Vorschriften

Was gibt es zu verdienen?

Das Reglement ist das grundlegende Dokument eines sportlichen Wettbewerbes. Ein ausgeglichenes und ausgefeiltes Bündel von Bestimmungen, das eine gleichwertige Behandlung gewährleisten, den Fahrern Quellen der Motivation liefern und Schlüssel zum besseren Verständnis auf Seiten der Zuschauer vor Ort und der Fernsehzuschauer bieten muss. Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Punkte.

 

Die Preisgelder

Die Rennfahrer – Kapitäne eines Rennstalls wie auch einfache Mitstreiter einer Mannschaft – wollen sich selbst und ihre Mannschaft bei der Tour profilieren. Je nach Etappenprofil, Entwicklung in der Gesamtwertung oder Zwischenfällen beim Rennen passt jeder seine Ziele dem jeweiligen Zusammenhang an. Am Ende teilen die Gewinner der Dotationen sowohl die Ehre als auch das betreffende Preisgeld mit ihren Teamgefährten. Damit kann man (fast!) alle zufriedenstellen.

Der Etappensieg

Stage victory

Die 21 Renntage der Tour de France 2009 haben sich wie folgt zusammengesetzt: 10 Flachlandetappen, 7 Bergetappen, 1 hügelige Etappe, 2 Einzelzeitfahren und 1 Mannschaftszeitfahren.
Preisgeld: 8 000 € für den Sieger jeder Etappe, 10 000 € beim Mannschaftszeitfahren (475 000 € insgesamt).

Der Etappensieg steht seit 2008 unter der Schirmherrschaft von Vittel.

Das Gelbe Trikot

Das Gelbe Trikot

Das „Gelbe Trikot“ weist den Führenden im Gesamtklassement aus.
Preisgeld: 450 000 € für den Endsieger.

Das Gelbe Trikot steht seit 1987 unter der Schirmherrschaft von LCL

 

Das Grüne Trikot

Das Grüne Trikot

Dieses „maillot vert“ wird vom Führenden der Punktwertung getragen. Die Punkte werden bei den Zwischensprints und Etappenankünften vergeben.
Preisgeld: 25 000 € für den Endsieger.

Das Grüne Trikot steht seit 1992 unter der Schirmherrschaft von PMU

 

Das Weiße Trikot mit roten Punkten

Das Weiße Trikot mit roten Punkten

Dieses „maillot à pois“ wird vom Führenden der Bergwertung getragen. Die Bergpunkte werden beim Erreichen von Berggipfeln aller eingestuften Kategorien vergeben.
Preisgeld: 25 000 € für den Endsieger.

Das Weiße Trikot mit roten Punkten steht unter der Schirmherrschaft von Carrefour

 

Das Weiße Trikot

Das Weiße Trikot

Dieses „maillot blanc“ belohnt den besten Jungprofi im Alter von höchstens 25 Jahren in der Wertung der Gesamtzeit.
Preisgeld: 20 000 € für den Endsieger.

Das Weiße Trikot steht seit 2004 unter der Schirmherrschaft von Škoda

 

Die rote Rückennummer (Auszeichnung des kämpferischsten Fahrers)

Die rote Rückennummer (Auszeichnung des kämpferischsten Fahrers)

Dieser „Prix de la combativité“ wird am Ende jeder Etappe von einer achtköpfigen Expertenjury aus der Welt des Radsports vergeben. Nach der letzten Etappe der Tour wird noch der kämpferischste Fahrer der gesamten Rundfahrt gewählt (« super-combatif »).
Preisgeld: 20 000 € für den « Super-Kämpfer ».

Der Preis für den kämpferischsten Fahrer steht seit 2005 unter der Schirmherrschaft von Brandt

Das Zeitklassement nach Mannschaften

Das Zeitklassement nach Mannschaften

Die Mannschaftswertung ergibt sich aus der Addition der Zeiten der drei besten Fahrer jeder Formation bei jeder Etappe.
Preisgeld: 50 000 € für die Siegermannschaft.

Die Mannschaftswertung steht unter der Schirmherrschaft von Antargaz

Bergwertung: beim Endanstieg verdoppelte Punkte

Seit der Tour 2004 unterliegt der Kampf um das gepunktete Trikot einem ausgefeilten und durchaus interessanten Berechnungssystem. Die beim letzten Anstieg der Tagesetappe vergebenen Punkte werden verdoppelt, sofern es sich um einen Anstieg der 2., 1. oder außerordentlichen Kategorie („hors catégorie“) handelt. Die ganz oben in der Gesamtwertung eingestuften Fahrer sind somit notgedrungen die verdienstvollsten Kletterer, und das Preisgeld wird jenen gewährt, die am leistungsfähigsten sind… und das über den längsten Zeitraum hinweg.

Ständige Helmpflicht

Für alle gilt Helmpflicht, von Start bis Ziel, auf sämtlichen Etappen.

Sturz auf den letzten drei Kilometern

Wie schon seit 2005 erhalten die von einem Sturz auf den letzten drei Kilometern betroffenen Fahrer im Ziel die Zeit der Gruppe, der sie angehörten. Diese Regel gilt nicht für Zeitfahretappen und Bergankünfte.

Kein Prolog, keine zweite Chance

Auf den Anhöhen von Monaco erwartet das Fahrerfeld der Tour ein prestigeträchtiges erstes Kräftemessen: Für das Auftaktzeitfahren vom 4. Juli wurde eine 15,5 Km lange Strecke entworfen. Nach Maßgabe der internationalen Vorschriften handelt es sich also keineswegs um einen Prolog, da diese Bezeichnung alleine Strecken von weniger als 8 Kilometern Länge vorbehalten ist. Folglich gibt es keine Möglichkeit einer zweiten Chance für gestürzte Fahrer, die den Parcours nicht in voller Länge absolviert hätten.

Mannschaftszeitfahren: Trödeln verboten

In Formationsfahrt erreichen die Radprofis die beeindruckendsten Durchschnittsgeschwindigkeiten. Beim letzten Mannschaftszeitfahren 2005 zwischen Tours und Blois hatten die Fahrer von Discovery Channel nach 67,5 Straßenkilometern den Rekord von 57,32 Km/h aufgestellt. Nach vierjähriger Auszeit feiert das Mannschaftszeitfahren bei der Etappe von Montpellier seine Rückkehr ins Tourprogramm. Aus diesem Anlass wurde eine bedeutsame Regelabänderung verabschiedet. Die Zeit jeder Mannschaft wird zwar nach Zielankunft ihres fünften Fahrers gestoppt, jedoch wird den gegebenenfalls unterwegs abgehängten Teamkollegen ihre tatsächliche Zeit in der Gesamtwertung angerechnet. Um die Auswirkungen der Abschaffung dieser „Vollkasko-Versicherung“ einzuschränken, haben die Organisatoren eine verhältnismäßig kurze Strecke rund um Montpellier gewählt (39 Km).