
Dienstag 17 Juli
Val d’Isère, das früher Val de Tignes genannt wurde, ist gegen 1920 durch die Zusammenführung mehrerer Weiler entstanden. Über lange Zeit hinweg mussten die Einheimischen wegen der Kälte und der geringen Existenzmittel harte Winter überstehen. Die Landflucht ins Tal der Tarentaise hätte das Dorf beinahe aussterben lassen, bis dann 1932 der erste Skilift gebaut wurde, 1934 wurde der Verkehrsverein gegründet, dann die Société du téléphérique im Jahre 1937. Als Austragungsort bei den Olympischen Spielen 1992 mit Albertville wird Val d’Isère den Organisatoren der alpinen Skiweltmeisterschaften von 2008-2009 seine Infrastruktur erneut zur Verfügung stellen.
Das Skigebiet bietet zahlreiche Hors-pistes-Abfahrten („außerhalb der Pisten“), die bewährten Sportlern vorbehalten sind.
Val d’Isère ist die Wintersportstation von Jean-Claude Killy und Ingrid Jacquemaud.
Der Col de l’Iseran ist einer der mythenhaftesten Gebirgspässe des Radsports, vergleichbar mit dem Galibier oder dem Tourmalet.
Er wurde erstmals 1938 erklommen (mit Vervaecke an der Spitze am Gipfel) und 1996 wegen Schneefalls gestrichen. Doch der Iseran wurde bei der Tour 1959 einfach „weggezaubert“, wegen einiger Franzosen, die lieber den Spanier Federico Bahamontes gewinnen lassen wollten als den Lyoner Henri Anglade. Statt die Etappe zu fahren, ließ Jacques Anquetil Gismondi und Christian ziehen. Im hinteren Feld zog sich der erkrankte Louison Bobet in einem letzten Ehrenerweis auf dem Gipfel dieses Giganten vor den Augen von Gino Bartali definitiv aus der Tour zurück. Bei der Ankunft in Aosta setzte sich Baldini vor Charly Gaul, Anglade, Gismondi und Christian durch, mit nur 47’’ Vorsprung vor Anquetil und Bahamontes, der damit sein Gelbes Trikot rettete. Pierre Chany qualifizierte den Iseran als „gewaltigen Krampf !“, und bei der Zielankunft im Parc des Princes wurde Anquetil derart ausgepfiffen, dass er seinen Außenborder auf den Namen „Sifflet 59“ (Pfeife 59) taufte .
Das inmitten des Nationalparks Vanoise gelegene Lanslebourg-Montcenis ist an der Route Napoléonienne erbaut und zählt 25 Schutzhütten.
Bei seiner Rückkehr vom Ägyptenfeldzug äußerte Kaiser Napoleon Bonaparte den Wunsch, es möge eine Pyramide erbaut werden. Der Wunsch wurde 1968 von… EDF erfüllt! Das Pyramidenmuseum von Mont-Cenis beherbergt eine ständige Ausstellung zum Thema „Das tausendjährige Tor der Alpen“.
Modane, das am Rande vom Arc erbaut wurde, hat sich mit dem Bau der Eisenbahn und insbesondere dem Durchbruch des Eisenbahntunnels im Jahre 1871 nach vierzehnjährigen Arbeiten entwickelt!
Die ehemalige Rizerie des Alpes, ein Lagerhaus, das wie ein griechischer Tempel auf Säulen erbaut wurde, ist vor kurzem wiederhergestellt worden und dient als Ausstellungszentrum über die Eisenbahnverbindung Lyon-Turin.
Man findet dort auch ein baskisches Gebäude, das geneigte Haus, die Überreste eines Bunkers aus dem letzten Weltkrieg.
Saint-Michel de Maurienne bietet Megalithdolmen, eine Kirche aus dem 18. Jahrhundert mit einem Glockenturm, über dem eine Spitze hinaufragt.
Die Metallindustrie, mit ihren Gießereien, hat die wirtschaftliche Grundlage der Stadt gesichert.
Saint-Michel de Maurienne ist die Stadt von General Gustave Férrié (1888-1932), Ingenieur bei der ehemaligen Eisenbahngesellschaft. Im Jahre 1899 assistierte Gustave Ferrié bei einem Vortrag von Guglilmo Marconi über die drahlose Telegraphie. Er war voller Bewunderung und versprach dem Kriegsminister de Frecynet, dieses revolutionäre Verfahren zu studieren und in der französischen Armee anzuwenden. Er entwickelte ein sehr ausgefeiltes Material und erfand den elektrolytischen Detektor. Im Jahre 1907 entwarf Gustave Ferrié eine TSF-Antenne für den Eiffelturm, und es gelang ihm im Jahre 1926, die neuen Dimensionen des Globus zu messen.
Der in die Akademie der Wissenschaften aufgenommene Gustave Ferrié starb 1932. Wollen wir diesen Wissenschaftler ehren, indem wir in Erinnerung rufen, dass er mit seinen Arbeiten auf dem Eiffelturm das meistbesuchte Monument der Welt gerettet hat… , das nach der Weltausstellung eigentlich abgerissen werden sollte.
Die Maler Pierre und Gabriel Dufour, die ebenfalls aus Saint-Michel de Maurienne stammen, haben ihre Karrieren am Hof von Portugal fortgesetzt, wo sie rund zweihundert Meisterwerke erstellt haben, darunter ein Abendmahl, eine Kreuzigung und ein Grabtuch Christi.
Der Col du Télégraphe wurde bei der Tour de France erstmals im Jahre 1911 erklommen, und der Franzose Emile Georget passierte ihn als Erster.
Der Télégraphe-Pass liegt zwischen den Bergmassiven von Arnan-Villard und Cerces ist im Grunde nur ein „Trittbrett“, ein Appetithappen vor dem riesigen Galibier.
In seiner gedrungenen Lage rund um seine Kirche, am Fuße der Gebirgspässe Télégraphe und Galibier, bildet Valloire den Übergang zwischen den Gebieten Briançonnais und Maurienne, zwischen dem Nationalpark Vanoise und dem der Ecrins. Einigen Historikern zufolge entstammen die Valloirins einer römischen Kolonie aus der Zeit, als Nero die Christen verfolgte. Valloire gehörte 1793 zum Departement Mont-Blanc. Seine 333 Stimmberechtigten entschieden sich 1860 für Frankreich. Dieser Marktflecken in den Bergen hat seine Umwandlung von der Agrargemeinde zum Tourismusort erfolgreich vollzogen, seit das 6. Bataillon der Alpenjäger die örtliche Bevölkerung mit dem Skifahren vertraut machte (1930). Er hat sich immer weiter entwickelt, um zum bedeutendsten Tourismuszentrum in der Maurienne zu werden. Sein Hotel- und Gaststättengewerbe, das mehrere gastronomische Restaurants umfasst, wird seinem guten Ruf gerecht. Franck Picard triumphierte dort beim Weltcup im Jahre 1991.
Der Col du Galibier ist ein Gebirgspass auf 2.645 Metern Höhe, der die Gebirgsmassive von Arvan Villard und Cerces miteinander verbindet. An seinem Gipfel stoßen die Departements Savoie und Hautes-Alpes aufeinander. Dieser legendäre Gebirgspass wurde bei der Tour de France erstmals am 10. Juli 1911 überwunden (1. Emile Georget). Der Galibier ist - nach dem Restefond und dem Iseran - das höchste Hindernis in der Geschichte der Tour de France. Nach dem Bau einer neuen Straße in Gipfelnähe, die den berühmten Tunnel verbirgt, ist der Alpenriese 1979 um 89 m „gewachsen“.
Dieser Gebirgspass verbindet das Tal der Durance (Briançon) und das Tal der Isère oder der Romanche (Le Bourg d’Oisans, Grenoble). Dieser Übergang wurde bereits von den Römern besucht. Die heutige Straße, die im ersten Kaiserreich angelegt wurde, stammt aus dem Jahre 1804. Am Gipfel erinnert eine Kapelle an die siebzehn französischen Soldaten, die im August 1944 von den Deutschen erschossen wurden. In der Nähe des Passes vereint ein Alpengarten rund 3.000 Arten von wilden Bergpflanzen und ein von der Universität Grenoble eingerichtetes Labor, mit dessen Hilfe die Flora untersucht werden kann.
Das „Departement der Hochalpen“ in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, ist mit 132.000 Einwohnern unter denen mit der geringsten Bevölkerungsdichte in Frankreich zu finden. In seiner Abgrenzung durch die Isère, die Savoie, die Drôme und die Alpes de Haute Provence umfasst es zwei Gap-Arrondissements, den höchsten Hauptort von Frankreich (Höhenlage zwischen 625 m und 2.360 m), die höchste Stadt und Unterpräfektur von Europa mit Briançon (1.326 m), das höchste Dorf, Saint-Véran (2.042 m).
Mehrere Täler machen aus diesem Departement eines der touristischsten: die Täler von Briançonnais, Embrun, Guillestre, Laragne, Queyras, Champsaur, Valgaudemar.
Le Monêtier-les-Bains ist ein Kantonshauptort, der die Heildörfer von Villeneuve-la-Salle, le Monetier, Saint-Chaffrey und Serre-Chevalier vereint. Das Thermalbad trägt im übrigen das Label von Serre-Chevalier 1500.
Ganz am Anfang, zur Zeit der Römer, hieß Monestier Stabatio, bevor es dann 1893 seinen endgültigen Namen erhielt. Es bietet ein Thermalbad für Menschen, die unter Magenbeschwerden, Rheuma und Hauterkrankungen leiden.
Saint-Chaffrey, der benachbarte Heilort, ist die Hochburg von Luc Alphand, Skichampion und Sieger von Paris-Dakar im Jahre 2006.
Pierre aux œufs (‚Eierstein’), Pont-levis (Zugbrücke) und Cascade de la pisse (ein Wasserfall mit merkwürdigem Namen…) sind die Sehenswürdigkeiten von Saint Chaffrey.
Das Dorf war Startort für eine Etappe der Tour im Jahre 1996, in Richtung von Sestrières. Bjarne Riis hatte diese Etappe gewonnen. Der Däne hat seitdem zugegeben, EPO benutzt zu haben…
Briançon, das in erhöhter Lage über einem Gletschervorsprung angesiedelt ist, über den die Stadt nunmehr an allen Seiten hinausragt, und das von hohen Bergen von häufig über 3.000 Metern umgeben ist, nimmt eine strategische Position ein, die seit der Antike genutzt wird. Diese Festung liegt nämlich an der Kreuzung von sternförmig auseinander verlaufenden Tälern, u.a. der Durance zur Provence, der Guisane zum Dauphiné und von Cervières zum Queyras. Im Mitterlalter war Briançon bereits eine bedeutende Stadt, die im Wesentlichen vom Handel lebte, sie wurde jedoch während eines bewaffneten Konfliktes zwischen Frankreich und Savoyen 1692 durch eine Feuersbrunst zerstört. Ludwig XIV. beschloss den Wiederaufbau und betraute Vauban mit dieser Aufgabe.
Der berühmte Minister des Sonnenkönigs, der sich der Schwierigkeiten eines solchen Unterfangens sehr wohl bewusst war, entwarf den Plan, eine Befestigung mit Basteien rund um die Stadt zu errichten, starb jedoch vor der Vollendung seines Werkes. Die im Jahre 1700 begonnenen Arbeiten dauerten ein Jahrhundert und machten Briançon zu einer unvergleichlichen Befestigungsanlage (drei Umfassungsmauern, sieben Forts und mehrere Redouten).
Von der grauen Vorzeit über die Konflikte der Liga und der Reform, die Italienkriege und die napoleonische Ära bis zum letzten Weltkrieg hat die militärische Berufung von Briançon niemals nachgelassen. Nach Waterloo wurde General Eberlé dort an der Spitze von 70 Kanonieren und 500 Infanteristen von einer österreichisch-sardischen Armee von mehreren Tausend Mann angegriffen. Trotz ihrer Blockade konnten die Alliierten die Festung nicht einnehmen. Einmal mehr hatte die Stadt in den Hochalpen sich ihrer Devise als würdig erwiesen: „Kleine Stadt, großer Ruf“.
Die Ortschaft umfasst zwei deutlich kontrastierte Teile : die Altstadt - oder Oberstadt - mit ihrer Zitadelle, genauso rustikal wie ihre Grand’rue, die durch einen in der Mitte verlaufenden Bachlauf getrennt wird, und das moderne Viertel rund um den Bahnhof. Die 1884 ans Eisenbahnnetz angeschlossene Garnisonsstadt Briançon erlebte nach dem Krieg 1914-1918 einen beträchtlichtlichen Aufschwung mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs und der Luftkurorte und in der Folge mit der Eröffnung des Militärkrankenhauses und eines Sanatoriums. Später konnte sie die zunehmende Welle des Wintersports für sich nutzen.
Diese von der Tour regelmäßig besuchte höchste Stadt Europas hat erstmals 1922 in der Person von Philippe Thys einen Sieger die Arme auf der Ziellinie heben sehen, der letzte Etappensieger war Santiago Botero im Jahre 2000. Die Stadt, in der Henri Pélissier, Bartali, Coppi, Bobet, Bahamontès, Merckx, Thévenet und Van Impe Triumphe feierten, gehört seit mehr als achtzig Jahren zur „Fahrradlegende“.
Die Hochalpen im Allgemeinen und die Gebiete Briançonnais und Ubaye im Besonderen bilden die Region der Sonnenuhren, dieser handwerklichen Kunstwerke, die so viele Erkenntnisse und Botschaften enthalten. Sie wurden von Menschen der Gegend geschnitzt, gemeißelt oder gemalt, die noch von den Gesetzen des Himmels geprägt und der ‚wahren Zeit’ (Sonnenzeit) verhaftet sind. Die meisten von ihnen sind in der Region von Briançon zu finden, insgesamt aber sind sie 400 im gesamten Departement. Die historische Straße der Sonnenuhren erstreckt sich von der Haute-Provence bis zur italienischen Grenze und zeigt dem Besucher Zeugnisse einer fest verhafteten Tradition. Die Sonnenuhren der Place d’Armes, der Collégiale und der Eglise des Cordeliers (Franziskanerkirche) in Briançon sowie jene von Villar-Saint-Pancrace, Argentière, Vigneaux oder Saint-Véran, dem höchsten Dorf Europas, verdienen an erster Stelle eine Erwähnung.