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Michael Rogers: „Mein Herz ist noch gebrochen.“

„In dieser Phase meiner Karriere fahre ich intelligenter. Ich habe verstanden, dass für einen Sieg alles passen muss! Früher hatte ich Angst, noch bevor es richtig los ging. Heute sage ich mir, ‘wenn ich mein Bestes gebe, ist das Schlimmst, das mir passieren kann, ein Radrennen zu verlieren’. Meine neue Einstellung eröffnet mir einen ganz neuen Blick und neue Chancen. Mein Startverbot (vor dem Freispruch im Zuge einer positiven Kontrolle, Ende 2013-Anfang 2014) war sicherlich eine Lektion in meinem Leben. Ich sehe das Leben jetzt mit anderen Augen. Ich habe mir gesagt, ‘hör auf, das Leben eines anderen zu leben’. Ziele sind nur schwer zu begreifen. Früher wollte ich große Rundfahrten gewinnen. Heute weiß ich, dass ich einwöchige Rennen gewinnen, nicht aber drei Wochen lang mit Contador, Nibali oder Valverde mithalten kann. Ich muss den Blick vom Gesamtklassement abwenden, um mich Ausreißergruppen anzuschließen. Wäre Alberto nicht gestürzt, hätte ich heute keinen Etappensieg gefeiert, weil mir die Verteidigung seines Gelben Trikots alles abverlangen würde. Alberto hätte die Tour nicht leicht gewonnen, weil Nibali in der Form seines Lebens ist. Es wäre ein großer Kampf geworden. Jetzt müssen wir das nächste Jahr abwarten, um zu helfen… und Alberto denkt jetzt schon daran. Für die Chance, die ich hatte, könnte ich Alberto dankbar sein, dass er aufgegeben hat… mein Herz ist aber noch gebrochen.
Unser Plan B, um Etappensiege zu kämpfen, ist detailliert durchdacht worden. Ich wusste, dass die Etappen von heute und morgen meinen Fähigkeiten entsprechen. Ich erinnerte mich noch gut an das Finale von 2010, als Voeckler der Gewinner war. Mir leuchtete ein, dass er besonders motiviert sein würde. Es war äußerst schwer, eine Ausreißergruppe zu bilden. Nach 30 km fand ich mich mit vier Fahrern wieder, und Kevin Reza hat nie die Führungsarbeit übernommen, weil er wohl auf seinen Teamkollegen wartete. Auf dem Gipfel des letzten Anstiegs sagte Voeckler mir ‘Ich mache kein Tempo, sondern warte auf meinen Teamkollegen’. Da habe ich erwidert ‘Hey, das habe ich schon vor 200 km gehört’. Mit drei Fahrern aus seinem Team in einer 21-köpfigen Gruppe konnte er das Geschehen kontrollieren, aber mit zwei von fünf im Finale wurde es für ihn schwieriger. Für mich hat es geklappt. Und das ist der Traum eines jeden Radfahrers, eine Etappe der Tour de France zu gewinnen.“

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