
Pauillac
52 km
Sonnabend 24 Juli
Abgesehen vom Prolog ist dies das einzige Zeitfahren des diesjährigen Rennens. Der Kurs führt auf den ersten 15 Kilometern durch Bordeaux und dann hinaus aufs Land und durch die Felder, wo die besten Médoc-Weine wachsen, wie zum Beispiel der Margaux. Auf der Strecke liegt ein Château nach dem anderen, was für ein großartiges Finale sorgt. Dieses Zeitfahren wird aller Wahrscheinlichkeit nach das Gesamtklassement nur noch ein bisschen sortieren. Aber ein Fahrer, der auf dem 17. Platz liegt, kann hier keinen Sprung mehr auf den ersten Platz machen. Das letzte Mal, dass das Gelbe Trikot im abschließenden Zeitfahren am vorletzten Tag noch den Besitzer wechselte, war 2006, als Floyd Landis, der Dritter hinter Oscar Pereiro und Carlos Sastre war, Pereiro vom ersten Platz verdrängte, aber natürlich ... [wurde Landis wegen eines positiven Dopingtests anschließend disqualifiziert]
Wasserspiegel, Place de la Bourse© Thomas Sanson, Bezirksamt Bordeaux
Natürlich verdankt Bordeaux seinem Wein die weltweite Berühmtheit, aber die Hauptstadt Aquitaniens besitzt auch andere Kompetenzbereiche: Luftfahrt, Holz, Verteidigung, Laser und Optik sowie fünf große Cluster für technologische und industrielle Forschung. Wein-, Geschäfts- und Stadttourismus ziehen jährlich rund drei Millionen Besucher an, eine stark zunehmende Zahl seit der Aufnahme Bordeaux in das Weltkulturerbe der UNESCO. Die Stadt erstrahlt aber auch in kulturellem Glanz: eine Nationaloper, sieben Museen, acht Bibliotheken, eine Schule der schönen Künste, ein Konservatorium, viele Theater- und Ausstellungssäle sowie internationale Veranstaltungen (Evento, Novart,…). Das im Zentrum der 27 Kommunen einer Städtegemeinschaft mit 800 000 Personen gelegene Bordeaux zählt innerhalb der Stadtmauern 240 000 Einwohner. Nicht zuletzt wegen der Offenheit für Kooperationen, kulturellen Austausch und Wirtschaftsbeziehungen hat Bordeaux eine Städtepartnerschaft mit 19 Städten weltweit und beherbergt 70 000 Studenten auf seinem Campus.
Der Jachthafen© Fabrice Fatin, Fremdenverkehrsamt von Pauillac
Auf halbem Weg zwischen Bordeaux und Pointe de Grave erstreckt sich Pauillac längs der Gironde, des weitläufigsten Ästuars Europas. Von hier aus brach La Fayette 1777 in Richtung Amerika auf, um ihm bei der Eroberung seiner Unabhängigkeit behilflich zu sein. Am Hafen erinnert eine Stele daran. Allerdings ist der Name der Stadt in der ganzen Welt eher dank seines prestigeträchtigen Weingütesiegels bekannt; 37 Schlösser teilen sich 1.200 Hektar Weinberge. Mit 18 Prädikaten grands crus classés im Jahr 1855, wovon drei erstplatzierte (die berühmten Châteaux Latour, Lafite-Rothschild und Mouton-Rothschild), ist Pauillac die Hauptstadt der Winzerregion Médoc. Der Tourismus blüht wegen des Weinbaugebietes (Besuch der Weinkeller, Dorf der Gaumenfreuden und der Weine mit dem Prädikat Bages,…), des Ästuars (Jachthafen, Kreuzfahrten und Entdeckung der Inseln), der Gastronomie (Lamm von Pauillac, Sternekoch Thierry Marx) und des günstigen Standortes der Stadt unweit der Seebäder des Atlantik. Aus all diesen Gründen ist Pauillac heute zu einer der meistbesuchten französischen Destinationen des Weintourismus aufgestiegen.