Die Trikotträger
Depeschen
12:31 -
DISCOVERY CHANNEL
Johan Bruynnel: "Ziel ist jedes Jahr gleich"
Im Team von Lance Armstrong gab es ein paar leichte Veränderungen...
Zu einem großen Teil ist es das gleiche Team wie im vorigen Jahr, in dem alle Fahrer schon Tour-Erfahrung haben. Zwei sind allerdings in diesem Jahr nicht mehr dabei: Landis hat seine Rennkarriere beendet und Jekimov ist verletzt. Für sie sind mit Popovych und Savoldelli zwei starke und ausgeglichene Fahrer nachgerückt. Damit haben wir ein solides Team beisammen, das für diese Tour de France bestens gerüstet ist.
Wie hat sich Armstrong diesmal vorbereitet?
Was ich beim Dauphiné-Kriterium von ihm gesehen habe, war schon Spitze, und das was danach folgte ebenso. Er ist sehr gut in Form. Zunächst haben wir die Pyrenäen-Etappen erkundet, danach die Abschnitte in den Alpen, und schließlich die Zeitfahrstrecke in St. Etienne, bevor wir uns an den diesjährigen Startort in der Vendée begeben haben. Alle wichtigen Etappen sind wir abgefahren, so wie wir das in jedem Jahr tun.
Ullrich glaubt sich in Bestform. Steht uns daher der bisher härteste Zweikampf bevor?
Ich glaube schon, dass es zum großen Zweikampf zwischen den beiden kommen wird, zumal das Team von Ulrich gleichfalls sehr stark ist. Bei all dem sollte man aber auch Iván Basso im Auge behalten, denn der hat ebenfalls ein solides Team im Rücken. Wenn man dann noch Vinokourov mit einbezieht, so könnte diese Tour zwischen den genannten vier Spitzenfahrern entschieden werden.
Erschwert Armstrongs Ankündigung bezüglich seines Rücktritts diese letzte Herausforderung?
Im Moment spielt das überhaupt keine Rolle, weder für ihn noch für sein Team. Seit er sich entschlossen hat, diese Tour de France noch mal zu fahren und sich entsprechend darauf vorzubereiten, lautet sein Ziel, die Tour ein siebtes Mal zu gewinnen. Er ist in höchstem Maße motiviert. Ich sehe hier keinen Unterschied zu den Vorjahren. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass am Ende dieser Tour noch genügend Raum für Emotionen bleibt. Wir sind hierher gekommen, um zu gewinnen. Jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf die Strecke. So haben wir es jedes Jahr gehalten.
Das Team
Lance Armstrong (USA), Jose Azevedo (Portugal), Manuel Beltran (Spanien), George Hincapie (USA), Benjamin Noval (Spanien), Pavel Padrnos (Tschechische Republik), Jose Luis Rubiera (Spanien), Yaroslav Popovych (Ukraine), Paolo Savoldelli (Italien)
12:30 -
BOUYGUES TELECOM
Jean-René Bernaudeau: "Möglichst erhobenen Hauptes in Paris ankommen"
Werden wir in diesem Jahr erneut einen Paukenschlag à la Voeckler erleben?
Wir gehören zu den großen französischen Teams bei dieser Tour. Daher müssen wir auch versuchen, unser Bestes zu geben. Im vorigen Jahr war das Kapitel Voeckler eine Ausnahme. Ich glaube nicht, dass wir das dieses Mal wiederholen können, dennoch kann er erneut eine gute Leistung bringen. Keine Tour gleicht der anderen.
Welche Strategie werden Sie verfolgen?
Zunächst wird es keinen Führungsfahrer im Team geben, so dass wir die Möglichkeiten nutzen müssen, die sich bieten werden. Danach wird das Rennen offener und wir können versuchen, ein neues Erfolgskapitel zu schreiben. Jedenfalls ist die Taktik meines Teams ausschließlich auf Improvisation ausgerichtet, denn darauf beruhen seine Stärken. Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir ständig angriffsbereit sein sowie konzentriert und entschlossen zu Werke gehen. Das Wichtigste wird sein, Paris erhobenen Hauptes zu erreichen. Denn wir sind weder Discovery Channel noch T-Mobile, auch nicht Crédit Agricole oder Française des Jeux, die mit Leuten wie Hushovd oder Cooke um das Grüne Trikot fahren werden. Unsere Konstellation ist anders, wir müssen auf den Überraschungseffekt setzen.
Ein Etappensieg in Ihrer Heimatregion, der Vendée, das wäre doch so eine Möglichkeit...
Die Etappe Challans – Les Essarts würde mir schon gefallen, aber die ist nun mal den Sprintern vorbehalten. Wir werden zwar das einheimische Team verkörpern, aber die Tour steht da erst am Anfang. Es sind eher die Etappen im Osten Frankreichs, die uns vielleicht am besten liegen werden, denn unser Team ist sehr homogen und alle Fahrer sind in der Lage, eine starke Leistung zu bringen. Wir werden versuchen, das Rennen locker mitzufahren und für Abwechslung zu sorgen, spektakuläre Dinge werden von Bouygues Telecom jedoch nicht zu erwarten sein. Wir haben keinen Teamführer, denn bei uns spielt das Trikot, in dem wir fahren, die entscheidende Rolle. Also werden wir uns auf das verlegen, was ein Rennen abwechslungsreich und spannend macht, nämlich aufs Attackieren.
Das Team
Walter Bénéteau (Frankreich), Laurent Brochard (Frankreich), Pierrick Fedrigo (Frankreich), Anthony Geslin (Frankreich), Laurent Lefèvre (Frankreich), Jérôme Pineau (Frankreich), Didier Rous (Frankreich), Matthieu Sprick (Frankreich), Thomas Voeckler (Frankreich)
12:30 -
DAVITAMON-LOTTO
Marc Sergeant: "Die reinen Sprinter sind keine Favoriten für das Gelbe Trikot"
Ihr Team peilt eher das Grüne Trikot an...
Das ist unser Ziel, denn McEwen ist ja auch der amtierende Träger des Grünen Trikots. Aber auf dem Weg dahin muss er erst mal eine Etappe gewinnen. In der Vorbereitung und vor allem beim Giro hat er gezeigt, dass er dazu noch fähig ist. Allerdings ist die Streckenführung in diesem Jahr im Gegensatz zu 2004 weniger für die Sprinter geeignet. Insgesamt gibt es weniger ausgeprägte Flachetappen für die Sprinter unter den Rennfahrern. Demnach werden sie es nicht leicht haben, obwohl ich überzeugt bin, dass die drei Sprintspezialisten das Rennen um den Schnellsten im Feld schon unter sich ausmachen werden.
Sehen Sie in Tom Boonnen als den Fahrer, den es dabei zu schlagen gilt?
Ja, auf ihm ruhen die größten Hoffnungen, zumal das, was er in diesem Jahr bei den Klassikern gezeigt hat, ein eindeutiges Indiz dafür ist, dass er sich verbessert hat. Aber die Tour die France ist immer noch etwas Besonderes mit all ihren Eigenheiten. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie im vorigen Jahr Pettachi als der große Favorit für die Sprints ins Rennen gegangen war und er dann keine einzige Etappe gewinnen konnte. Es ist also schwer zu sagen, wer am Ende bei den Sprints die Nase vorn haben wird.
Welche Strategie werden Sie nach der ersten Tour-Woche für Ihr Team wählen?
Wir haben es mit zahlreichen Etappen zu tun, deren Streckenprofil gute Möglichkeiten für Attacken bietet. Vielleicht können junge Fahrer wie Axel Merckx oder Leon Van Bon, und warum nicht auch Johan Van Summeren, für einige Bewegung im Feld sorgen. Und im Gesamtklassement rechnen wir mit einer vorderen Platzierung von Cadel Evans, der bei großen Rundfahrten stets ein starkes Potenzial abrufen konnte – unter anderem trug er beim Giro d’Italia 2002 bis zwei Tage vor Schluss das Rosa Trikot. Leider musste er seine Vorbereitung aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs, den er sich beim Abfahren der Pyrenäen-Etappen zugezogen hatte, unterbrechen. Heute geht es ihm wieder viel besser. In den Bergen wird er von Axel Merckx die entsprechende Unterstützung erhalten. Ich kann ihn mir gut und gerne unter den ersten Zehn vorstellen. Noch lieber wäre mir aber eine Platzierung unter den ersten Fünf.
Das Team
Mario Aerts (Belgien), Christophe Brandt (Belgien), Cadel Evans (Australien), Robbie McEwen (Australien), Axel Merckx (Belgien), Fred Rodriguez (USA), Leon Van Bon (Niederlande), Wim Vansevenant (Belgien), Johan Van Summeren (Belgien)
12:29 -
SAUNIER DUVAL - PRODIR
Pietro Algeri: "Unser Trikot wird häufiger vorn zu sehen sein"
Haben Sie einen absoluten Anwärter auf das Weiße Trikot...
Zumindest hat sich das José Angel Gómez Marchante zum Ziel gesetzt. Er ist ein junger und viel versprechender Rennfahrer, der das Zeug hat, die bevorstehende Tour de France als Bester Nachwuchsfahrer zu beenden. Er wurde übrigens spanischer Meister und ist beim Giro d’Italia in diesem Jahr ein beachtliches Rennen gefahren. Warum sollte er also bei dieser Tour nicht unter die besten Zehn kommen?
In Ihrem Team gibt es gleich mehrere Kletterspezialisten...
Ich glaube, dass man unser Trikot in den Bergen häufig vorn sehen wird. Wir werden bemüht sein, so oft wie möglich bei den Ausreißversuchen dabei zu sein, zumal wir neben Gómez Marchante mit Fritsch noch ein weiteres heißes Eisen im Rennen haben. Fritsch ist besonders bei steigenden Temperaturen sehr stark. Aber auch mit Piepoli ist zu rechnen, denn er ist ein erfahrener und effektiver Kletterer gerade bei steilen Anstiegen. Zudem ist auch einiges vom U.S.-Amerikaner Chris Horner zu erwarten, der bei der letzten Tour de Suisse die schwere Bergetappe für sich entscheiden konnte. Im Großen und Ganzen lässt sich jedoch nicht voraussagen, wie das Rennen sich letztlich entwickeln wird. Wir werden sicher nicht entscheidend in den Rennverlauf eingreifen können. Auf der anderen Seite werden wir von den jeweiligen Umständen zu profitieren wissen, um in der Spitze mitzufahren.
Das Team
Davis Canada (Spanien), Inigo Cuesta (Spanien), Nicolas Fritsch (Frankreich), Juan Manuel Garate (Spanien), Joseé Angel Gómez Marchante (Spanien), Chris Horner (USA), Leonardo Piepoli (talien), Manuel Quinziato (Italien), Constantino Zaballa (Spanien).
12:28 -
LAMPRE-CAFFITA
Giuseppe Martinelli: "Diese Jungs haben durchaus ihre Chancen"
Ihr Team war vom Ausfall zweier starker Rennfahrer betroffen...
Es ist in der Tat nicht leicht, bei der Tour de France ohne Damiano Cunego und Gilberto Simoni an den Start zu gehen. Denn solche Klassefahrer sind immer in der Lage, bei der Tour vorn mitzumischen und damit die anderen im Team zu motivieren. Aber Damiano war nach seiner Krankheit (Pfeiffersches Drüsenfieber) sehr geschwächt und durch sein Abschneiden beim Giro d’Italia derart enttäuscht, dass er jetzt ausreichend Zeit braucht, um sich gezielt auf ein großes Rennen vorbereiten zu können. Er wird sich daher auf die Vuelta konzentrieren. Daher haben wir auch in diesem Jahr keinen aussichtsreichen Anwärter auf eine vordere Platzierung im Gesamtklassement. Das Problem wird sein, Tag für Tag aufs Neue eine Chance zu suchen, um vorn mitfahren zu können.
Wen würden Sie vorn sehen?
Eddy Mazzoleni fährt sehr stark. Am Saisonbeginn hatte er Probleme mit dem Knie, jetzt geht es ihm aber wieder wesentlich besser. Er wird die Führung in unserem Team übernehmen. Commesso seinerseits könnte durchaus eine Etappe gewinnen. Bortolami wird sein Glück auf den Flachetappen versuchen. Vielleicht bietet sich auch Jevgeni Petrov die Möglichkeit, zu attackieren. Im vorigen Jahr ist er mehr für seine Teamkameraden gefahren, mal für Simoni, mal für Cunego. Diesmal hat er freie Hand und kann beweisen, was er wirklich drauf hat. Meine Jungs haben also durchaus ihre Chancen. Ich für meinen Teil rechne mit der einen oder anderen Überraschung.
Das Team
Gianluca Bortolami (Italien, Salvatore Commesso (Italien), Gerrit Glomser (Österreich), David Loosli (Schweiz), Eddy Mazzoleni (Italien), Evgueni Petrov (Russland), Daniele Righi (Italien), Alessandro Spezialetti (Italien), Gorazd Stangelj (Slowenien)
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