Ausgabe 2019

Etappensiege 0
Gesamtklassement 4
Die fahrer im Rennen 8
Sportliche Manager : WEGELIUS Charly / SOUTHAM Tom

EF EDUCATION FIRST

Die frühere Formation Garmin, die vor zehn Jahren ihr Debüt bei der Tour de France in Brest gab, liefert den Beweis, dass Finanzkraft und Planung im modernen Radsport nicht alles sind. Denn mit einem der geringsten Budgets und großer Ungewissheit, was ihre Zukunft betrifft, führt sie 2017 Rigoberto Uran auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. Education First im überwiegend rosafarbenen Trikot setzt mit Unterstützung von Cannondale das Abenteuer fort. Am Anfang der Geschichte dieser amerikanischen Formation steht eine Anti-Doping-Philosophie, die von zwei Männern getragen wird: dem Manager Jonathan Vaughters und David Millar, der nach einer heilsamen Pause wieder ins Fahrerlager wechselt.

Der vierte Platz in der Gesamtwertung von Christian Vande Velde ist nur der Auftakt für drei weitere unerwartete Platzierungen unter den Top 10: Bradley Wiggins, 4. Platz 2009; Ryder Hesjedal, 7. Platz 2010; Tom Danielson, 9. Platz 2011. Der junge Andrew Talansky, der 2013 auf den 10. Platz fährt, löscht die böse Erinnerung an 2012 aus (Massensturz in Lothringen). Der amerikanische „Pitbull“, der 2014 das Critérium du Dauphiné gewinnt, muss bei der Tour nach einem Sturz schweren Herzens aufgeben, aber sein Team kann den Verlust verdauen und holt dank Ramunas Navardauskas einen bewegenden Sieg in Bergerac.

Der in Boulder, Colorado, ansässigen Formation ist bei der Tour bis zum Paukenschlag von Uran in Chambéry 2017 kein weiterer Erfolg gegönnt. Talansky wird 2015 Elfter in der Gesamtwertung und Zweiter in Pra Loup, Dan Martin schafft es in Mûr-de-Bretagne und in Cauterets auf den zweiten Platz, Hesjedal in L’Alpe d’Huez auf den dritten. 2016 und 2018 sind ihr keine Erfolge beschert und Uran, der weit davon entfernt ist, seine Leistung des Vorjahres zu wiederholen, verzichtet nach einem Sturz auf dem Kopfsteinpflaster im Norden darauf, die 12. Etappe in Bourg-Saint-Maurice anzutreten. Der traurige Höhepunkt des Teams bleibt im letzten Jahr die Geschichte des Amerikaners Lawson Craddock, der als erster Fahrer in die Annalen eingeht, der vom Anfang bis zum Ende der Tour den letzten Platz in der Gesamtwertung belegt. Mit einer sturzbedingten Verletzung am Schulterblatt schafft er es durch reine Willenskraft nach Paris. Neben Uran schickt EF Education First in diesem Jahr den 32-jährigen ehemaligen kanadischen Läufer Michael Woods ins Rennen, der bei der letzten Weltmeisterschaft die Bronzemedaille gewann (hinter Alejandro Valverde und Romain Bardet).

  • Finalsieg 0
  • Etappensiege 8
  • Gelbe Trikots 7
  • Sonstige verdientes Rennen 1

Etappensiege: 8

  • 2011: Mannschaftszeitfahren in Les Essarts; Tyler Farrar in Redon; Thor Hushovd in Lourdes und in Gap
  • 2012: David Millar in Annonay-Davézieux
  • 2013: Dan Martin in Bagnères-de-Bigorre
  • 2014: Ramunas Navardauskas in Bergerac
  • 2017: Rigoberto Uran in Chambéry

Sieg in anderen Wertungen: 1

  • 2011: Mannschaftswertung

Gelbe Trikots: 7

  • 2011: Thor Hushovd, sieben Tage

DIE ZAHL

2: Beste Platzierung eines Fahrers von Jonathan Vaughters in der Gesamtwertung der Tour de France durch Rigoberto Uran nach den vierten Plätzen von Christian Vande Velde 2008 und Bradley Wiggins 2009.

ECKDATEN

7. Juli 2009: Beim Mannschaftszeitfahren, seiner Paradedisziplin, fordert das Team von Jonathan Vaughters die Übermacht von Astana heraus – ein Vorgeschmack auf Bradley Wiggins‘ 4. Platz in der Gesamtwertung.

4. Juli 2011: Am Tag, nachdem sein Traum vom Sieg im Mannschaftszeitfahren wahr wird, genießt Vaughters den Sieg seines Sprinters Tyler Farrar in Redon und das Gelbe Trikot von Thor Hushovd.

13. Juli 2012: David Millar, die Verkörperung der Anti-Doping-Politik des Teams, schließt mit einem Sieg in Annonay-Davézieux an alte Tour-Erfolge an und holt sich seine endgültige Wiedergutmachung.

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