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Kein Herz für Sprinter

Nach den „hammerharten“ spanischen Tagen der Tour, werden der heutige und morgige Etappenverlauf komplett in Frankreich etwas ruhiger ausfallen. Meint zumindest die deutsche Podiumshoffnung Florian Lipowitz. Allerdings scheint Streckenchef Thierry Gouvenou nicht wirklich Erbarmen mit den Sprintern zu kennen, hat er doch wieder vier Berge in die Strecke zwischen Carcassonne und Foix eingebaut. Hügelig bleibt es auf den 182 km bei insgesamt 2.700 Höhenmetern im Land der Katharer also dennoch. Auch wenn die hohen Berge mit Aspin und Tourmalet erst am Donnerstag auf die Fahrer warten.

© Getty Images/iStockphoto

Historische Städte im Vorfeld der Pyrenäen

Der Start im malerischen, mittelalterlichen Carcassonne mit der Altstadt La Cité nahe der Autobahn A61 bzw. in Trèbes (scharfer Start) könnte die Fahrer früh animieren, Ausreißversuche zu unternehmen. Viel wird davon abhängen, welche Taktik die Teams mit den zeitgleichen Superstars Pogacar und Vingegaard bevorzugen, bzw. ob sich der ein oder andere Sprinter Chancen auf einen Tagessieg ausrechnet. Die ersten welligen 45 km vorbei am Canal du Midi werden also kaum zum Einrollen dienen. Bis Lagrasse bleibt es landschaftlich besonders reizvoll. Danach biegt der Kurs nach Süden ab, wo kurz hintereinander zwei vergleichsweise leichte Anstiege zu bewältigen sind: der 485 m hohe Col de Bedos (4. Kategorie, 3,3 km à 4,4 % Steigung) bei Kilometer 48,2 und 16 km weiter der Col du Paradis (3. Kategorie, 5,8 km mit im Schnitt 4,1 Steigungsprozenten bis auf 622 m Höhe).

Mads Pedersen Grünes Trikot die Zweite

In Quillan am Fluss Aude könnte Mads Pedersen bei der Sprintwertung versuchen, Pogacar bzw. Vingegaard das Grüne Trikot mit einer erneut beherzten Fahrt abzujagen, um es anders als gestern auch im Ziel zu behaupten. Danach steigen die Anforderungen mit den Bergen. Klettern auf 883 m beim ersten Berg der 2. Kategorie, dem Gebirgspass Col de Coudons - stramme 10,7 km mit im Schnitt 5,5 % Steigung. Ein mittelschwerer Anstieg. 34 km vor dem Ziel steht der Col de Montségur im Weg - 1059 m hoch, erreichbar nach 6,9 km mit durchschnittlich 6,6 Steigungsprozenten. Der Berg liegt nahe der berühmten sagenumwobenen Burgruine, die eng mit der Geschichte der Katharer verbunden ist. Für Radfahrer gehören die dortigen Straßen zu den beliebt-gefürchteten Quäldich-Pässen… Also der schwerste Anstieg des Tages.

Ziel zum 6. Mal im Herzen von Foix

Es bleiben 35 km, um die Entscheidung in der wunderschönen Landschaft Ariége herbeizuführen. A Tempo werden mögliche Ausreißer zum Ziel in Foix in 390 m Höhe mit der weithin sichtbaren Burg brausen. Das Finale findet am Ende einer 300 m langen Zielgeraden mit 6 m Breite statt. Eigentlich ein gutes Pflaster für den ersten Sprint royal dieser Tour. Wenn die schnellen Männer bis dorthin nicht abgehängt sind. Immerhin können sie sich trösten. Am Mittwoch in Pau sind sie auf jeden Fall an der Reihe. Also ganz bestimmt. Vielleicht.

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