In über einem Jahrhundert gemeinsamer Geschichte haben sich Cherbourg und die Tour stark verändert. Die große Frankreichrundfahrt zählte fünfzehn Etappen über sehr lange Distanzen, als Gustave Garrigou 1911 in der Präfektur am Meer nach 405 Rennkilometern seit dem Start in Brest den Tagessieg feiern durfte. Zwei Tage später ging er mit dem Gesamtsieg in Paris definitiv in die Tour-Annalen ein. Cherbourg hingegen wurde zur festen Größe im Tour-Kalender. Die Stadt diente Ottavio Bottecchia als Kulisse, der sich bei seiner ersten Tour-Teilnahme 1923 hier im Sprint seinen ersten Etappensieg und sein erstes Gelbes Trikot sicherte, bevor er im Jahr darauf als erster Italiener die Frankreichrundfahrt gewann. Der Etappenjäger André Leducq (25 Etappensiege bei der Tour) holte hier 1928 und 1929 zwei Tagessiege, bevor Cherbourg ein halbes Jahrhundert auf den nächsten Tour-Besuch warten musste, um mit Guido Bontempi einmal mehr einen Italiener groß rauszubringen. Er fuhr in der Normandie den ersten seiner sechs Erfolge bei diesem Wettbewerb ein. Die Stadt von Benoît Cosnefroy ging anschließend mit Octeville zusammen, bevor sie zu Cherbourg-en-Cotentin wurde. Peter Sagin holte sich hier 2016 mit einem Tagessieg vor dem aufstrebenden Debütanten Julian Alaphilippe sein erstes Gelbes Trikot.
- Zum 19. Mal Etappenort
- Unterpräfektur des Département de la Manche (50)
- Bevölkerung: 78.300 EinwohnerInnen
- cherbourg.fr • lecotentin.fr

