Es war das erwartete Spektakel in den Vogesen. Mit dem erwarteten Sieger. Auch bis dahin großer Sport mit sehr starken Ausreißern um Richard Carapaz, die sich erst am letzten Anstieg geschlagen geben mussten. Florian Lipowitz lange bei den Favoriten, mit Attacke am Schlussanstieg, dann aber doch mit ein paar Sekunden Rückstand. Im Gesamtklassement: noch mehr Vorsprung für Pogacar und Weißes Trikot für Paul Seixas.
Mülhausen verabschiedete die 171 Fahrer zur 14. Etappe in heftigem Regen. Erfrischung willkommen nach den zuletzt hitzigen Etappen. Aber sintflutartig hätte der lokale Schauer jedoch nicht sein müssen. 5 km weiter und der Spuk war vorbei - Sonnenschein über dem Peloton mit den Sprintern an der Spitze - Alpecin-Premier Tech (Philipsen) und NSN (Girmay). Den Sprint in Wattwiller gewann Philipsen (25 Punkte) vor Pedersen (20), Kanter (16), der weiter das Eichhörnchen beim Einsammeln von Punkten machte, und Girmay (14). Danach wieder Adieu Sprinter; es schlug die Stunde der Bergziegen.
Valentin Paret-Peintre contra Richard Carapaz
Erste Steigung, erste Attacken. Wie gestern löste sich eine große Gruppe vom Hauptfeld, das wie gewohnt von Nils Politt angeführt wurde. Vorne einige, die gestern schon Hummeln oberhalb des Sattels verspürt hatten. Ebenfalls dabei Engelhardt und Steinhauser. Um eine Minute Vorsprung der Ausreißer auf den anstrengendsten Passagen hinauf zum Grand Ballon. Das Tempo bestimmte Georg Steinhauser, Helfer von Carapaz (EFE). Beim Sprint um die Bergwertung lag Valentin Paret-Peintre (SOQ) vor Carapaz. Beide wurden von den Brüdern Johannessen (UXM) sowie Ben Healy (EFE) eingeholt. Damit ein Quintett an der Spitze bei der ersten Zielpassage am Markstein. In der 17 km langen Abfahrt die Fünf verfolgt von einem Trio mit Arensmann (IGD), Rubio und Castrillo (beide MOV), mit 1’30’’ folgte eine größere Verfolgergruppe um Pidcock. Das Peloton kam rund 2’ später.
Paret-Peintre virtuell im Bergtrikot
Von Kruth führte die Strecke 10 km bergauf zum Col du Page (2. Kategorie). Radwechsel bei Arensmann, Castrillo nahm erschöpft die Beine hoch. Rubio schloss sich dem Quintett an der Spitze an. Gefolgt von Arensmann (22’’) und der Gruppe Pidcock (1’50’’) sowie Politt und dem Peloton (2’50’’). Auch die zweite Bergwertung gewann Paret-Peintre vor Carapaz. In der Gesamtwertung Pidcock virtuell bereits auf Platz 2. Das Peloton mit über 3’ Rückstand. Und in der Bergwertung Paret-Peintre nur noch 9 Punkte hinter Pogacar. Schwierige Abfahrt, denn wieder hatte starker Regen eingesetzt. So öffnete sich plötzlich eine Lücke bei den Favoriten. Vorne UAE mit Pogacar sowie Bora mit den beiden Kapitänen, einige Meter dahinter Visma mit Vingegaard. Keine Panik im Elsass, Lücke an der Mosel geschlossen.
Wieder der Ballon d'Alsace
Ereut ging es zum Ballon d’Alsace. Die Favoriten-Gruppe verkürzte den Rückstand dank starker Arbeit von Felix Großschartner. Währenddessen gleiches Bild auf dem Gipfel wie zuvor: Paret-Peintre vor Carapaz - diesmal ohne Sprint. Der Franzose jetzt virtuell im Bergtrikot - einen Punkt vor Pogacar. Kurz nach dem Beginn der Abfahrt Zusammenschluss der Gruppe Pidcock mit dem Peloton. Wieder klettern hinauf zum Col du Hundsruck auf 748 m Höhe - nicht kategorisiert. Das Sextett 50 km vor dem Ziel knapp 2’ vor der Gruppe der Favoriten, bei denen vor allem die Teams UAE, TVL, RBH und DCT arbeiteten. Pidcock immer noch dabei. Dafür musste vorne Healy passen. Das Quintett hatte 22 km vor Le Markstein noch 1’25’’ Vorsprung.
Wie gewohnt unwiderstehlicher Antritt und Sieg Pogacar
Der letzte entscheidende Berg, der Col du Haag, ein ehemaliger Waldweg mit irregulären Steigungen. Nur noch ein Vierer vorne ohne Anders Johannessen. Carapaz beschleunigte, nur Tobias Johannessen konnte folgen. Ausscheidungsrennen bei den Favoriten. Pogacar und del Toro, Vingegaard und Kuss, Evenepoel und Lipowitz, Seixas und Prodhomme. Vorne musste Johannessen abreißen lassen. Sepp Kuss führte das Feld der Favoriten an. Carapaz 14’’ vor Johannessen, der sich nicht geschlagen gab. Doch dann waren die Favoriten da und Vingegaard übernahm. Evenepoel mit Problemen, Del Toro biss sich am Ende der Gruppe fest. Vingegaard machte in der Favoriten-Gruppe ordentlich Tempo. Florian Lipowitz attackierte mit Paul Seixas am Hinterrad, beide wurden aber bald wieder gestellt. 1,5 km vor dem Gipfel der übliche Antritt von Pogacar. Erster auf dem Gipfel vor Vingegaard und Seixas. Da tauchte del Toro wieder auf, während Lipowitz nicht folgen konnte. Sieger Pogacar vor del Toro und Seixas mit Bonussekunden. Dahinter erst Vingegaard, dann die Gruppe Ayuso, Evenpoel und Lipowitz. Wechsel bei den Trikotträgern. Mit starker Leistung übernimmt der 19jährige Franzose Paul Seixas das Trikot des besten Jungprofis von Juan Ayuso. Morgen geht es mit einer weiteren schweren Bergetappe weiter.

