Nach der superanstrengenden Etappe am Nationalfeiertag überraschte das Fahrerfeld mit einem neuen Etappenrekord von 50,8 km/h. Der alte Rekord stand seit 1999, als zwischen Laval und Blois im Schnitt 50,355 km/h gefahren wurden. Eine gute Nachricht: Den befürchteten Regen gab es nur am Start. Ein Massensprint mit einer kuriosen Situation kurz vor der Ziellinie. Nutznießer der Norweger Soren Wærenskjold.
Öfter mal was Neues: Es regnete beim Start zum zweiten Teil der Tour de France 2026. Auf nassen Straßen startete Mathieu van der Poel als erster Ausreißer die Reise nach Nevers. Weitere Attacken folgten. Wie in den Tagen zuvor mit Julian Alaphilippe. Heute gelang ihm die Flucht in einem Quartett: neben dem Ex-Weltmeister Mathis Le Berre (TEN), Nelson Oliveira (MOV) und Anthon Charmig (UXM). Liam Slock (LOI) setzte nach, konnte aber nicht aufschließen. Das Feld ließ die Ausreißer gewähren, so dass der Vorsprung rasch auf über 1’ anwuchs. Erster bei der Sprintwertung in Saint-Pourcain-sur-Sioule Le Berre kampflos vor Oliveira, Alaphilippe und Charmig sowie Slock; den Sprint des Pelotons gewann Philipsen vor Kanter, Pedersen und Girmay. Slock danach zurück im Feld. Nur 5 km weiter die erste Bergwertung. Den einen Punkt auf der Côte de Billonnière (4. Kategorie) schnappte sich Charmig. Das Feld folgte im Abstand von 1’30’’.
Das Quartett arbeitet gut zusammen
Mit zum Teil 80 km/h brausten die Vier auf mittlerweile abgetrockneten Straßen durch das reizvolle Departement Allier. Das Feld kaum langsamer im Abstand von etwas mehr als einer Minute. Weiterhin die Sprinterteams auf den ersten Plätzen. Gleiches Bild im Departement Nièvre in Decize: vier Fahrer vorne mit 1’31’’ vor dem Feld. Als das Team Decathlon sich an der Spitze einreihte, um sich eine gute Ausgangsposition für seinen Sprinter Olav Kooij zu verschaffen, sank der Vorsprung des Quartetts. Beim zweiten Berg der 4. Kategorie mit bis zu 6 Steigungsprozenten musste Alaphilippe abreißen lassen. Das verbliebene Trio fuhr in der Reihenfolge Charmig (1 Punkt), Oliveira und Le Berre drüber. Alaphilippe verschwand im Peloton. Trotz der Nachführarbeit der Sprinterteams nahmen die 3 die letzten 37 km in Angriff.
Der Kampfgeist des Trios hätte mehr verdient
Das Feld kontrollierte den Abstand zu den Ausreißern und ließ ihn nur wenig über 1’ ansteigen. 35 km vor dem Ziel ein Sturz in der Verpflegungszone mit Georg Zimmermann. Offensichtlich war ein Fahrer an einem Verpflegungsbeutel hängen geblieben. O’Connor und Balderstone ebenfalls verwickelt. Alle konnten zum Glück weiter fahren. Der Deutsche mit Schmerz verzerrtem Gesicht. Der Abstand sank leicht. 25 km vor Nevers auf 50’’. Der Kampf um die beste Position für die Sprinter hatte begonnen. Trotz des hügeligen Geländes hielt das Trio 15 km vor dem Ziel noch 35’’ Vorsprung. Noch 8 km und 12’’ und schon in Sichtweite. Derweil ging die Auszeichnung „kämpferischster Fahrer“ an Charmig. Ihre bravouröse Leistung endete 5,5 km vor dem Ziel.
Kurioses Finale mit Sieg Wærenskjold
Jetzt übernahmen die Sprinter und ihre Anfahrer. 2,1 km noch und es ging mit 60 Sachen los. Schlechte Ausgangslage für Kanter. Plötzlich tat sich eine Lücke hinter Decathlon auf, Nutznießer war Soren Wærenskjold (UXM), der sofort einen langen Sprint lancierte. Schrecksekunde für die übrigen Sprinter. Mit Philipsen an der Spitze kamen sie zwar näher, konnten den Norweger aber nicht mehr einholen. Platz 2 für Olav Kooij (DCT) vor Jasper Philipsen (APT). Bester Deutscher wurde Pascal Ackermann auf Platz 10, Max Kanter landete auf Rang 18. Keine Änderungen bei den Trikotträgern.

