor der Etappe 2:07 hinter Pogacar, fuhr mehrfach einige Kilometer virtuell in Gelb. Dessen Reaktion: Er beorderte sein Team nach vorne. Die Folge: Der Vorsprung sank. Der Mann in Gelb rief sogar Laengen aus der Fluchtgruppe ins Feld zurück. 

Drei Deutsche vorne: Geschke, Kämna, Schachmann

Die Sprintwertung in Gérardmer holte sich Pedersen vor Geschke und den Fluchtkollegen. 1:55 vor dem Feld, in  dem nur Jumbo und Quick-Step sprinteten. Kein Problem für van Aert Platz 11 vor seinem Teamkameraden Laporte und Jakobsen zu gewinnen. Noch vor dem ersten Berg der 3. Kategorie (Col de Grosse Pierre) attackierten Kämna und Schachmann. Zunächst ging nur Durbridge mit. Teuns und Geschke konnten aufschließen. Die Tempoverschärfung ließ den Vorsprung auf 2:35 anwachsen. Die Bergwertung und zwei Punkte kassierte Geschke vor Kämna (1 Punkt). Vorne jetzt ein Quintett mit drei Deutschen! Vorsprung zwischenzeitlich über drei Minuten. Erviti und Barthe schafften die Wiedervereinigung mit dem Quintett zum Septett noch vor dem zweiten Berg der 3. Kategorie (Col des Croix), 40 km vor La Planche. Auch diese Höhe (687 m) überquerte Geschke als Erster; dieses Mal gefolgt von Teuns. Mit 2:40 vor dem Peloton. 

Die Planche des Belles Filles wurde nicht zum Berg der Deutschen

Von nun an ging’s bergauf. Für alle 172 Fahrer. Noch 20 km und noch zwei Minuten Distanz zwischen der Spitze und dem Feld. In dem sich Fahrer der Favoritenteams vorne postierten. Noch 15 km, Pogacar gelassen im Schutz seines Teams. Wer würde die Feindseligkeiten mit einer Attacke eröffnen?  An der Spitze fiel Erviti zurück. Noch 10 km, Distanz 1:40. Bei den Verfolgern Ineos Grenadiers nun mit an der Spitze. Die letzten brutal steilen 7 km. Mit 13 % schon zu Beginn. Schachmann und  Barthe mussten abreißen lassen. Geschke beschleunigte. Teuns und Kämna etwas dahinter. Jetzt führten die Kollegen von Pogacar das Feld an. 1:10 hinter Geschke. Zu dem nur noch Kämna aufschließen konnte. Der 5 km vor dem Ziel attackierte und an Geschke vorbei ging. Noch etwas mehr als eine Minute voraus. Noch 4 km. Pinot am Limit. Vlasov in Schwierigkeiten. Fuglsang, Powless ebenso. Ein brutales Ausscheidungsrennen. Und immer noch zwei Helfer bei Pogacar. Geschke eingeholt. Kämna noch 45 Sekunden voraus. An der Flamme Rouge noch 37 Sekunden. Jetzt die Schotterpiste. Noch 800 m. Pogacar, Roglic beschleunigen, Bardet und Thomas. Kämna noch 500 m. 25 Sekunden voraus. Doch als Pogacar & Co auf den letzten Metern  beschleunigten, war es um den so beherzt fahrenden Kämna geschehen. Vingegaard sah bereits nach dem Sieger aus, aber auf den letzten Metern ging Pogacar doch noch an ihm vorbei. Und bestätigte seine Ausnahmestellung. Aber den jungen Dänen und sein starkes Team sollte man noch nicht abschreiben. Simon Geschke erhielt die Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer. 

Keine Änderungen bei den Trikotträgern. Morgen wird’s olympisch, wenn die Etappe auf der Côte du Stade Olympique in Lausanne endet.

08/07/2022 - Tour de France 2022 - Etape 7 - Tomblaine / La Super Planche des Belles Filles (176,3km) - POGACAR Tadej (UAE TEAM EMIRATES) - Vainqueur de l'étape
08/07/2022 - Tour de France 2022 - Etape 7 - Tomblaine / La Super Planche des Belles Filles (176,3km) - POGACAR Tadej (UAE TEAM EMIRATES) - Vainqueur de l'étape © A.S.O./Charly Lopez

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