29/08 > 20/09/2020

Caleb Ewan rast zum Sieg

Bye-bye Nizza hieß es um 12:20 Uhr für die 173 Fahrer in nord-westlicher Richtung über die Route Napoleon nach Sisteron. Das Rennen war zunächst geprägt vom Zweikampf um das Bergtrikot. Anthony Perez, am Start punktgleich Zweiter, siegte zweimal, dann stürzte er nach der 3. Bergwertung und musste aufgeben. Des einen Leid, des anderen Freud: Benoit Cosnefroy behielt damit das gepunktete Trikot. Der bis 16 km als Solist an der Spitze fahrende Jerome Cousin wurde kämpferischster Fahrer. Im Schlusssprint war Caleb Ewan (Lotto Soudal) nicht zu halten - sein 4. Etappenerfolg. Sagan eroberte als Fünfter das Grüne Trikot.

PAULINE BALLET
PAULINE BALLET © PAULINE BALLET

Bei blauem Himmel setzte sich ein Quartett rasch ab und hatte bald mehr als zwei Minuten Vorsprung. Die Besetzung ließ den Etappenverlauf vorausahnen: Cosnefroy (AG2R) im Bergtrikot und Anthony Perez (Cofidis) sowie Jerome Cousin (TDE) und zur Unterstützung von Cosnefroy Oliver Naesen. Doch letzteren pfiff der Teamchef von AG2R bald zurück. Das Trio baute seinen Vorsprung auf drei Minuten aus. Mehr Freiheit gewährten Julian Alaphilippe und Co. den Dreien jedoch nicht. Im langsamsten errechneten Schnitt unter 38 km/h erreichten die Fahrer den Fuß Col du Pilon - im Regen.

Anthony Perez zweimal Erster auf dem Berg

Sprint um die Bergwertung, 3. Kategorie. Im Windschatten von Cousin gingen Perez und Cosnefroy nach kurzem Belauern aus dem Sattel. Auf der Kuppe schnappte sich Perez die zwei Punkte hauchdünn vor seinem Konkurrenten und übernahm mit jetzt 20 Punkten virtuell das Bergtrikot. Schon acht Kilometer später gleiches Szenario auf fast 1.000 m auf dem Col de la Faye. Wieder war Perez schneller und baute seinen Vorsprung aus: 22 Punkte gegenüber 20 seines Kontrahenten. Inzwischen hatte sich das Wetter wieder beruhigt. Dennoch ließen die Fahrer auf den nassen Straßen Vorsicht walten und waren auch nach über zwei Rennstunden hinter dem langsamsten Schnitt unterwegs.

Benoit Cosnefroy verteidigte Bergtrikot nach Sturz Perez

Es durfte weiter geklettert werden. Die Vorentscheidung im Kampf um das Bergtrikot war für heute gefallen, da ließen die beiden Konkurrenten Jerome Cousin ziehen. Der baute seinen Vorsprung auf vier Minuten aus. Bei wechselhaften Wetterbedingungen ließ ihn das Feld zunächst gewähren. Vor dem dritten Berg der dritten Kategorie, dem Col des Lèques, betrug die Distanz nur noch zweieinhalb Minuten, um kurz danach wieder anzuwachsen. Die Wertung auf dem mit 1.148 m höchsten Berg des Tages hatte Cousin sicher. Doch dahinter ein erneuter Kampf um den verbleibenden Bergpunkt. Diesmal holte sich Cosnefroy mit Hilfe seines Teamkollegen Nans Peters den Punkt und verkürzte den Abstand auf einen Punkt. Beide AG2R-Fahrer versuchten anschließend durchzuziehen, um dann zu erfahren, dass Perez in der Abfahrt nach einem Platten gestürzt war und mit Schlüsselbeinbruch den Kurs verlassen musste. Damit blieb das gepunktete Leibchen auf den Schultern von Cosnefroy.

Zwischensprint des Feldes für Sagan, Sieger in Sisteron Ewan

Den letzten Berg Col de l’Orme (4. Kategorie) überquerte Cousin mit 1:50 vor dem schneller werdenden Feld. Die Sprintwertung in Digne-les-Bains gewann er mit einer Minute vor Peter Sagan, Nicolo Bonifazio, Giacomo Nizzolo, Alexander Kristoff & Co. 25 km vor dem Ziel hatte Cousin noch eine halbe Minute Vorsprung - da war er schon in Sichtweite des Feldes. 16 km vor Sisteron wurde er eingeholt. Jetzt hatten die Sprinter das letzte Wort. Souveräner Sieger Caleb Ewan von Lotto Soudal, der mit langem Anlauf und einer überraschenden Fahrlinie auch Sam Bennett noch einholte. Dritter wurde Giacomo Nizzolo.

Bis auf Alexander Kristoff, der sein grünes Trikot an Peter Sagan verlor, behielten alle anderen ihre Wertungstrikots.

#TDF2020 - Etappe 3 - Zusammenfassung

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