
Ein Wort. Wenn man in nur einem Wort - einem einzigen - die Verbindung zwischen der Vendée und der Tour beschreiben müsste, würde ich ohne Zögern sagen: Leidenschaft!
Die gemeinsame Leidenschaft für einen hundertjährigen Wettkampf, ein wunderbares Volksfest und eine authentische und innovative Region, eine Gegend voller Freiheit und Herausforderungen, in der traditionelle Wurzeln und Zukunftsperspektiven ein harmonisches Zusammenleben führen.
Nach 1976, 1993, 1999 und 2005 feiert die Tour de France 2011 ein Wiedersehen mit dem Departement La Vendée. Zum Zeitpunkt der Jahrhundertwende krönten sich bei den Tour-Auflagen mit dem großen Start im Departement Vendée stets Champions, die alle überragten: Zunächst war da Miguel Indurain, dessen kraftvoller Antritt in der Côte du Fossé beim Prolog der 80. Ausgabe und im gesamten Rennverlauf auch heute noch in bester Erinnerung geblieben ist; und dann Lance Armstrong bei seinem ersten Sieg unmittelbar nach seiner Krebsheilung, und schließlich bei seinem letzten Triumph auf einer Abschiedstournee, von der wir nun wissen, dass sie nicht endgültig war.
Von all den - zahlreichen - Bildern der Tour, die mir in der Erinnerung haften geblieben sind, ist die Passage von Le Gois durch das Peloton 1999 sicherlich eines der markantesten, und zweifellos das schönste, das ich jemals bei einer Flachetappe zu Gesicht bekommen habe. Da uns die Gezeiten diese Möglichkeit bieten, feiern wir im Juli 2011 ein Wiedersehen mit dieser unvergleichlichen Straße. Dieses erneute Stelldichein wird anlässlich der ersten Paradefahrt vor der offiziellen Startzeremonie einige Minuten vor dem Beginn des eigentlichen Rennens stattfinden.
Wir haben diese erste Etappe "linienförmig" entworfen und knüpfen somit an den erfolgreichen Versuch aus der Bretagne 2008 an. Sie führt vom Ozean zum Mont des Alouettes, Herzstück des Departement Vendée und ideales Vorgebirge für eine Zielankunft, bei der willensstarke Ausreißer den Sprintern das erste Gelbe Trikot der 98. Tour de France streitig machen werden.
Am nächsten Tag steht ein Mannschaftszeitfahren an (23 Kilometer lang, mehr nicht, damit das Rennen nicht ins Stocken gerät), bei dem die Favoriten zum ersten Mal gezwungenermaßen gefordert sind, bevor das Fahrerfeld nach Olonne-sur-Mer aufbricht, von wo aus wir auf der Straße andere Landstriche und neue Abenteuer erkundschaften werden.
Allerdings wissen wir schon vor dem ersten Rennkilometer, dass die Vorstellung der Fahrer in Le Puy du Fou die Zuschauer verzücken wird, genauso wie die Veranstaltung Cinéscénie, bei der die faszinierende Vergangenheit der Vendée zur Schau gestellt wird und die jeden Sommer hunderttausende Schaulustige in ihren Bann zieht.
Christian PRUDHOMME
Direktor der Tour de France
Christian Prudhomme, Direktor der Tour de France, und Philippe de Villiers, Präsident des Generalrates der Vendée.
Welcher Stolz erfüllt das Departement Vendée, welche Freude dessen Einwohner, einmal mehr Kulisse für das schönste Radrennen der Welt und einen der drei prestigeträchtigsten Sportwettbewerbe unseres Planeten zu sein!
Aufgrund seiner weitläufigen Atlantikseite blickt unser Departement der Welt seit 2000 Jahren offen entgegen. Und von diesen Gestaden aus stechen alle vier Jahre die Teilnehmer des Vendée Globe in See, diese Eroberer des "Everest der Meere", die Zuschauer auf allen fünf Kontinenten in Atem halten.
Die Tour de France bricht keineswegs mit dieser Tradition der Erkundung der großen Weite, die auch den Einwohnern der Vendée am Herzen liegt. Bei dieser Rundfahrt machen sich die Radprofis auf eine abenteuerliche Reise quer durch die verschiedensten Landschaften unseres Landes und überqueren auch ab und an die Grenze zu unseren europäischen Nachbarstaaten.
Die vom Volksmund mit dem Beinamen Grande Boucle (Große Schleife) bedachte Tour bietet nicht nur mannigfaltige Landschaftsbilder, Folklore, Traditionen, Stars und Außenseiter im Kopf-an-Kopf-Rennen, sondern ist in gewisser Weise auch eine Art Konservatorium des lebendigen Kulturerbes in Frankreich, ein starkes Bindeglied unserer nationalen Kultur und ein maßgebliches Element für den Zusammenhalt in unserem Land.
Das Publikum verschwendet auch nicht eine Sekunde an den Gedanken, dass die Fahrer der Tour eines Tages aus den ihnen vertrauten Landstrichen verschwinden könnten. Und das ist auch einer der Gründe, warum die Einwohner der Vendée einstimmig hinter der Tour stehen.
Die Vendée ist nicht nur das Meeresdepartement, sondern auch das Departement des Fahrrads. Radsport und Radwandern zählen über 3.000 offiziell gemeldete Mitglieder, und jedes Jahr stehen für Profis oder Amateure dutzende Wettkämpfe auf allen Ebenen an, darunter namhafte internationale Veranstaltungen wie das Nationenzeitfahren oder die Tour de Vendée. Daneben findet auch ab sofort ein großer Familientag statt (la Vendée Vélo), an dem Tausende Hobbyradler ihrer Leidenschaft frönen können.
Knapp 1000 Kilometer Radwege und -strecken geben den Anhängern des Radwanderns auf Initiative des Generalrates die Möglichkeit, das ganze Departement auf dem Drahtesel kennen zu lernen und dabei die wechselhafte Landschaft zu genießen - zwischen Flachstücken und Mohren, zwischen Ozean und Hügeln der Knicklandschaften…
Mit Fug und Recht darf man behaupten, dass die Tour de France hier in der Vendée zu Hause ist, wo sie doch auch so oft hierhin zurückkehrt. Die hier beheimateten Männer und Frauen aller Altersklassen, die sich dicht an dicht am Straßenrand drängen, geben davon Zeugnis ab: Sie wissen, was schneidiges Auftreten, Anstrengung und Leidenschaft für den Sport bedeuten.
Voller Vorfreude und Herzlichkeit heiße ich in aller Freundschaft einmal mehr die Tour de France in der Vendée willkommen.
Philippe de Villiers
Präsident des Generalrates der Vendée
Presse Sports
Das Departement Vendée (85) liegt an der französischen Westflanke direkt am Atlantik und wird vom gleichnamigen Fluss durchquert. Auf einer Fläche von 6.720 Quadratkilometern ist es in drei Teile gegliedert: die Knicklandschaft Vendée, die den größten Teil ausmacht, das bretonische Moorland im Nordwesten und das Flachland im Osten.
Das Departement Vendée zählt knapp 620 000 Einwohner (die Vendéens) und gehört zum Verwaltungsbezirk Pays de la Loire. Die 1804 auf Anordnung von Napoleon dem Ersten gegründete Stadt La Roche-sur-Yon (51 000 Einwohner), ist der Hauptort des Departements.
Les Herbiers (14 000 Einwohner), Les Essarts (4.800 Einwohner) sind Kantonhauptorte, während die Gemeinde Olonne-sur-Mer 12 500 Einwohner zählt.
| Wichtige Daten | |
|---|---|
| Mittwoch, 29. Juni: | Eröffnung des ständig besetzten Empfangs und des Pressezentrums in Les Herbiers, Sportkomplex Etenduère |
| Donnerstag, 30. Juni: | Vorstellung der Mannschaften der Tour de France 2011 in Puy du Fou |
| Samstag, 2. Juli: | Erste Etappe, Durchfahrt Le Gois - Mont des Alouettes 180 Km |
| Sonntag, 3. Juli: | Zweite Etappe, Les Essarts. Mannschaftszeitfahren 23 Km |
| Montag, 4. Juli: | Start der dritten Etappe in Olonne-sur-Mer |
| Anreise nach Les Herbiers | |
|---|---|
| Mit dem Flugzeug: | Flughafen Nantes-Atlantique 60 Km entfernt |
| Mit dem Zug: | Mehrere Hochgeschwindigkeitsverbindungen täglich Paris - La Roche-sur-Yon Reisedauer: 2h50 |
| Mit dem Auto/Bus: | 340 Km von Paris entfernt über die Autobahn A 87
35 Km von La Roche-sur-Yon 10 km von Le Puy du Fou 110 km von der Durchfahrt von Le Gois entfernt 30 km von Les Essarts entfernt 75 km von Olonne-sur-Mer entfernt |
Ein großer Auftakt zwischen Himmel und Meer… Auf der Passage von Le Gois erfolgt der offizielle Startschuss der 98. Auflage der Tour de France. Diese überflutbare Verbindungsstraße zwischen dem Festland und der Insel Île de Noirmoutier mit einer Länge von 4,5 Kilometern, wird zwei Mal täglich von der Flut geschwemmt und ist bei Ebbe passierbar.
Zuvor versammeln sich alle Fahrer in Fromentine, ehe es im Konvoi quer über die Insel Île de Noirmoutier geht. Nach dem Eintreffen auf dem Festland bahnt sich das Fahrerfeld seinen Weg auf einem zunächst eher flachen Streckenprofil in südlicher Richtung, bevor es gen Nordosten umschwenkt und durch eine hügeligere Landschaft auf Les Herbiers zusteuert. Der Zieleinlauf gipfelt auf dem Mont des Alouettes in 232 Metern Höhe. Der Mont des Alouettes war ein strategisch wichtiger Standort während der Kriege in der Vendée (1793-1796).
Am zweiten Renntag in der Vendée gibt es ein Wiedersehen mit dem Mannschaftszeitfahren, das bei der Tour 2010 nicht auf dem Programm steht. Die Etappe erstreckt sich über 23 Kilometer, Start und Ziel sind in Les Essarts.
Die Strecke bildet eine Schlaufe westlich der Stadt, größtenteils auf flachen und geraden Straßen der für das Departement typischen Knicklandschaft, und durchquert insbesondere die Kommunen Boulogne und La Merlatière.
Das Fahrerfeld wird ungefähr 80 Kilometer auf den Straßen des Departements zurücklegen, bevor es die Vendée wieder verlässt…
Mit vier großen Starts auf seinem Gebiet (Saint-Jean-de-Monts 1976, Le Puy du Fou 1993 und 1999, Fromentine 2005) hat das Departement Vendée der jüngeren Geschichte der Tour de France unweigerlich seinen Stempel aufgedrückt. Allerdings reicht der Einfluss noch viel weiter zurück: In den 1920er und 30er Jahren galt die Zielankunft in Les Sables-d'Olonne als ein Klassiker des Wettbewerbs.
| Jahrgang | Etappe | Sieger | |
|---|---|---|---|
1919 |
Brest > Les Sables-d’Olonne | Jean Alavoine | |
1920 |
Brest > Les Sables-d’Olonne | Henri Pélissier | |
1921 |
Brest > Les Sables-d’Olonne | Louis Mottiat | |
1922 |
Brest > Les Sables-d’Olonne | Philippe Thys | |
1923 |
Brest > Les Sables-d’Olonne | Albert Dejonghe | |
1924 |
Brest > Les Sables-d’Olonne | Félix Goethals | |
1925 |
Vannes > Les Sables-d’Olonne | Nicolas Frantz | |
1926 |
Brest > Les Sables-d’Olonne | Nicolas Frantz | |
1927 |
Vannes > Les Sables-d’Olonne | Raymond Decorte | |
1928 |
Vannes > Les Sables-d’Olonne | Nicolas Frantz | |
1929 |
Vannes > Les Sables-d’Olonne | Paul Le Drogo | |
1930 |
Vannes > Les Sables-d’Olonne | André Leducq | |
1931 |
Vannes > Les Sables-d’Olonne | Charles Pélissier | |
1934 |
La Rochelle > La Roche-sur-Yon | René Le Grevès | |
1935 |
La Rochelle > La Roche-sur-Yon | René Le Grevès | |
1936 |
La Rochelle > La Roche-sur-Yon | Marcel Kint | |
1937 |
La Rochelle > La Roche-sur-Yong | Roger Lapébie | |
1938 |
Nantes > La Roche-sur-Yon | Eloi Meulenberg | |
1947 |
Bordeaux > Les Sables-d’Olonne | Eloi Tassin | |
1949 |
Saint-Malo > Les Sables-d’Olonne | Adolphe Deledda | |
1962 |
Saint-Nazaire > Luçon | Mario Minieri | |
1972 |
Pornichet > Saint-Jean-de-Monts Saint-Jean-de-Monts (contre-la-montre par équipe) |
Ercole Gualazzini Équipe Molteni |
|
1975 |
Sablé > Saint-Jean-de-Monts Saint-Hilaire-de-Riez > Saint-Jean-de-Monts (C.l.m) |
Théo Smit Eddy Merckx |
|
1976 |
Saint-Jean-de-Monts (prologue) | Freddy Maertens | |
1993 |
Puy du Fou (prologue) Luçon > Les Sables-d’Olonne |
Miguel Indurain Mario Cipollini |
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1997 |
Plumelec > Puy du Fou | Nicola Minali | |
1999 |
Puy du Fou (prologue) Montaigu > Challans |
Lance Armstrong Jan Kirsipuu |
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2005 |
Fromentine > Noirmoutier-en-l’Île (C.l.m) Challans > Les Essarts |
David Zabriskie Tom Boonen |
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N.B.: Chantonnay (1997), La Châtaigneraie (2005), Saint-Gilles-Croix-de-Vie (1974, 1975) waren Startorte.
Jean-René Bernaudeau © Presse Sports
Sein Name ist zwar untrennbar mit dem Grand Prix du Midi Libre verbunden, bei dem er Siege feierte (1980, '81, '82, '83), doch blickt der in Saint-Maurice-le-Girard geborene Jean-René Bernaudeau auch auf einige Erfolgserlebnisse aus seiner Zeit bei der Tour de France zurück. So etwa 1979, als er das Gelbe Trikot trug und letztlich Fünfter der Gesamtwertung und bester Jungprofi wurde. Nach seinen zehn Teilnahmen als Fahrer durfte er sich auch als Leiter des Teams Bouygues Telecom und dann Bbox Bouygues Telecom über die Etappensiege von Pierrick Fedrigo (2006 und 2009) sowie Thomas Voeckler (2009) freuen, wobei Voeckler 2004 auch im Gelben Trikot fuhr, genau wie François Simon 2001 im Team Bonjour.
…und natürlich auch Félicia Ballanger, drei Goldmedaillen bei Olympischen Spielen und zehn WM-Titel im Bahnradfahren.
Vendée Globe Presse Sports
La Vendée steht zunächst einmal für eine starke Identität, die auf einer zweitausendjährigen Geschichte aufbaut, von den römischen Legionen Cäsars auf dem Mont des Alouettes bis hin zu Georges Clemenceau und dem Maréchal de Lattre de Tassigny, beide aus dem Dorf Mouilleron-en-Pareds.
La Vendée, das ist auch landschaftliche Vielfalt - Knicklandschaft, Flachland und Moor - und 250 Kilometer Atlantikküste mit ungemein reichhaltiger Fauna und Flora. Als Vorreiter in der Entwicklung der Sonnenenergie oder im Umweltschutz hat das Departement darüber hinaus auch den Plan "Vendée sans OGM" eingeführt. Argumente, die Jahr um Jahr mehr als fünf Millionen Besucher verzücken und die aus dem Tourismus eine der führenden Aktivitäten der Vendée machen.
Regelmäßig landet die Vendée in der Rangliste der Departements mit der größten Lebensqualität ganz oben. Das wirtschaftliche Gefüge ist auch hervorragend aufgestellt. Die große Vielzahl dynamischer KMU macht das Departement zum europäischen beziehungsweise sogar zum weltweiten Marktführer in vielen Sektoren, wie dem Jachtbau, wovon zwei Drittel der Branche in den Werften Bénéteau-Jeanneau zusammengefasst sind, oder auch dem Lebensmittelsektor. Ungeachtet der Krise ist die Vendée das Departement, in dem alljährlich die größte Anzahl von KMU-Neugründungen registriert wird.
Der Sport trägt auch zu dieser Dynamik bei, nicht nur weil die Einwohner der Vendée gerne als Zuschauer die Spannung von Großveranstaltungen wie der Vendée Globe hautnah miterleben wollen, sondern auch weil sie Sportbegeisterte sind: Vierzig Prozent der Einwohner gehören einem der 1.500 Sportvereine des Departements an. Das Rad genießt eine vorrangige Stellung, sei es wegen des Vendée U, oder aber wegen des Teams BBox Bouygues Telecom von Jean-René Bernaudeau.
Eben diese Verwurzelung mit der Geschichte und der Gegend, gepaart mit der Begeisterungsfähigkeit und der Initiativfreudigkeit, ermöglicht den Einwohnern der Vendée, nicht nur die Sympathien der Besucher zu gewinnen, sondern auch das Vertrauen der Unternehmer, sich auf ihre Qualitäten zu verlassen, sowie der Touristen und der Veranstalter von kulturellen oder sportlichen Darbietungen, die von ihrer Begeisterung profitieren.