29/08 > 20/09/2020

Alleskönner van Aert gewinnt

Wie sein Kapitän Primoz Roglic am Vortag im Berg war auch Wout van Aert in der Ebene nicht zu schlagen. Das Duell der schnellen Männer entschied zweimal Sam Bennett gegen Peter Sagan für sich und übernahm somit das Grüne Trikot. Kämpferischster Fahrer wurde Wout Poels, der sich trotz großer Schmerzen ins Ziel kämpfte. 

Anders als an allen bisherigen Tagen hatte offensichtlich keiner der 172 Fahrer zu Beginn der 183 km von Gap nach Privas Lust auf eine Attacke. Ein lockerer Rennauftakt, der die Profis zum Plaudern einlud. Ein kurzes Zucken von Kasper Asgreen und Thomas de Gendt - das war’s auch schon. Erst beim Zwischensprint in L’Epine kam Leben ins Feld. Auf leicht ansteigendem Terrain kamen die Sprinter erst auf den letzten Metern nach vorne. Sam Bennett gewann klar vor Michael Morkov, Caleb Ewan und Peter Sagan und jagte dadurch virtuell seinem größten Rivalen das Grüne Trikot ab. Zweiter Akt in Privas.

Das Rennen wurde schneller

Weiterhin ohne Ausreißer zog das Team von Julian Alaphilippe das Tempo mit Bob Jungels an der Spitze des weit auseinander gezogenen Feldes in der Abfahrt von 900 auf rund 300 m an. Dennoch ließen die Fahrer in Nyons, der Stadt der Oliven, auf Grund der Kreisel und vieler Bremsschwellen Vorsicht walten und drosselten die Gangart, zumal es leicht bergauf ging. Aus der Ferne grüßte der Mont Ventoux in über 1.900 m Höhe, den Fahrern standen heute nur zwei Berge der 4. Kategorie mit etwas mehr als 400 m im Weg. Den ersten, den Col de Serre Colon, steuerte das Feld geschlossen an. 300 m vor der Passhöhe spurtete der Träger des Bergtrikots, Benoît Cosnefroy, los und erhöhte seinen Punktestand um einen auf 22 Punkte. Auf dem Weg ins Rhône-Tal und die Stadt des Nougats, Montélimar, wurde das Peloton wieder schneller. Nach dem Richtungswechsel nach Norden drohte Gegenwind.

Im Finale war Wout van Aert nicht zu stoppen

Das Finale begann mit der Überquerung der Côte de Saint-Vincent-de-Barrès, 16 km vor Privas. Kurz vor der Bergkuppe gleiches Szenario wie vorhin: Cosnefroy alleine vor dem Feld  - ein Punkt mehr in der Bergwertung. Danach provozierte Ineos-Grenadiers eine Windkante. Julian Alaphilippe blieb dran, während Jumbo-Visma sich leicht überraschen ließ, aber mit Hilfe von Tony Martin wieder ganz nach vorne kam. Dennoch ein Riss im Feld. Die zweite Gruppe u.a. mit Marc Hirschi gleich mit wachsendem Rückstand. Im Schlusssprint war Wout van Aert (Jumbo) der Schnellste und fing Cees Bol (Sunweb) auf den letzten Metern ab, Dritter Sam Bennett (Deceuninck) vor Peter Sagan (Bora). 

Zwei Trikotwechsel

Benoît Cosnefroy verteidigte sein Bergtrikot und Tadej Pogacar sein Weißes. Adam Yates erhielt zu seiner eigenen Überraschung Gelb, weil Julian Alaphilippe wegen unerlaubten Verpflegens innerhalb der letzten 20 km mit einer Zeitstrafe von 20 Sekunden bedacht wurde. Peter Sagan muss Grün an Sam Bennett abgeben. Morgen geht es zurück in die Berge mit einem hammerharten Finale hinauf zum Mont Aigoual.

#TDF2020 - Etappe 5 - Zusammenfassung

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