29/08 > 20/09/2020

Van Aert gewinnt Vollgas-Etappe

Von wegen Schonung bei einer auf dem Papier eher harmlosen Etappe zwischen Millau und Lavaur. Denn das  deutsche Team Bora-hansgrohe stellte mit einem erfolgreichen Ausreißversuch der gesamten Mannschaft alle Prognosen auf den Kopf. Die Folge der Vollgasetappe: Peter Sagan holte sich Grün zurück. Im Ziel war erneut Wout van Aert nicht zu schlagen. Im Gesamtklassement keine Veränderungen. 

Große Überraschung durch Bora-hansgrohe auf der Flachetappe vor dem Pyrenäen-Duett am Wochenende! Zunächst riss wie erwartet der Träger des gepunkteten Trikots, Benoit Cosnefroy, aus, weil er auf die zwei Bergpunkte am Col de Luzençon (3. Kategorie) scharf war. Das schaffte er gerade noch. Denn schon da diktierte das Team von Emanuel Buchmann das Rennen mit einem irren, rekordverdächtigen Tempo von über 70 km/h im Stile eines Mannschaftszeitfahrens. Das Ziel: viele Konkurrenten von Sagan abhängen, insbesondere Sam Bennett, den Träger des Grünen Trikots, und dem siebenmaligen Gewinner des Grünen Trikots sein Lieblingslaibchen zurückholen. Das gelang: Nach der Sprintwertung bei km 58, die Matteo Trentin, Profiteur der Aktion des deutschen Teams, knapp vor Sagan gewann, eroberte der dreifache Weltmeister - zunächst virtuell - das Punkte-Trikot zurück. Die Konkurrenz um Grün fiel in mehreren Verfolgergruppen chancenlos zurück. In der ersten Gruppe mit BORA die Favoriten für das Gelbe Trikot. So Julian Alaphilippe, der mitsprintete und hinter seinem Landsmann Bryan Coquard Vierter wurde. Der Schnitt in der ersten Stunde: 46,2 km. Und das bei 29 Grad.

Erfolgreiche Arbeit des ganzen Teams

Bora hielt das Tempo auch beim langen Aufstieg auf den Col de Peyronnenc (ebenfalls 3. Kategorie) hoch. Bennett & Co. fielen immer weiter zurück. Die zwei Punkte auf der Passhöhe kassierte Thomas De Gendt, der anschließend durchzog. Gefolgt vom Team B&B Hotels mit Quentin Pacher (1 Punkt) und vor allem Bryan Coquard, aktuell einer der Favoriten für den Etappensieg. In der zweiten Stunde sank das Stundenmittel geringfügig auf 44,1 km. Und De Gendt baute seinen Vorsprung aus; auf dem letzten Berg des Tages, der Côte de Paulhe (1 Punkt), waren es 36 Sekunden. Der Abstand der zweiten Gruppe mit dem Träger des Grünen Trikots wuchs auf über fünf Minuten. Damit war klar, dass der Sieger nur aus der Gruppe um das Gelbe (Yates) und das virtuelle Grüne Trikot (Sagan) kommen würde.

Auch ohne einige schnelle Männer ein sprint royal

In der Ebene auf den letzten 40 km wurde der Seitenwind zur Gefahr für die Spitze, die auch De Gendt mit Ineos in der Führung wieder geschluckt hatte. Jetzt sorgten mehrere Teams für hohes Tempo - inklusive Alaphilippe. Prompt riss auch das Hauptfeld auseinander. Buchmann und Sagan sowie die Favoriten in der Gesamtwertung noch vorne dabei. Im Gegensatz zum Träger des Weißen Trikots Tadej Pogacar sowie Landa und Porte. Die 40 Fahrer vorne ließen nicht nach. Auch ohne viele Sprinter ein heißer Schlusssprint in Lavaur, bei dem wieder Wout van Aert auf den letzten Metern an allen vorbeischoss und seinen zweiten Etappenerfolg einfuhr. Peter Sagan hatte mit Defekt  keine Chance. Sein Kapitän Emanuel Buchmann kletterte einige Plätze hoch. Er bleibt 22 Sekunden hinter Adam Yates, der Gelb verteidigte, ebenso Cosnefroy sein Berg-Trikot. Sagan wieder in Grün. Das Weiße Trikot übernimmt Egan Bernal.

Statt durchschnaufen vor den Pyrenäen mussten die Favoriten hart arbeiten. Der Plan von Bora war am Ende nur zum Teil aufgegangen.

#TDF2020 - Etappe 7 - Zusammenfassung
04/09/2020 - Tour de France 2020 - Etape 7 - Millau / Lavaur (168 km) -
04/09/2020 - Tour de France 2020 - Etape 7 - Millau / Lavaur (168 km) - © A.S.O./Alex Broadway

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