Doppelsieg für UAE: Tadej Pogacar überlässt Isaac del Toro den Sieg am Montjuïc. Versprochen war ein explosives Finale der 2. Etappe und das war es auch. Dreimal auf den Montjuïc bedeuteten Hochspannung bis zum Schluss. Trotz Hitze, Wind und bergigem Profil auf den letzten 30 km ein lange offener Rennausgang. Am Ende aber doch UAE auf Platz 1 und 2.
Schon kurz nach dem Start in Tarragona zeigte sich der frisch gebackene deutsche Meister Felix Engelhardt (JAY) mit Alex Molenaar (CJR) und Frank van den Broek (TPP) angriffslustig. Die Hartnäckigkeit des Trios zahlte sich aus, zumal ein Sturz - u.a. mit Girmay und Godon - das Feld kurzfristig ausbremste. Weitere Attacken blieben ausser von Baptiste Veistroffer (LOI) aus. Nach 25 km lagen die Ausreißer 1’40’’ vor dem Peloton, das sie gewähren ließ, so dass der Vorsprung auf über 3’ anwuchs und Molenaar virtuell im Gelben Trikot fuhr. Überraschend viele Defekte: wieder Vauquelin, Degenkolb, Girmay, später auch Del Toro und Seixas. Das medizinische Personal hatte mit Schürfwunden ebenfalls einiges zu tun. Der Vorsprung blieb unter 4’, auch weil Tom Pidcock seinem Team PRT die kontrollierte Nachführarbeit aufgetragen hatte.
Drei Mal Molenaar vor Engelhardt
In Annäherung an die Sprintwertung in Viladecans sank der Vorsprung unter drei Minuten. Auf den letzten Metern fing der eine Tour-Debütant Molenaar den anderen Engelhardt gerade noch ab. Dritter van den Broek. Um Platz vier entbrannte ein heißer Kampf, den Biniam Girmay (NSN) für sich entschied. Vor Pedersen (LTK), Philipsen (APT) etc.. Max Kanter (XAT) wurde 9. Ab sofort hieß es klettern - 6 km à 5,8 % zur ersten Bergprüfung an der Côte de Begues (2. Kategorie). An der Spitze des Pelotons jetzt das Team von Pogacar, das Engelhardt & Co immer näher kam. Auf dem Gipfel behaupteten sie noch die Spitze in der gleichen Reihenfolge wie beim Sprint: Molenaar vor Engelhardt und van den Broek. Auf der Abfahrt fiel letzterer mit Krämpfen zurück.
Der erwartete Showdown in Barcelona
Adieu Küste, bon dia Mittelgebirge. Zunächst wuchs der Vorsprung des Duos auf über 40’’ an. Doch 50 km vor dem Ziel schmolz er beständig. 10 km weiter waren die beiden bereits in Sichtweite des Feldes. Wenig später war ihr Schicksal trotz heroischer Gegenwehr besiegelt.
In den Straßen von Barcelona ging es zunächst um eine optimale Position für die erste Überfahrt des Montjuïc. McNulty vor Pogacar über den Berg. Am Hinterrad Vingegaard, Evenepoel und Lipowitz sowie Seixas und weitere Favoriten auf den Tagessieg. Auch vor der zweiten Fahrt über die Côte du Chateau de Montjuic war das auf die Favoriten reduzierte Peloton zusammen. Wieder fast gleiches Bild wie zuvor mit McNulty vorne und ca. 40 Fahrer dahinter. Auf dem Gipfel wieder 2 Punkte für McNulty, diesmal gefolgt von Jorgenson (TVL). Noch 10 km und eine Kletterpartie.
Arbeitsteilung bei UAE
Letzter Aufstieg. Hier musste die Entscheidung fallen. Noch keine Attacke von Pogacar. Noch 1,3 km bergauf. Nach McNulty machte jetzt Adam Yates Tempo für Pogacar. Vingegaard am Hinterrad. Johannessen und Carpaz attackierten erfolglos, auf dem Gipfel noch keine Entscheidung. Dann atttackierte Skjelmose und lag rund 800 Meter vor dem Ziel einige Radlängen vorne. Kurz vor dem Ziel rauschte Isaac Del Toro an Pogacar und Vingegaard vorbei und sicherte sich mit Genehmigung seines Chefs Pogacar den Tagessieg. Dritter Evenepoel vor Vingegaard, der auch ohne Bonussekunden das Gelbe Trikot behält. Der Sieger des Tages jetzt auch in Grün und Weiß. Das Bergtrikot übernimmt der Fluchtkollege von Engelhardt, Molenaar. Der Deutsche Meister darf sich mit der Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer der Etappe trösten. Bester Deutscher bleibt Florian Lipowitz auf Platz 8 im Gesamtklassement.

