
Bagnères-de-Luchon
187.5 km
Montag 19 Juli
Eines ist heute sicher, nämlich dass einige Fahrer ihre Tour-Hoffnungen beerdigen können, weil sie nicht gut die Berge hinunterkommen. Die Abfahrt vom Port de Balès nach Bagnères-de-Luchon ist extrem schwierig und liegt so nahe am Ziel, dass sich keine Chance bietet, irgendeinen Rückstand aufzuholen. Der Port de Balès ist erst einmal erklommen worden, im Jahr 2007. Davor war die Straße nicht asphaltiert; das wurde tatsächlich speziell für Radrennen gemacht. Deswegen nehmen wir diesen großartigen Pass, der hart, aber nicht allzu lang ist, gerne ins Programm. Wenn er einmal oben ist, könnte ein guter Abfahrer wichtige Zeit rausfahren, denn es ist eine technisch sehr anspruchsvolle Abfahrt. Ich denke an Fahrer wie Samuel Sánchez. Es besteht sogar die Gefahr, dass einige Fahrer im Graben landen.
Aufnahme der drei Kirchtürme© Stadt Pamiers
Pamiers, die bevölkerungsreichste Stadt des Departements Ariège, liegt rund 60 Kilometer südlich von Toulouse im Grünen und ist mitten in der Expansion. Kanäle rings um den Altstadtkern und drei hoch aufgeschossene Kirchtürme bestimmen das Bild der Stadt mit dem Beinamen « Kleines Venedig », wo wirtschaftlicher Aufschwung und ein authentischer sowie intakter Lebensrahmen miteinander harmonieren. Der von dieser Umgebung verzauberte Besucher kann per pedes die entzückende Kirche Mas Vieux und ihre Geheimnisse entdecken, oder die wunderbar restaurierten Springbrunnen und Waschhäuser der typischen kleinen Dörfer in der näheren Umgebung. Wer besonders aufmerksam lauscht, kann hören, wie im Wind eine schöne Melodie aus der Feder des lokalen Komponisten Gabriel Fauré mitschwingt oder das Echo der kubanischen Salsa, die an diesem Wochenende bei der 15. Auflage des Festivals Latino Fiesta in den Straßen der Stadt erklang. Pamiers ist eine Stadt voller Charme, in der Kultur, historisches Vermächtnis und Natur mit Dynamik und Innovation harmonieren.
Die Stadt Superbagnères© Jean-Michel Emportes
Im Herzen eines winzigen Tals mit Schafsherden ist Bagnères-de-Luchon die charakteristischste Bergstadt des gesamten Pyrenäenmassivs. Dank ihrer natürlichen Krone, dem Venasque und den umliegenden Gipfeln, erkor sie Vincent de Chausenque 1834 in seinem Werk Les Pyrénées ou voyages pédestres zur Königin der Pyrenäen. Das ganze 19. Jahrhundert hindurch gaben sich hier Berühmtheiten aus ganz Europa wegen der Thermalquellen ein Stelldichein. Die Stadt übernahm nicht nur beim Pyrenäismus eine Vorreiterrolle, sondern auch beim Skisport in den Pyrenäen mit der Skistation Superbagnères. Der dienstälteste unter den Skiorten des Massivs ist heute über eine achtminütige Sesselliftfahrt mit der Stadt verbunden, bietet ein außergewöhnliches Naturpanorama und viele Bergaktivitäten. In kultureller Hinsicht wartet Bagnères-de-Luchon jedes Jahr mit zwei renommierten Veranstaltungen auf: das internationale Festival der Fernsehkreationen und das Blumenfest. Und unweit der Villa Julia, wo Edmond Rostand 22 Sommer seiner Jugend zubrachte, um Les Musardises zu schreiben, wird die 15. Etappe der Tour entschieden.