Tagebuch der Etappe

étape 15 - Limoux Montpellier 192.5 km
Sonntag 17 Juli

Cavendish… natürlich

Die Tradition ist in Montpellier gewahrt geblieben. Auf der flachen Strecke zwischen den Pyrenäen und den Alpen gab es erneut ein Stelldichein der Sprinter bei der Tour. Die Ausreißergruppe des Tages konnte die Statistik nicht widerlegen und haben auf den letzten Kilometern der Vorbereitung zu einem von der HTC-Highroad-Mannschaft organisierten Sprint weichen müssen. Der große Favorit, Mark Cavendish, hat sich auf der letzten Geraden nicht von seinem Kurs abbringen lassen, wo er dann auch der Rückkehr von Tyler Farrar und Alessandro Petacchi standgehalten hat, um sich seinen vierten Etappensieg bei der diesjährigen Tour zu sichern, den 19. insgesamt bei der Frankreich-Rundfahrt.

Delage macht den Anfang
Michael Delage (FDJ) hat - einmal mehr! - sein Glück aus der Distanz versucht und ab km 2 Niki Terpstra (QST), Samuël Dumoulin (COF), Mikhail Ignatyew (KAT) und Anthony Delaplace (SAU) zu einer Ausreißergruppe mitgezogen. Da es keinerlei Bedrohung für das Gelbe Trikot von Thomas Voeckler gab, hat Europcar den Mannschaften der Sprinter die Verantwortung abgetreten, das Rennen zu kontrollieren. Die Teamgefährten von Mark Cavendish haben sich auch in diese Rolle gefügt und einen angemessenen Abstand zwischen dem Peloton und der Führungsgruppe gewahrt. Somit haben die fünf Fahrer an der Spitze bei km 80 ihren maximalen Vorsprung von 4‘15“ erreicht.

Cavendish um den 6. Platz
Die Nachführarbeit ist vom Team HTC-Highroad ohne Hast eingeleitet worden. Einen ersten Tempovorstoß gab es in Vorbereitung auf den Zwischensprint in Montagnac, wo Mark Cavendish seine Rivalen um das Grüne Trikot, Rojas und Gilbert, kontrollierte, und das 1‘ nach der Passage der von Delage angeführten Ausreißer. Die Situation war weiterhin unter Kontrolle, wobei es für das amerikanische Team noch nicht dringlich war, den Vorsprung der führenden Fahrer wettzumachen. 30 km vor dem Ziel lag der Abstand noch einmal bei 1‘30“, doch der über dem Peloton niedergehende Wind sollte die Mannschaften der Favoriten dann dazu bewegen, ihre Kapitäne an die Spitze des Feldes zu bringen. Fünf Kilometer weiter lag der Vorsprung nur noch bei 1‘05“

Gilbert mit einem Versuch bei km 3
Angesichts der nahenden Gefahr durch das Peloton hat Mikhail Ignatiew es vorgezogen, auf seine Talente als Streckenfahrer zu setzen und seine Mitausreißer 22 km vor dem Ziel abzuhängen. Niki Terpstra konnte ihm dabei noch folgen, Delage (FDJ), Dumoulin (COF) und Delaplace (SAU) jedoch konnten nicht mehr reagieren und wurden kurz darauf wieder vom Peloton geschluckt. 6 km vor dem Ziel war es dann an der Reihe von Ignatiew, seine Bemühungen einzustellen, und Terpstra versuchte noch eine Solofahrt. 3 km vor der Ziellinie wurde er zunächst von Philippe Gilbert eingeholt, der noch einen letzten Coup versuchte. Auf dem letzten Kilometer konnte dann Mark Cavendish bis zum letzten Augenblick den Schutz seines Pilotfischs Mark Renshaw nutzen und dann auf den letzten 200 m anziehen. Seine Beschleunigung erwies sich einmal mehr als unwiderstehlich für Farrar und Petacchi, die sich mit den Plätzen 2 und 3 begnügen mussten.

 

Mark Cavendish : « Es gibt keine Garantie »

„Ich habe mich, ehrlich gesagt, heute nicht sehr gut gefühlt. Aber ich glaube, dass war für alle der Fall. Der Tag war nervös, man konnte sehen, wie sich alle gerangelt haben, um vorne zu fahren. Ich habe das Glück, eine Gruppe von Fahrern um mich zu haben, die mich den ganzen Tag schützen. Das nimmt mir den Druck, aber es war dennoch schwierig. Es gab kleine Anstiege und Abfahrten und den ganzen Tag Seitenwind. Und beim Sprint haben die Jungs dann alles kontrolliert und mich bis 200 Meter vor die Ziellinie geführt.
Im Finale sind wir von Sky angegriffen worden, und da hat Matt Goss bis zu den letzten 700 Metern geführt, dann hat Mark Renshaw sehr lange dagegen gehalten, bis an die 200-m-Marke Ich wollte spät anziehen, denn es gab Gegenwind, aber ich musste dann doch loslegen, um zu vermeiden, dass sich mir jemand ans Hinterrad hängt.
Ich weiß nicht, ob ich das Grüne Trikot schon gesichert habe. Wenn ich zwei Jahre zurückblicke, da meinte ich, es gewonnen zu haben, aber Thor ist noch zurück gekommen. Es gibt somit keine Garantie, demnach werden wir daran arbeiten, um möglichst viele Punkte zu sammeln. Dann werden wir sehen, wie es auf den Champs-Elysées läuft.
Als Gilbert attackiert hat, hatten die Jungs die Situation im Griff. Sie haben die Ruhe bewahrt, als man auch in Panik hätte geraten können. Sie sind allmählich wieder zu ihm vorgefahren und haben mir die Möglichkeit offen gehalten, in den Sprint zu gehen. Ich bin wirklich stolz auf sie.“

 

Agenturmeldungen

17:26 - Die Top 10 der 15. Etappe

Er ist der Meister des Sprints, und er sagt jedes Mal, dass er einfach nur die Arbeit beenden muss, die von seinem Team schon lange vor der Ziellinie begonnen wird. Und heute hat Cavendish erneut gewonnen. Dies ist sein 19. Etappensieg bei der Tour de France. Die Top 10 in Montpellier lauten: 1. Mark Cavendish (GBR) THR - 193km in 4h20’24" 2. Tyler Farrar (USA) GRM 3. Alessandro Petacchi (ITA) LAM 4. Daniel Oss (ITA) LIQ 5. José Joaquin Rojas (ESP) MOV 6. Ben Swift (GBR) SKY 7. Gerald Ciolek (GER) QST 8. Tony Gallopin (FRA) COF 9. Francisco Ventoso (ESP) MOV 10. Sebastien Hinault (FRA) ALM

17:24 - Farrar Zweiter...

Zum Ende hin haben es Farrar und Oss noch einmal versucht, aber Cavendish war auch dieser Sieg nicht zu nehmen, sein 19. bei der Tour de France!

17:23 - Nummer 4 für Cavendish

Renshaw hat das getan, was er bei allen Sprintetappen tut: seinen Mann Mark Cavendish bis zu den letzten 300 m heranführen. Und da schaltet dann Supermanx den Turbo ein und nimmt sich alle anderen zur Brust. Und mit dieser Formel hat er seine 4. Etappe bei der diesjährigen Ausgabe der Tour gewonnen!

17:21 - Sky & HTC

Zwei Mannschaften haben die Kontrolle im Peloton übernommen, während der Sprint eingeleitet wird: Sky gegen HTC...

17:21 - Hondo setzt sich nach vorne

Bei verbleibenden 1800 m ist der Ausreissversuch von Gilbert vorbei. Hondo hat sich nun an die Spitze des Pelotons gesetzt, und Team Sky bewegt sich nach vorne, gleich rechts vom HTC-Zug.