
Andy Schleck© Presse Sports
Andy Schleck, der 2010 mit einem Rückstand von 39’’ hinter Alberto Contador in der Gesamtwertung Rang zwei belegte, wird als ärgster Rivale des Titelverteidigers präsentiert. Zwar will er das Rennen nicht auf dieses angekündigte Duell beschränken, doch zählt der Kapitän des Teams Leopard-Trek dennoch die Fortschritte auf, die ihm in diesem Jahr zum Sieg gereichen können.
Noch hat die Auseinandersetzung auf der Straße nicht begonnen, doch ist zwischen Andy Schleck und Alberto Contador seit längerer Zeit ein Schlagabtausch rund um beiderseitge Stärken und Schwächen im Gange. In Bezug auf Zuspruch und Wertschätzung der Zuschauer hat der Luxemburger eindeutig punkten können, was er zu Beginn seiner Einschätzung auch gar nicht leugnet. „Das Publikum hinter mir zu wissen, spornt mich zusätzlich an“, erklärt er bei der Eröffnung der Pressekonferenz am heutigen Morgen in Les Herbiers. Der dreifache Gewinner des Weißen Trikots unterstreicht auch die Bedeutung seines Teamwechsels im Vergleich zum Vorjahr: „Seit dem Saisonauftakt erleben wir ein außergewöhnliches Abenteuer. Und wir präsentieren uns bei der Tour de France mit einem Team, das absolut bereit ist, so wie niemals zuvor. Ich kann nicht sagen, dass ich in den Vorjahren ein echter Teamleader war, ich war jung. Aber jetzt bin ich nicht mehr wegen des Weißen Trikots hier. Ich weiß auch, dass ich ruhiger bin, um das Rennen anzugehen.“ Das Temperament kann entscheidend sein, jedoch wurden auch die technischen Aspekte dargelegt, wie etwa der Einfluss der Streckenführung. „Es stimmt schon, dass beim Zeitfahren nur wenige Kilometer anstehen, und das ist für mich eher eine gute Sache. Allerdings wissen wir, dass Alberto auch in den Bergen nicht unbedingt schlecht ist, wie schon bei der Tour und zuletzt beim Giro zu sehen war!“, relativiert Andy und enthüllt auch einen kleinen Teil seiner Strategie in Bezug auf ein eventuelles Defizit beim Zeitfahren: „Seit dem letzten Jahr haben wir diesbezüglich sehr viel trainiert, und ich darf auf die finale Zeit nur so wenig Zeit wie möglich einbüßen. Aber um die Tour zu gewinnen, baue ich vor allem auf meine Stärken, und ich weiß, dass ich mich in den Anstiegen zeigen kann. Ich hoffe, dass die Tour vor dem Zeitfahren entschieden ist.“
Die Jagd um Sekunden dürfte aber voraussichtlich schon am Sonntag mit dem Mannschaftszeitfahren beginnen, für das die Formation Leopard-Trek Trümpfe wie Fabian Cancellara oder Maxime Monfort im Ärmel hat. „Wenn man sich das Team anschaut, kommt uns das schon entgegen, und ich hoffe, dass wir unseren Rivalen etwas Zeit abknöpfen können. Allerdings denke ich nicht, dass die Zeitabstände auf dieser Etappe sehr groß sein werden“, prophezeit Andy. Schließlich betont der jüngere der beiden Schleck-Brüder auch die mögliche Rolle seines älteren Bruders, der das Rennen im Vorjahr nach einem Sturz vorzeitig verlassen musste: „Bei der Ankunft in den Bergen gab es letztes Jahr nur Alberto und mich. Ich will damit nicht sagen, dass ich mit Frank an meiner Seite gewonnen hätte, doch wäre das Rennen sicher anders gelaufen. Zu zweit hätten sich andere Gelegenheiten ergeben. Das wird vielleicht unser Hauptvorteil.“
Pascal Lino© Presse Sports
Jean-François Bernard© Presse Sports
Stéphane Heulot© Presse Sports
David Zabriskie© Presse Sports
Das Leben in Gelb beginnt am Ende der Etappe auf dem Podium, wo der neue Spitzenreiter der Gesamtwertung ein protokollarisches Gelbes Trikot mit Reißverschluss auf dem Rücken entgegennimmt. Abends erhält er für den nächsten Tag einen Trikotsatz in seiner Größe und mit der Beflockung seines Mannschaftsnamens. Nach dem Abschluss der Tour erhält sein team zwischen zehn und 30 weitere Trikots, wobei es keine Rolle spielt, ob der Fahrer nur einen Tag in Gelb verbracht oder die Tour gewonnen hat. Daher auch die berechtigte Frage: „Was haben Sie mit Ihrem Gelben Trikot gemacht?“
Pascal Lino, neun Tage lang Träger des Gelben Trikots bei der Tour 1992, in der abschließenden Gesamtwertung auf Rang fünf.
„Einige habe ich behalten, ohne sie aber daheim aufzuhängen. Vor kurzem habe ich aber die ehemaligen Werke von Gitane in Machecoul besucht und da eines meiner Gelben Trikots in einem Rahmen an der Wand neben einem Rad von Bernard Hinault gesehen.“
Phil Anderson, erster nicht-europäischer Träger des Gelben Trikots nach der 5. Etappe der Tour 1981, dann wiederum neun Tage lang Spitzenreiter der Gesamtwertung bei der Tour 1982.
„In Melbourne haben wir ein Sportmuseum, und in einigen Tagen findet eine feierliche Zeremonie zu Ehren des Gelben Trikots statt, das ich 1981, also vor 30 Jahren bekommen habe. Ich werde das Trikot also nochmal hervorholen, um es dort ausstellen zu lassen.“
Stéphane Heulot, zwei Tage lang für das Team GAN in Gelb bei der Tour 1996.
„Gute Frage. Keine Ahnung, wo die Trikots sind. Ich weiß nur, dass eins im Ausbildungszentrum meiner Mannschaft ausgehängt ist (Saur-Sojasun), wo auch mein damaliger Fanklub seinen Sitz hat.“
Bernard Hinault, fünffacher Gesamtsieger der Tour de France, 74 Tage lang im Gelben Trikot.
„Sie sind in meiner Garage. Ich habe rund 30 davon… Viele habe ich verliehen, und oft wurden sie mir nicht mehr zurückgegeben. Ich habe sogar eins im Internet auf einer Verkaufsplattform gesehen. Jetzt verleihe ich sie nicht mehr!“
Bradley McGee, drei Tage lang Träger des Gelben Trikots nach dem Sieg beim Prolog der Tour 2003.
„Mein Bruder hat mein Trikot eingerahmt. Heute muss es wohl bei meinen Eltern sein, im Gästezimmer unter dem Bett. Eines Tages werde ich es mir zurückholen und es in einem neuen Haus aufhängen.“
Laurent Desbiens, zwei Tage lang in Gelb nach der 8. Etappe der Tour 1998.
„Es befindet sich in einem Rahmen in meiner Veranda. Es liegt mir sehr am Herzen, und ich hüte es wie meinen Augapfel. Es handelt sich um das Trikot, das ich nach der Eroberung am Vortag bei der 9. Etappe der Tour von 1998 getragen habe. Neben dem Gelben Trikot befindet sich auch das eingerahmte Bergtrikot, das ich 1993 nach der Etappe über Mûr de Bretagne erobert habe. Ansonsten habe ich meinen Eltern und meiner Patentante je ein Gelbes Trikot geschenkt.“
Jean-Francois Bernard, einen Tag lang in Gelb nach seinem Sieg auf dem Mont Ventoux 1997
„Derzeit ist mein Gelbes Trikot in einem Rahmen irgendwo in meinem Büro, aber nicht an der Wand. Ab und an wechselt es den Standort. Häufig bittet man mich darum bei Ausstellungen, Kundgebungen, und dann verleihe ich es natürlich gerne.“
Jacky Durand, einen Tag lang in Gelb nach seinem Sieg beim Tour-Prolog 1995
„Ich habe keinen blassen Schimmer. Es muss wohl in einem Koffer mit meinen anderen Trikots aus der damaligen Zeit liegen. Anfangs wollte ich zu Hause ein kleines Museum mit meinen Trikots einrichten, doch heute erinnert in meinem Haus nichts daran, dass ich Radprofi war.“
Jean-René Bernaudeau, einen Tag lang Träger des Gelben Trikots nach der Auftaktetappe der Tour 1979
„Ich bin nun wahrlich kein Sammler, der an solchen Objekten hängt, und stelle mein Gelbes Trikot auch nicht zu Hause aus. Ich habe nur ein Exemplar dem Rad-Museum von Luc-sur-Boulogne vermacht.“
David Zabriskie, drei Tage lang in Gelb nach dem Sieg beim Auftakt-Zeitfahren der Tour de France 2005 (19km in Noirmoutier) im Trikot der Formation CSC.
„Es liegt irgendwo in meinem Keller, in einem alten Karton. Ich bin in den letzten Jahren so oft umgezogen, zwischen Utah und Kalifornien, dass ich kaum Gelegenheit hatte, es hervorzuholen.“
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Von allen Einzelsportarten ist der Radsport sicher der, bei dem die kollektive Dimension am stärksten ausgeprägt ist. Die Mannschaftswertung, die zunächst diskret im Hintergrund steht, rückt im Laufe des Rennens bisweilen in den Mittelpunkt vieler Strategien. Soll heißen…
Ehre einer Podiumsplatzierung auf den Champs-Elysées
Wohl kaum ein Team geht bei der Tour de France mit dem Wunsch an den Start, diese Zusatzwertung zu gewinnen, wo sich doch alle Blicke auf das Gelbe Trikot der Einzelwertung nach Zeit richten. Aber dies ist ein Wettbewerb, wo der Hunger beim Essen kommt, wenn ein Team nach den ersten Schwierigkeiten der Strecke gut positioniert ist. Im letzten Jahr gewann RadioShack die Wertung und trat damit in die Fußstapfen von Kelme (2000-2001), ONCE (2002), CSC (2003), T-Mobile (2004, 2005, 2006), Discovery Channel (2007), CSC-Saxo Bank (2008) und Astana (2009).
Nachdem er zweimal auf der achten Etappe vom Skiort Les Rousses nach Morzine-Avoriaz gestürzt war, motivierte Lance Armstrong sich mit der Aussicht auf eine gute Platzierung in der Mannschaftswertung, die an die Stelle seines ursprüngliches Ziels trat. Da es seine letzte Tour de France war, lag ihm daran, trotz allem ehrenvoll mit einem Platz auf dem Siegertreppchen auf den Champs-Elysées abzuschließen.
Bis sie auf der schönsten Prachtstraße der Welt ausgezeichnet werden, heben sich die Führenden der Mannschaftswertung jeden Tag durch das Tragen einer gelben Rückennummer ab, die 2006 eingeführt wurde, während die Organisatoren der Tour bis 1990 gelbe Helme austeilten, die mit Bernard Hinault durch seine Siege in dieser Kategorie mit La Vie Claire 1985 und 1986 bekannt wurden. In den 70er und 80er Jahren gab es auch eine Mannschaftswertung nach Punkten, aber diese Formel wurde eingestellt, um Verwirrung zu vermeiden.
Sie hat Einfluss auf den Rennverlauf
Die Mannschaftswertung errechnet sich aus den drei besten Einzelzeiten jedes Teams auf jeder Etappe. Damit sind es sich die betreffenden Teams schuldig, ihre Truppen bei Ausreißversuchen auf den so genannten Übergangsetappen nach vorn zu schicken, und es ergibt sich ein gewisser Wettbewerb, der manchmal äußerst positiv sein kann, wie im Verlauf der zehnten Etappe der Tour 2010, die das Feld nach Gap führte: Sergio Paulinho, der von Lance Armstrong nach vorn geschickt wurde, ließ Vassil Kiryienka vom Team Caisse d’Epargne, das in der Teamwertung mit 31 Sekunden vor RadioShack führte, keinerlei Spielraum. Die beiden Fahrer waren sich so sehr auf den Fersen, dass sie ihre Mitausreißer abschüttelten und den Etappensieg, der an den Portugiesen ging, unter sich ausmachten.
Der durch seine Stürze gebeutelte Armstrong ließ seine alten Haudegen Andreas Klöden, Levi Leipheimer und Chris Horner für sich arbeiten, mit dem Ziel, auf den schwierigen Etappen bessere Zeiten als ihre spanischen Rivalen zu holen, bis er selbst zu seiner Form zurückfand und am Aubisque mit Horner in einer Ausreißergruppe davonzog, der sich auch zwei Männer von Caisse d’Epargne anschlossen: Ruben Plaza und Christophe Moreau. Dank dieses Unterfangens durfte der amerikanische Meister von einem Etappensieg träumen, auch wenn die Franzosen Pierrick Fédrigo und Sandy Casar ihn schließlich im Sprint in Pau hinter sich ließen.
Manchmal bestimmt auch die Mannschaftswertung das Verhalten der Protagonisten auf den letzten Etappen und verhindert, dass ein Fahrer Plätze in der Einzelwertung gutmacht: Man kann beobachten, dass die Führenden der Mannschaftswertung sich hinter die Ausreißergruppe hängen, um den Abstand zu verkürzen und Angriffe zu vereiteln, die sich nicht auf die gleiche Wertung auswirken würden, wegen der divergierenden Interessen.
Radsport ist Mannschaftssport
Obwohl der Radsport häufig wegen der Parforceritte, die das Bild des Einzelkämpfers allein auf weiter Flur oder legendäre Zweikämpfe in den Vordergrund stellen, als Einzelsportart gesehen wird, ist es im Grunde ein Mannschaftssport. Die Leistung des Sportlers hängt von der gesamten Struktur ab, in der Coaching und Logistik eine vorherrschende Rolle spielen. Abgerundet wird sie durch die Amtshilfe der Teamkollegen, deren Rolle darin besteht, den Kapitän auf das Podium zu hieven. Von einigen wenigen Ausnahmen wie Greg LeMond abgesehen, der die Tour 1989 mit einem schwachen Team (ADR) gewann, von dem bei der Zielankunft in Paris nur noch zwei Fahrer übrig waren, sind die Toursieger in der Regel von einem starken Team umringt. Die Mannschaftswertung, selbst wenn sie bewusst oder notgedrungen von einigen Formationen vernachlässigt wird, die zum Zeitpunkt T andere Prioritäten haben, wird regelmäßig von großen Rennställen gewonnen und wird so zu einem schlagkräftigen Argument, wenn irgendwann die Kassenstunde schlägt.
Sie kann ein Team für die nächste Tour de France qualifizieren
Die Mannschaftswertung der laufenden Tour de France vergibt Ehrentitel und Preise (2.800 Euro auf jeder Etappe für das beste Tagesteam, 50.000 Euro für das Team, das die Gesamtwertung gewinnt; insgesamt 176.000 Euro, die an 21 Tagen vergeben werden), aber auch Punkte im sportlichen Bewertungssystem, das Ende 2010 durch den Internationalen Radsportverband (UCI) eingeführt wurde, um eine Teamrangfolge für die nächste Saison festzulegen.
Berücksichtigt werden neben anderen Kriterien die Mannschaftswertung der größten Rennen, um die 18 Teams zu bestimmen, die vom UCI als Pro Teams eingestuft und damit de facto zu den Rennen der World Tour und so auch zur Tour de France zugelassen werden. Die am Wettbewerb teilnehmenden Teams haben also großes Interesse daran, Punkte in diesem Klassement zu holen, das zwar als Zusatzwertung bezeichnet wird, aber im Radsport eine enorme wichtige Rolle spielt.
In Asien ist sie wichtiger als die Einzelwertung!
Der Radsport wird weltweit immer populärer, aber er wird nicht unbedingt auf allen Kontinenten gleich gesehen. In Asien, wo die Experten dieser Sportart eine blühende Zukunft vorhersagen, gilt die Mannschaftswertung als oberstes Ziel, das man erreichen kann. Insbesondere für die Iraner, die bei der Asia Tour die dynamische Wertung anführen, hat die Teamplatzierung bei einer Teilnahme an einem Etappenrennen die höchste Priorität. So können sie ihre Leistungen in den Augen ihrer Landsleute steigern. Es kommt sogar vor, dass sie das Einzelklassement außer Acht lassen, was für manche europäische Teams, die an asiatischen Rennen teilnehmen, völlig unverständlich ist. Der internationale Siegeszug des Radsports geht auch an den Chinesen, den Indern etc. nicht vorbei, die nicht die gleiche Sportkultur haben, wie die Teilnehmer aus den „traditionellen“ Radsportnationen.
Bei 12 Millionen Einzelbesuchern im Rahmen der Auflage 2010 ist die offizielle Website des Rennens eine echte Anlaufstelle für wissbegierige Internet-Benutzer. Die wesentlichen Inhalte dieses Portals richten sich an eine maximale Zahl von Informationsträgern. Die Tour de France ist zugänglich auf Mobiltelefonen, Tablet-PCs, sozialen Netzwerken usw.
Live-Streaming in Frankreich
Auf letour.fr finden die Internet-Benutzer tagtäglich die detaillierte Beschreibung der Streckenführung, einen Live-Ticker zum Verfolgen des Rennens in Echtzeit, vollständige Ranglisten, Interviews der Hauptakteure, eine Video-Zusammenfassung sowie Fotogalerien. In diesem Jahr können die französischen Internet-Benutzer auf letour.fr auch die Live-Ausstrahlung von France Télévisions im Streaming-Verfahren ansehen.
Novum 2011: lacaravanepublicitaire.com
Wie die zahlreichen Zuschauer am Straßenrand hat auch die Web-Fangemeinde die Möglichkeit, in die Stimmung der Werbekarawane einzutauchen, indem man die neue Website lacaravanepublicitaire.com aufruft. Tagtäglich findet man hier nicht nur neue Fotos und Videos, sondern auch Gewinnspiele der Tour-Partner, bei denen viele Preise winken.
Ein App für das Ipad
Die Tour reist jetzt auch in Taschen und Tragbeuteln mit. Ein App mit den wesentlichen Inhalten der Website wurde für Iphone, mobile Androïds und jetzt auch Ipads entworfen. Ein Gratisdownload ist im App Store und im Android Market möglich.
Bald 400 000 Fans auf Facebook
Noch vor ihrem ersten Geburtstag zählt die offizielle Facebook-Seite der Tour rund 400 000 Fans, die hier während des Rennens Fotogalerien, Videos und Informationen „aus dem Nähkästchen“ finden können. In diesem Jahr wurde auch ein Feed auf Twitter angelegt, über den aktuelle Kurzmeldungen zum Rennen verbreitet werden.
Mehr Spiele
Bei der virtuellen Tour de France, die für PC und Mac verfügbar ist, beginnt der Spieler mit der Zusammensetzung seines Teams und der Definition einer Strategie für sein(e) Ziel(e) (Gelbes Trikot, Etappensiege, Bergwertung, usw.). Danach folgt die realitätsnahe Action der Champions im Gelände, an das sich der Spieler jeden Tag anpassen muss.
Die Tour de France erreicht in diesem Jahr auch X-Box und PS3. Hier kontrolliert man das Rennen eines Radprofis bei jeder der 21 Etappen, wobei es zwangsläufig darauf ankommt, mit seinen Mitteln hauszuhalten, eine Strategie und Bündnisse zu schmieden, um es bis nach Paris zu schaffen.
Ein Spiel für Mobiltelefone kann auch im App Store heruntergeladen werden.
Djamolidine Abdoujaparov© Presse Sports
Lucho Herrera© Presse Sports
Robert Hunter© Presse Sports
Greg LeMond© Presse Sports
Robbie McEwen© Presse Sports
Globalisierung ist naturgemäß ein globales Phänomen. Der Radsport und insbesondere die Tour de France haben zwar eine ganze Weile benötigt, doch seit dem Beginn der 1980er Jahre hat der Wettbewerb ein mehr als internationales Gesicht bekommen. Die Grande Boucle hat die Grenzen des alten Europas überquert und immer mehr Vertreter der anderen vier Kontinente angezogen. Nach dem Abbild von Phil Anderson, dem ersten nicht-europäischen Träger des Gelbens Trikots und Etappensieger, ist heute mit den Champions aus Asien, Ozeanien, Amerika und Afrika zu rechnen.
Bei der Einführung der Tour 1903 schrieben 84 Zwangsrekruten der Straße Geschichte. Darunter waren 75 Franzosen und nur neun ausländische Fahrer (aus der Schweiz, Deutschland und Belgien). In der Zeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die Tour von Angehörigen des alten Kontinents bestritten, obschon 1912 ein gewisser Ali Neffati aus Tunesien antrat, allerdings unter französischer Flagge, ohne jedoch bei zwei Anläufen das Ziel zu erreichen.
Dann folgte die Auflage 1914. Am Start: Don Kirkham und Ivor Munro, zwei Gentlemen des britischen Empire, die eine beschwerliche Anreise aus Australien in Kauf genommen hatten. Sie waren nicht nur die ersten Vertreter Ozeaniens, sondern beendeten das Rennen auf einem beachtlichen 17. und 20. Platz. Murno nutzte seinen europäischen Abstecher auch für eine Teilnahme bei Mailand-San Remo und Paris-Tours, wo er jeweils in den Top 30 landete.
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen nahm der allererste Japaner an der Grande Boucle Teil. Der wagemutige Kisso Kawamura, erster Asiate bei der Tour, ging 1926 an den Start und versuchte sein Glück erneut ein Jahr später, scheiterte aber jeweils an der ersten Etappe. Australien war sichtlich auf den Geschmack gekommen und kehrte 1928 mit einer vierköpfigen hundertprozentigen Aussie-Mannschaft zurück. Drei Fahrer erreichten das Ziel.
Mit dem ersten südamerikanischen Fahrer wurde 1935 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Argentinier Emiliano Alvarez gab nach zwölf Etappen auf, kehrte aber im nächsten Jahr zurück, um die Tour auf Rang 24 zu beenden.
Afrika war bis dahin noch nicht in Erscheinung getreten, doch brillierten nordafrikanische Fahrer zu Beginn der 1950er Jahre. Bei der Ausgabe von 1950 avancierten der Marokkaner Custodio Dos Reis und der Algerier Marcel Molines, beide aus dem Team Nordafrika, zu den ersten Etappensiegern aus Afrika. Molines setzte sich in Perpignan durch, Dos Reis zwei Tage später in Toulon.
Offiziell sollte es aber noch mehr als 30 Jahre dauern, bevor der erste Nicht-Europäer auf den Straßen der Tour für Furore sorgte. Beim Tourstart 1981 gab es lediglich zwei Fahrer „von anderswo“, den Amerikaner Jonathan Boyer und einen gewissen Phil Anderson. Der Australier kam geradewegs aus Melbourne, hatte die Amateur-Reihen der ACBB durchlaufen und verblüffte zunächst alle, indem er in den Pyrenäen einen Tag lang das Gelbe Trikot des Führenden überstreifte. Im darauf folgenden Jahr wiederholte er dieses Husarenstück, errang als erster australischer Fahrer überhaupt den Tagessieg auf der zweiten Etappe nach Nancy und trug acht Jahre lang das Gelbe Trikot.
Fortan nahm die Tour eine neue Dimension an. Es kam zu einem echten Andrang der Fahrer von anderen Kontinenten. Im Jahr 1984 waren beispielsweise 19 am Start, darunter 15 Kolumbianer, die typischen Bergspezialisten der damaligen Zeit. Im selben Jahr sorgte Lucho Herrera mit seinem Etappenerfolg bei Alpe d’Huez für den ersten Eintrag Kolumbiens und Südamerikas in der Tagessiegerliste der Tour. „Der kleine Gärtner aus Fusagasuga“, so sein Spitzname, beendete den Wettbewerb anschließend zweimal als bester Bergfahrer (1985 und 1987) und feierte noch zwei weitere Tagessiege.
Die Globalisierung schritt voran, 46 Nicht-Europäer starteten 1986 bei der Tour. Darunter auch der junge Greg LeMond. Drei Wochen später avancierte der Kalifornier zum ersten amerikanischen Gesamtsieger der Tour. Die USA bleiben das einzige außereuropäische Land mit Tour-Gesamtsieg (zehn Mal, drei Erfolge von LeMond und sieben von Armstrong).
Aber auch Asien schlägt sich beachtlich. Die Länder der ehemaligen Sowjetunion feierten Erfolge mit dem usbekischen Sprinter Djamolidine Abduschaparow (neun Etappensiege), erster asiatischer Etappensieger (1991) und dem Kasachen Alexander Winokurow (vier Etappensiege). In jüngerer Vergangenheit (2007) ging der Südafrikaner Robert Hunter als erster afrikanischer Tagessieger in die Tour-Annalen ein. Er überquerte den Zielstrich in Montpellier vor dem Schweizer Fabian Cancellara und dem Brasilianer Murilo Fischer, was die Internationalisierung des Profiradsports nur noch weiter unterstreicht. Im entfernten Kielwasser von Phil Anderson erreichte auch Cadel Evans zwei zweite Plätze in der Gesamtwertung. Im Jahr 2007 verpasste er den Titel um 23’’ (hinter Contador) und 2008 um 58’’ (hinter Sastre).
Beim Tourstart im Vorjahr waren 27 Fahrer von allen Kontinenten außerhalb Europas vertreten (4 aus Asien, 1 aus Afrika, 11 aus Ozeanien, 11 vom amerikanischen Kontinent).
Rahmen:
Entwicklung der nicht-europäischen Teilnehmerzahlen bei der Tour seit den 1980er Jahren:
0 im Jahr 1980 / 3 im Jahr 1982 / 13 im Jahr 1983 (davon 10 Kolumbianer) / 19 im Jahr 1984 (davon 15 Kolumbianer) / 16 im Jahr 1985 / 41 im Jahr 1986 (davon 26 Kolumbianer) / 32 im Jahr 1987 / 20 im Jahr 1988 / 24 im Jahr 1989 / 27 im Jahr 1990 / 22 im Jahr 1991 / 22 im Jahr 1992 / 13 im Jahr 1993 / 19 im Jahr 1994 / 14 im Jahr 1995 / 14 im Jahr 1996 / 16 im Jahr 1997 / 14 im Jahr 1998 / 16 im Jahr 1999 / 14 im Jahr 2000 / 18 im Jahr 2001 / 20 im Jahr 2002 / 19 im Jahr 2003 / 20 im Jahr 2004 / 27 im Jahr 2005 / 19 im Jahr 2006 / 21 im Jahr 2007 / 21 im Jahr 2008 / 21 im Jahr 2009 / 27 im Jahr 2010
Die Erfolge der Nicht-Europäer bei der Tour:
10 Tour-Gesamtsiege:
Lance Armstrong (7)
Greg LeMond (3)
Grünes Trikot:
Australien: Robbie McEwen (3), Baden Cooke (1)
Usbekistan: Djamolidine Abduschaparow (3)
Bergtrikot:
Kolumbien: Luis Herrera (2), Santiago Botero (1), Juan Mauricio Soler (1)
Weißes Trikot des besten Jungprofis:
USA: Greg LeMond (1), Andrew Hampsten (1)
Kolumbien: Fabio Parra (1), Alvaro Mejia (1)
Australien: Phil Anderson (1)
95 Etappensiege:
USA: Lance Armstrong (25), Greg LeMond (7), Davis Phinney (2), Floyd Landis (2), Andy Bishop (1), Tyler Hamilton (1), Andrew Hampsten (1), Levi Leipheimer (1), Dave Zabriskie (1), Jeff Pierce (1)
Australien: Robbie McEwen (13), Phil Anderson (2), Bradley McGee (2), Stuart O’Grady (2), Baden Cooke (1), Simon Gerrans (1), Neil Stephens (1), Cadel Evans (1)
Kolumbien: Santiago Botero (3), Lucho Herrera (3), Fabio Parra (2), Felix Cardenas (1), Chepe Gonzalez Pico (1), Victor Hugo Pena (1), Oliverio Rincon (1), Juan Mauricio Soler (1)
Usbekistan: Djamolidine Abduschaparow (9)
Kasachstan: Alexander Winokurow (4)
Mexiko: Raul Alcala (1)
Kanada: Steve Bauer (1)
Südafrika: Robert Hunter (1)
Brasilien: Mauro Ribeiro (1)
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Die Tour de France, die einer europäischen, traditionellen Sportkultur entstammt, hat mittlerweile den Sprung über die Ozeane geschafft und seit Anfang der 80er Jahre auch die Zuschauer auf den anderen Kontinenten erobert. Die Tour, die in den Radsportländern nicht mehr wegzudenken ist, hat sich auch in den aus Sicht der „Großen Schleife“ entlegenen Winkeln der Erde mittlerweile einen festen Platz in den Herzen der Fernsehzuschauer gesichert. Die Fernsehübertragung, die schon seit einigen Jahren global erfolgt, gewinnt weiter dazu, was die Zuschauerzahl, Dauer der Übertragung und Qualität der Bilder betrifft. Die Städte, Dörfer und Landschaften Frankreichs bekommen so eine unvergleichliche Plattform, auf der sie sich vorstellen können. Was gibt es bei der Tour 2011 Neues in Sachen TV?
Fernsehübertragung in 190 Ländern
Dank der Verträge, die mit etwa 100 Fernsehsendern geschlossen wurden, werden die Bilder von der Tour in diesem Jahr in 190 Ländern dieser Erde ausgestrahlt. Zwei neue Länder berichten erstmals vom Rennen: Thailand und Südkorea. 60 Sender berichten täglich live von der Tour. Noch vor zehn Jahren war es nur gut die Hälfte dieser Sender.
Außerdem haben in einigen der seit jeher radsportbegeisterten Länder die großen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten beschlossen, in diesem Jahr live von der Tour zu berichten, so zum Beispiel das nationale Czech TV in der Tschechischen Republik und SVT in der Slowakei (SVT).
Zukunftsvision
Die Fernsehübertragung von der Tour de France durch die verschiedenen Sender geht mit einem längerfristigen Engagement einher. Es wurden 2011 mehrere große Verträge mit längeren Laufzeiten erneuert, wie der mit der UER (Union Européenne de RadioTélévision), Eurosport Asien oder auch mit SKY TV (Neuseeland).
Mitten im Peloton
Die Sender, die der Tour de France Sendeplätze einräumen, wollen ihren Zuschauern über drei Wochen eine Geschichte erzählen. Sie setzen auf die Qualität der Bilder, die France Télévisions liefert. Die Teams, die hier im Einsatz sind, können nicht nur auf ihre Erfahrung bei diesem Rennen zurückgreifen, sondern haben auch das entsprechende technische Know-how, sodass gewährleistet ist, dass ein Produkt einzigartiger Qualität entsteht, dass zudem ständig weiterentwickelt wird. In diesem Jahr werden sechs Teams während der gesamten Tour begleitet. Immer mehr Sender übertragen die Tour de France mittlerweile hoch aufgelöst. Neben den europäischen Sendern haben sich Versus (USA), JSports (Japan), Sky TV (Neuseeland), SuperSports (Afrika), SBS (Australien), ESPN Inter (Südamerika) und Canal Evasion (Kanada) dafür entschieden.