Erster persönlicher und französischer Sieg durch Julian Alaphilippe

17 Juli 2018 - 18:49

Am Sonntag erfüllte sich John Degenkolb seinen größten Wunsch mit seinem ersten Sieg bei der Tour und erfreute damit die deutschen Radsportfans, heute machte es ihm der Franzose Julian Alaphilippe nach. Er gewann erstmals bei der Tour weit vor der Konkurrenz und eroberte zudem das Bergtrikot. Greg van Avermaet verteidigte bravourös Gelb, Peter Sagan Grün.

„Endlich geht’s in die Berge“, kommentierten einige Favoriten den Beginn der Alpen-Trilogie am Lac d’Annecy. Ein nervöser Beginn kennzeichnete den Etappenstart der 165 Fahrer. Sofort wurde attackiert - u.a. von Sylvain Chavanel und Marcus Burghardt. Am ersten Berg des Tages - Col de Bluffy, 4. Kategorie - holte sich Julian Alaphilippe den einen zu vergebenden Punkt und meldete seine Ambitionen für heute an. So nach und nach bildete sich nach einer Tempoverschärfung eine Spitzengruppe mit 21 starken Fahrern. U.a. mit Peter Sagan, dem Träger des Grünen Trikots, der sich wie erwartet ohne Sprinter-Konkurrenz die maximale Punktzahl (20) holte und seinen Vorsprung in der Punktwertung ausbauen konnte. Auch Greg van Avermaet hatte sich nach vorne „geschmuggelt“. Gelb und Grün in einer Ausreißergruppe - ein seltenes Bild.

Rudy Molard virtuell im Bergtrikot

Mit etwas mehr zwei Minuten Vorsprung nahmen die Ausreißer den ersten „echten“ Berg in Angriff, den Col de la Croix Fry in 1.477 Metern Höhe (1. Kategorie). Noch bummelte das Feld - mit Team Sky in geschlossener Formation an der Spitze - hinterher. Aus der Spitzengruppe heraus attackierte Rudy Molard erfolgreich, Rain Taaramäe hängte sich dran. Oben angekommen gewann Molard (10 Punkte) und übernahm virtuell das gepunktete Trikot. Bei den ehemaligen Begleitern übernahm wieder van Avermaet die Initiative, so dass in der Abfahrt eine neue Gruppe entstand: ein Oktett mit dem Gelben Trikot rund 40 Sekunden vor der Gruppe um Sagan. Das Feld vier Minuten zurück.

Erfolgreich beim Berg der höchsten Kategorie: Julian Alaphilippe

Nach der Talfahrt ging es in den dritten und steilsten Berg, die Montée du plateau des Glières in 1.390 Metern Höhe (bis zu 13 %). Gefolgt von knapp zwei Kilometern Schotterpiste. Im Anstieg fiel die Spitzengruppe zunächst auseinander. Einen Kilometer vor dem Gipfel lag die wieder vereinte Gruppe Gelbes Trikot mit 13 Fahrern über fünf Minuten vor Chris Froome und den übrigen Favoriten. 300 Meter vor dem Gipfel sprintete Julian Alaphilippe an David Gaudu vorbei zur Bergwertung und nahm als erster die staubige Schotterpiste unter seine Räder. Am Denkmal für die Résistance hatte er 15 Sekunden Vorsprung vor seinen ehemaligen Begleitern. Die Bergspitze erreichte das Feld sechs Minuten später. Auf der Schotterpiste Platten bei Chris Froome, das neutrale Fahrzeug half, so dass er rasch ins Feld zurückkommen konnte. Das Bergtrikot weiterhin virtuell auf den Schultern von Molard (22 Punkte), jeweils einen Punkt vor Gaudu und Alaphilippe. In der Abfahrt kamen die 13 wieder zusammen. Und im flachen Teil der Etappe kamen weitere hinzu: 18 Fahrer hatten in der Ebene acht Minuten Vorsprung.

Der Showdown nach zwei Gipfeln: Allez Alaphilippe

Bevor es wieder bergauf ging, verringerte Sky nach und nach den Abstand zur Spitze. Bei den ersten steilen Metern hinauf zum Col de la Romme (1. Kategorie) verschärften die bergfesten Fahrer das Tempo. Der Vorsprung betrug noch knapp sechs Minuten, als Lilian Calmejane an der Spitze attackierte. Auch ins Feld kam Bewegung. Sky bekam von Astana, AG2R und Movistar Gesellschaft… Vorne flog die Gruppe auseinander. Rain Taaramäe war erst einmal alleine. Am Ende des Feldes mussten immer mehr Fahrer abreißen lassen. Julian Alaphilippe schloss zum Führenden auf und sicherte sich damit seinerseits die Bergwertung und virtuell das Bergtrikot. Die Gruppe um das Gelbe Trikot hatte schon mehr als eine Minute Rückstand. Das Feld über fünf. Kurze schnelle Abfahrt und wieder rauf auf den Col de la Colombière (1. Kategorie), eine echte Herausforderung. Dennoch vergrößerte der Führende seinen Vorsprung.

Ein perfekter Tag für Julian Alaphilippe

Alaphilippe räumte auch beim Colombière ab und baute seinen Vorsprung in der Bergwertung und gegenüber seinen Verfolgern aus. In der Abfahrt versuchten einige Fahrer vorne und im Peloton Boden gut zu machen. Doch der Kapitän von Quick-Step knallte unbeirrt weiter Richtung Ziel. Hier siegte er mit deutlichem Vorsprung vor seinen Fluchtkameraden und dem Feld, das mehr als drei Minuten später ankam. Greg van Avermaet sicherte sich überraschend ein weiteres Mal sein Gelbes Trikot als Etappenvierter und wurde zudem zum kämpferischsten Fahrer gewählt. Der große Verlierer war der Vorjahrszweite Rigoberto Uran. Aber auch Majka, Mollema, Zakarin und Jungels verloren Zeit. Nicht nur Tom Skujins musste sein Bergtrikot abgeben. Auch Andersen verlor das Weiße Trikot an Pierre Latour.



Zusammenfassung - Etappe 10 - Tour de France 2018

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